{"Signatur": "CH_VB_017", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-02-17", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_017_JAAC-61-24--_1997-02-17.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003422.pdf?ID=150003422", "Checksum": "a5dfb3244037e062cec9197a406cd56b"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.24 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 17.02.1997 JAAC 61.24 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006 17.02.1997 JAAC 61.24 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici 17.02.1997 JAAC 61.24 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de marchés publics, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di acquisti pubblici"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:04", "Checksum": "f29dcf779ab27244c15bf6ca7433967b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Rekurskommission für das öffentliche Beschaffungswesen 17.02.1997 JAAC 61.24 \r\n\n 4\ngeltenden Kriterien des Verwaltungsverfahrensrechts (Art. 5 Abs. 1, Art. 34\nund 35 VwVG). Eine Verfügung ist ein individueller, an den Einzelnen\ngerichteter Hoheitsakt, durch den eine konkrete verwaltungsrechtliche\nRechtsbeziehung rechtsgestaltend oder feststellend in verbindlicher und\nerzwingbarer Weise geregelt wird (BGE 121 II 477 E. 2a mit Hinweisen; Gygi,\na. a. O., S. 128; Ulrich Häfelin / Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen\nVerwaltungsrechts, 2. Aufl., Zürich 1993, Rz. 685 ff.). Die telefonische\nMitteilung der Auftraggeberin über die Nichterteilung des Zuschlages\nhat das Rechtsverhältnis zwischen den Beschwerdeführerinnen und der\nAuftraggeberin nicht in verbindlicher und erzwingbarer Weise geregelt. Sie\nist somit nicht als Verfügung zu qualifizieren (BGE 121 II 479 E. c; Gygi, a. a. O.,\nS. 136; Kölz/Häner, a. a. O., Rz. 223).\nMit Schreiben vom 13. September 1996 teilte das BFS den\nBeschwerdeführerinnen unter Bezugnahme auf das Telefongespräch\nvom 5. September 1996 mit, dass ihr Angebot nicht berücksichtigt wurde.\nFerner wurden ihnen die Art des Verfahrens, der Name des berücksichtigten\nAnbieters und die wesentlichen Gründe für die Nichtberücksichtigung\ndes Angebotes der Beschwerdeführerinnen und die ausschlaggebenden\nMerkmale und Vorteile des berücksichtigten Angebotes be-kanntgegeben.\nDieses Schreiben war jedoch entgegen Art. 35 Abs. 1 VwVG nicht mit einer\nRechtsmittelbelehrung versehen und fällt daher als rechtsgenügliche\nEröffnung einer Verfügung ebenfalls ausser Betracht (vgl. Art. 38 VwVG und\nallgemein: Blaise Knapp, Précis de droit administratif, 4. Aufl., Basel und\nFrankfurt am Main 1991, S. 262 f., Nr. 1220 und André Grisel, Traité de droit\nadministratif, Band II, Neuenburg 1984, S. 877 f.).\nDie Eröffnung des Vergabeentscheides erfolgte somit auch gegenüber den\nBeschwerdeführerinnen rechtsgültig erst mit der Publikation im SHAB vom\n23. Oktober 1996. Die Beschwerdeführerinnen haben mit ihrer Eingabe\nvom 12. November 1996 die Frist von 20 Tagen gemäss Art. 30 BoeB gewahrt,\nweshalb auf die Beschwerde einzutreten ist.\nGegenstand des vorliegenden Zwischenentscheids bilden allein die Fragen der\naufschiebenden Wirkung und der Akteneinsicht.\n2.a. Im Unterschied zu Art. 55 Abs. 1 VwVG sieht Art. 28 Abs. 1 BoeB vor, dass\nder Beschwerde von Gesetzes wegen keine aufschiebende Wirkung zukommt.\nDie aufschiebende Wirkung kann von der Rekurskommission auf Gesuch hin\nerteilt werden (Art. 28 Abs. 2 BoeB). Im vorliegenden Fall enthält Antrag 4 der\nBeschwerde ein solches Begehren.\nDas BoeB selbst nennt keine Kriterien, welche es diesbezüglich zu beachten\ngilt. Gemäss Rechtsprechung und Lehre zu Art. 55 Abs. 1 VwVG ist im Rahmen\nder aufschiebenden Wirkung abzuwägen, ob die Gründe, die für die sofortige\nVollstreckbarkeit sprechen, gewichtiger sind als jene, die für die gegenteilige\nLösung angeführt werden können. In die Prüfung sind die Interessen der\nBeschwerdeführerinnen, öffentliche Interessen der Auftraggeberin sowie\nallfällige private Interessen Dritter einzubeziehen (BGE 117 V 191 E. 2b,\n110 V 45 E. 5b, 106 Ib E. 2a, 105 V 268 E. 2; Häfelin/Müller, a. a. O., Rz. 1397;\nKölz/Häner, a. a. O., Rz. 280; Pierre Moor, Droit administratif, Band II, Bern\n1991, S. 443). In der GATT-Botschaft 2 wird zu Art. 28 BoeB (BBl 1994 1199)\nausgeführt, falls das öffentliche Interesse an einem schnellen Vertragsschluss\n\n"}