{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2005-05-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-69-121--_2005-05-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006791.pdf?ID=150006791", "Checksum": "fb744645684c828235b7a2b4588827a0"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 69.121 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 23.05.2005 JAAC 69.121 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 23.05.2005 JAAC 69.121 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 23.05.2005 JAAC 69.121 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:21:06", "Checksum": "b83a79319c2c93cf002ff3d533d226ed", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 23.05.2005 JAAC 69.121 \r\n\n 4\nder auch in diesem prozessualen Bereich geltende Grundsatz von Treu und\nGlauben (BGE 122 I 99 E. 3a/aa, BGE 111 V 150 E. 4c; Entscheid der PRK vom 9.\nNovember 2000, veröffentlicht in VPB 65.43 E. 2c/dd).\nc.aa. Die Eröffnung von Verfügungen ins Ausland unterliegt besonderen\nRegeln. Die Eröffnung einer amtlichen Verfügung oder eines gerichtlichen\nEntscheids stellt einen hoheitlichen Akt dar, dessen Ausführung grundsätzlich\nausschliesslich den territorial zuständigen, d. h. inländischen Behörden\nzusteht (BGE 124 V 50 E. 3a, BGE 105 Ia 311 E. 3b, BGE 103 III 4 E. 2). Deshalb\nhat die Zustellung einer Verfügung ins Ausland auf diplomatischem oder\nkonsularischem Weg zu erfolgen (BGE 103 III 4 E. 2). Von dieser Regel kann\nnur abgewichen werden, wenn ein Staatsvertrag dies ausdrücklich vorsieht\n(Jean-François Poudret, Commentaire de la loi fédérale d’organisation\njudiciaire, Band I, Bern 1990, S. 170 f., N 6.5 ad Art. 29). Die direkte postalische\nZustellung eines amtlichen Schriftstücks ins Ausland ist ein Hoheitsakt auf\nfremdem Staatsgebiet, der nicht ohne Zustimmung des fremden Staates\nvorgenommen werden darf (BGE 105 Ia 311 E. 3b in initio, BGE 103 III 4 E.\n2b). Eine Zustellung ohne Zustimmung des fremden Staates ist rechtswidrig,\nda sie das grundlegende völkerrechtliche Prinzip der Souveränität der\nStaaten verletzt (René A. Rhinow/Beat Krähenmann, Schweizerische\nVerwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990, Rz. 84 I k mit\nweiteren Hinweisen; vgl. Lothar Frank, Die Zustellung im Ausland, in: Die\nSozialgerichtsbarkeit 35/1988 S. 142 ff.). Die Zustellung durch normale\nPostsendung kommt häufig vor, bleibt aber rechtswidrig (Pierre Moor, Droit\nadministratif, Band I, 2. Aufl., Bern 1994, S. 163). Die Zustellung amtlicher\nSchriftstücke mit normaler Post ins Ausland stellt eine Verletzung der\nGebietshoheit des Territorialstaates dar. Davon ausgenommen sind blosse\nMitteilungen ohne rechtsgestaltende Wirkung (Gutachten der Direktion\nfür Völkerrecht vom 10. April 2000, veröffentlicht in VPB 66.128 Ziff. 1\nund 4). Das Bundesgericht hat gerichtliche Akten als nichtig erklärt, die\nvon schweizerischen Behörden in Verletzung von (staatsvertraglichem)\nVölkerrecht durch die Post an Parteien mit Domizil im Ausland gesandt\nwurden (BGE 105 Ia 311 E. 3b mit Hinweisen; zum Ganzen: Entscheide der ZRK\nvom 22. März 2002, veröffentlicht in VPB 66.94 E. 2a/b, und vom 16. März 2005\ni.S. S. [CRD 2005-009]; Entscheid der PRK vom 7. November 2001, a.a.O., E. 2a,\nb).\nbb. Nach den Bestimmungen von Art. 36 Bst. b VwVG kann die Behörde ihre\nVerfügungen gegenüber einer Partei, die sich im Ausland aufhält und keinen\nerreichbaren Vertreter hat, durch Veröffentlichung in einem amtlichen Blatt\neröffnen, wenn die Zustellung an den Aufenthaltsort unmöglich ist. Wenn\nArt. 36 Bst. b VwVG die Publikation von der Unmöglichkeit einer postalischen\nZustellung abhängig macht, so sind nicht nur tatsächliche, sondern auch\nrechtliche Unmöglichkeiten gemeint. Die Zustellung hat deshalb auch als\nunmöglich zu gelten, wenn sie völkerrechtlich unzulässig ist (BGE 119 Ib 431 E.\n2b).\ncc. Art. 34 Abs. 2 VStrR regelt für den Bereich des Verwaltungsstrafrechts\nunter dem Titel «Zustellungsdomizil» das folgende: Hat der landesabwesende\nBeschuldigte in einem Staate, dessen Rechtshilfe nicht in Anspruch genommen\nwerden kann, ein bekanntes Domizil, so ist ihm, wenn nicht besondere Gründe\nentgegenstehen, die Eröffnung des Strafverfahrens durch eingeschriebenen\nBrief bekannt zu geben und gleichzeitig mitzuteilen, dass er, sofern er im\n\n"}