{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2000-01-19", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-64-109--_2000-01-19.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004484.pdf?ID=150004484", "Checksum": "17bdc20a9bcfb3f0e905a90d7143eccf"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.109 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 19.01.2000 JAAC 64.109 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 19.01.2000 JAAC 64.109 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 19.01.2000 JAAC 64.109 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:21", "Checksum": "02ddb4f83a4c304a5dbd3f3517aabf78", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 19.01.2000 JAAC 64.109 \r\n\n 7\nzwischen dem heilmittelrechtlichen und dem speziellen zolltarifarischen\nArzneiwarenbegriff bewusst gewesen sei. Hierzu ist festzuhalten, dass\nsich die Gutachterin zu diesen Punkten nicht zu äussern hatte, sondern\nlediglich zu den ihr gestellten Fragen hinsichtlich des Einsatzes und der\nWirkung von «Aktiferrin-F Suscaps» in der Praxis. Mit der Beurteilung\nvon Rechtsfragen - wozu unter anderem die Auslegung des zollrechtlichen\nArzneiwarenbegriffs gehört - hat sich einzig die ZRK zu befassen (Grundsatz\nder Rechtsanwendung von Amtes wegen, Art. 62 Abs. 4 des Bundesgesetzes\nvom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG], SR 172.021),\nnicht jedoch der Sachverständige (Alfred Bühler, Erwartungen des Richters an\nden Sachverständigen, in Aktuelle Juristische Praxis [AJP] 5/99, S. 573 f.). Wenn\ndie Gutachterin nebenbei feststellt, «Aktiferrin-F Suscaps» sei als Arzneimittel\nregistriert, so ist dies eine blosse Feststellung, aus der sie keine weiteren\nSchlüsse zieht. Entscheidend ist vielmehr ihre Feststellung, dass das Präparat\nin der Praxis als Arzneimittel eingesetzt wird.\nf. Die Beschwerdeführerin beruft sich zur Begründung ihres Antrages unter\nanderem darauf, dass «Aktiferrin-F Suscaps» bei der IKS als Arzneimittel\nregistriert sei.\nDie ZRK hat in konstanter Praxis festgehalten, dass die Qualifikation eines\nProduktes durch die IKS für die Zolltarifierung nicht verbindlich sein\nkann, da sich deren Beurteilung als Institut der Heilmittelkontrolle und\ndamit der den Kantonen zustehenden Heilmittelgesetzgebung nach andern\nGesichtspunkten richtet als bei der Zolltarifierung. Allerdings hat die ZRK\nauch festgehalten, dass die Qualifikation eines Produkts durch die IKS\nunter Umständen gewisse Hinweise liefern kann. So spreche etwa die\nZulassung eines Erzeugnisses zum Verkauf in Apotheken und Drogerien\nmit Publikumsreklame regelmässig gegen die zollrechtliche Qualifikation\nals Arzneiware (E. 4b hiervor). Im vorliegenden Falle ist das Präparat nur\nin Apotheken erhältlich, was ein gewisses Indiz dafür liefert, dass es sich\nauch im zollrechtlichen Sinn um eine Arzneiware handelt. Der Hinweis der\nOZD, «Aktiferrin-F Suscaps» sei ohne ärztliches Rezept erhältlich, vermag\ndaran nichts zu ändern, ist die ärztliche Rezeptpflicht doch keineswegs\nVoraussetzung für die Einreihung eines Präparates unter die Tarif-Nr. 3003\noder 3004. Die OZD weist ergänzend darauf hin, dass mit den - für die Schweiz\nzwar nicht verbindlichen - Verordnungen der Kommission der Europäischen\nGemeinschaften (EG) Nr. 3931/88 vom 16. Dezember 1988 (Amtsblatt der\nEG Nr. L 348/15), Nr. 2061/89 vom 7. Juli 1989 (Amtsblatt der EG Nr. L 196/5)\nund Nr. 2802/95 vom 4. Dezember 1995 (Amtsblatt der EG Nr. L 291/5)\nvergleichbare Produkte als Ergänzungsnahrungsmittel der Tarif-Nr. 2106\nzugewiesen worden seien. Im Übrigen seien schweizerische Exporteure und Lohnhersteller bei der Ausfuhr\nin die Staaten der EG mit denselben Problemen konfrontiert (hohe\nEinfuhrabgaben, weil als Lebensmittel eingereiht). Deshalb bestehe aus dieser\nSicht keine Veranlassung, diese Erzeugnisse bei der Einfuhr in die Schweiz\nanders zu behandeln, als die von der Schweiz ausgeführten Erzeugnisse bei\nder Einfuhr in die EG behandelt würden. Es stellt sich somit die Frage nach\nder Verbindlichkeit der EG-Verordnungen über vergleichbare Produkte für\nden Nichtmitgliedstaat Schweiz. Diese Frage kann hier aber offen bleiben,\nist doch die in Rede stehende Ware - wie vorne gezeigt - auf Grund der im\nvorliegenden Fall anwendbaren Bestimmungen eindeutig der Tarif-Nr. 3004\n\n8\nzuzuordnen. Der Vollständigkeit halber sei aber darauf hingewiesen,\ndass der Europäische Gerichtshof (EuGH) am 15. Mai 1997 entschieden\nhat, dass Echinacea-Tropfen, die vorbeugend zum Schutz vor Erkältung\nin Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr eingenommen werden, um die\nWiderstandskraft gegen fieberhafte Erkältungskrankheiten zu erhöhen, nicht\nals Ergänzungslebensmittel, sondern als Erzeugnisse, die genau umschriebene\ntherapeutische und vor allem prophylaktische Eigenschaften aufweisen,\nder Tarif-Nr. 3004 zuzuordnen sind (Rs. C-405/95 i.S. Bioforce GmbH gegen\nOberfinanzdirektion München, Slg. 1997 I 2590). Am 10. Dezember 1998 hat\nder EuGH ferner entschieden, dass Vitamin C-Brausetabletten und Vitamin\nC-Kautabletten nicht als Ergänzungslebensmittel der Tarif-Nr. 2106 zu\nbetrachten seien, sondern als Arzneimittel der Tarif-Nr. 3004 (Rs. C-328/97\ni.S. Glob-Sped AG gegen Hauptzollamt Lörrach, Slg. 1998 I 8371).\nh. Aufgrund vorstehender Erwägungen ist zusammenfassend festzuhalten,\ndass «Aktiferrin-F Suscaps» das Kriterium der prophylaktischen und\ntherapeutischen Wirkung in Bezug auf eine klar bestimmte Krankheit erfüllt.\nDas strittige Produkt ist demnach, da es Folsäure (ein B-Vitamin) enthält, der\nTarif-Nr. 3004.5000 zuzuordnen, weshalb die Beschwerde gutzuheissen und\nder Entscheid der OZD vom 29. Juni 1998 aufzuheben ist.\n\n9\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 64.109 - Entscheid der Eidgenössischen Zollrekurskommission vom 19. Januar 2000\ni.S. M. AG [ZRK 1998-019]\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2000\nAnnée\nAnno\n\nBand 64\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. 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