{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2002-03-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-66-94--_2002-03-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005741.pdf?ID=150005741", "Checksum": "2cfbfd0a67943d8efd4198bc858032b6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.94 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 22.03.2002 JAAC 66.94 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 22.03.2002 JAAC 66.94 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 22.03.2002 JAAC 66.94 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:23:53", "Checksum": "737aa498c80e31e9130e532689f84240", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 22.03.2002 JAAC 66.94 \r\n\n 3\nder Eröffnung, insbesondere der Zustellung einer Verfügung und deren\nZeitpunkt obliegt der Behörde (BGE 101 Ia 9; Knapp, a.a.O., Rz. 700; Kölz /\nHäner, a.a.O., S. 123, Rz. 341 mit Hinweisen).\nb. Die Eröffnung von Verfügungen ins Ausland unterliegt besonderen\nRegeln. Die Eröffnung einer amtlichen Verfügung oder eines gerichtlichen\nEntscheids stellt einen hoheitlichen Akt dar, dessen Ausführung grundsätzlich\nausschliesslich den territorial zuständigen, d. h. inländischen Behörden\nzusteht (BGE 124 V 50 E. 3a, BGE 105 Ia 311 E. 3b, BGE 103 III 4 E. 2). Deshalb\nhat die Zustellung einer Verfügung ins Ausland auf diplomatischem oder\nkonsularischem Weg zu erfolgen (BGE 103 III 4 E. 2). Von dieser Regel\nkann nur abgewichen werden, wenn ein Staatsvertrag dies ausdrücklich\nvorsieht (Jean-François Poudret, Commentaire de la loi fédérale d’organisation\njudiciaire, Berne 1990, Bd. I, S. 170 f., N 6.5 ad Art. 29). Die direkte postalische\nZustellung eines amtlichen Schriftstücks ins Ausland ist ein Hoheitsakt\nauf fremdem Staatsgebiet, der nicht ohne Zustimmung des fremden\nStaates vorgenommen werden darf (BGE 105 Ia 311 E. 3b in initio, BGE\n103 III 4 E. 2b). Eine Zustellung ohne Zustimmung des fremden Staates\nist rechtswidrig, da sie das grundlegende völkerrechtliche Prinzip der\nSouveränität der Staaten verletzt (René A. Rhinow / Beat Krähenmann,\nSchweizerische Verwaltungsrechtsprechung, Ergänzungsband, Basel 1990,\nRz. 84 I k mit weiteren Hinweisen; vgl. Lothar Frank, Die Zustellung im\nAusland, in: Die Sozialgerichtsbarkeit 35/1988 S. 142 ff.). Die Zustellung\ndurch normale Postsendung kommt häufig vor, bleibt aber rechtswidrig\n(Pierre Moor, Droit administratif, Bd. I, 2. Aufl., Bern 1994, S. 163). In einer\nStellungnahme vom 10. April 2000 hat die Direktion für Völkerrecht des\nEidgenössischen Departementes für Auswärtige Angelegenheiten wiederholt,\ndass die Zustellung amtlicher Schriftstücke mit normaler Post ins Ausland\neine Verletzung der Gebietshoheit des Territorialstaates darstelle. Davon\nausgenommen seien blosse Mitteilungen ohne rechtsgestaltende Wirkung\n(VPB 66.128). Das Bundesgericht hat «gerichtliche Akten als nichtig erklärt,\ndie von schweizerischen Behörden in Verletzung von (staatsvertraglichem)\nVölkerrecht durch die Post an Parteien mit Domizil im Ausland gesandt»\nwurden (BGE 105 Ia 311 E. 3b mit Hinweisen; vgl. zum Ganzen auch den\nunveröffentlichten Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission\nvom 7. November 2001 i.S. B. [PRK 2001-012], E. 2).\n3. Im vorliegenden Fall wurde der Entscheid der OZD vom 11. Juli\n2001 der Beschwerdeführerin mit der Post direkt in die Türkische Republik\nzugestellt. Die Vorinstanz hat in ihrer Vernehmlassung vom 14. Januar 2002\nausgeführt, diese Praxis sei geändert worden und es werde seit Oktober 2001\nvon ausländischen Beschwerdeführern eine Zustelladresse in der Schweiz\nverlangt. Somit sei hier die Zustellungsproblematik gegenstandslos und\nbedürfe keiner weiteren Beurteilung mehr. Dem ist nicht zuzustimmen.\nVielmehr ist festzustellen, dass der angefochtene Entscheid der OZD vom\n11. Juli 2001 der Beschwerdeführerin unbestrittenermassen nicht auf\ndiplomatischem oder konsularischem Weg zugestellt wurde und daher, wie\noben ausgeführt (E. 2b), nichtig ist. Die Beschwerde vor OZD ist somit nach wie\nvor hängig und es hat in dieser Sache ein Entscheid der OZD zu ergehen und\nrechtsgültig eröffnet zu werden.\n4. Folglich ist die Beschwerde im Sinne der Erwägungen gutzuheissen.\n(…)\n\n4\n5\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 66.94 - Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 22. März 2002 i.S.\nO. Co. Ltd. [ZRK 2001-021]\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2002\nAnnée\nAnno\n\nBand 66\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 005 741\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}