{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-08-29", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-66-44--_2001-08-29.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005576.pdf?ID=150005576", "Checksum": "52c41d8c7831102133d367355083befb"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.44 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 29.08.2001 JAAC 66.44 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 29.08.2001 JAAC 66.44 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 29.08.2001 JAAC 66.44 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:04", "Checksum": "5714be36d5e8c752958cb0c0f99fb2a4", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 29.08.2001 JAAC 66.44 \r\n\n 14\ndieser Bestimmung hinaus - die Erhebung der Automobilsteuer auf aus\nder Europäischen Union eingeführten Automobilen als unzulässig erklärt\nwerden müsste. Es kann offen gelassen werden, ob aus Art. 18 Abs. 1 FHA\nüberhaupt ein Verbot abgeleitet werden könnte, eingeführte Waren, die nicht\nmit inländischen Waren im Wettbewerb stehen, mit inländischen Abgaben\nzu belasten. Dies käme auf jeden Fall höchstens in krassen Ausnahmefällen\nin Frage. Im Falle der hier zur Beurteilung stehenden Automobilsteuer fällt\njedenfalls ein derartiges Verbot mit Sicherheit nicht in Betracht. Die Steuer\nist als Verbrauchssteuer ganz klar Teil des allgemeinen schweizerischen\nAbgabensystems und sie dient ausschliesslich der Erzielung von Einnahmen\nfür den allgemeinen Staatshaushalt und nicht protektionistischen Zwecken.\nVon einer Abschottung des nationalen Marktes durch die Erhebung dieser\nSteuer kann keine Rede sein. Dies ergibt sich im Übrigen auch daraus, dass\nder Steuersatz lediglich 4% beträgt. Unter diesen Umständen erscheint es\ndenn auch als völlig ausgeschlossen, dass die Automobilsteuer zu einer\nVereitelung des mit dem Freihandelsabkommen EWG-Schweiz verfolgten\nZiels, der Beseitigung der früher bestehenden Handelshemmnisse, führen\nkönnte. Davon sind offensichtlich auch die Vertragsparteien ausgegangen,\nwas sich denn auch aus der Regelung gemäss Art. 4 Abs. 3 FHA ergibt\n(vgl. E. 3a hiervor). Zusammenfassend ist somit festzuhalten, dass die\nBestimmungen des Automobilsteuergesetzes (und der entsprechenden\nAusführungsbestimmungen) nicht gegen Art. 18 Abs. 1 FHA (und auch gegen\nkeine anderen Bestimmungen dieses Abkommens) verstossen.\n7.a. Art. III des GATT-Vertrages kommt offensichtlich keine über Art. 18\nAbs. 1 FHA hinausgehende Bedeutung zu, so dass auch die Frage, ob diese\nBestimmung überhaupt self-executing ist, d. h. ob sich der einzelne Bürger\nunmittelbar darauf berufen kann, offen gelassen werden kann (verneinend:\nSitzungsbericht und Anträge des Generalanwalts in der Rechtssache 193/85 des\nEuropäischen Gerichtshofs, Slg. 1987, 2093 und 2103, unter Bezugnahme auf\ndie Rechtsprechung des Gerichtshofs; im Urteil selber wurde die Frage nicht\nbeanwortet [Slg. 1987, 2113]).\nb. Unter diesen Umständen - d. h. mangels eines Verstosses der Erhebung\nder Automobilsteuer gegen staatsvertragliche Bestimmungen - kann auch\ndie Frage offen gelassen werden, ob im vorliegenden Falle der Grundsatz\ndes Vorrangs des Völkerrechts überhaupt zum Tragen käme. Zwar ist heute\ndie Auffassung vorherrschend, dass das Staatsvertragsrecht auch späteren\nBundesgesetzen vorgehe. Völkerrechtliche Verpflichtungen bilden indessen\n- soweit (wie hier) nicht zwingendes Völkerrecht in Frage steht - keine\nmateriellen Schranken der Verfassungsrevision. Eine verfassungsrechtliche\nRegelung, die gegen früheres (nicht zwingendes) Staatsvertragsrecht verstösst,\nkann zwar gegebenenfalls Schadenersatzansprüche und die Verpflichtung,\nsich durch Kündigung aus der völkerrechtlichen Verpflichtung zu befreien,\nbegründen. An ihrer Gültigkeit vermag dies aber nichts zu ändern (vgl.\nMüller/Wildhaber, a.a.O., S. 198 ff.). Auf einer solchen verfassungsrechtlichen\nRegelung beruht indessen auch die Automobilsteuer (vgl. E. 2a hiervor).\n8. Die Beschwerde ist somit abzuweisen. (…)\n\n15\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 66.44 - Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 29. August 2001\ni.S. S. [ZRK 2000-020]\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2002\nAnnée\nAnno\n\nBand 66\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 005 576\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}