{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-12-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-63-49--_1997-12-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004286.pdf?ID=150004286", "Checksum": "32b8e465d741a6be6ab1cce461852050"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.49 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 18.12.1997 JAAC 63.49 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 18.12.1997 JAAC 63.49 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 18.12.1997 JAAC 63.49 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:10", "Checksum": "3866d0efdc100dfafb113337f1ebc72a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 18.12.1997 JAAC 63.49 \r\n\n 10\nc.aa. Was die Grundprinzipien der Mehrwertsteuer anbetrifft, sind die\nBegriffe «Lieferung» und «Dienstleistung» nicht als Grundkonzepte zu\nbezeichnen. Die Unterscheidung zwischen diesen beiden Begriffen erklärt sich\ndurch geschichtliche Ursachen, die in keinem Zusammenhang mit irgend einer\nÜberlegung bezüglich übergeordneter, systemtragender Grundprinzipien\nstehen (Michael Messner, Der Gegenstand der Leistung im Umsatzsteuerrecht,\nDissertation, Frankfurt am Main 1992, S. 1 und 33; Popitz/Kloss/Grabower,\nUStG, 3. Aufl., Berlin 1928, S. 355; Günter Rau / Erich Dürrwächter / Hans\nFlick / Reinhold Geist, Kommentar zum Umsatzsteuergesetz, 7. Aufl., Köln\n1995, Bd. II, ad Art. 3 Rz. 22 und 28). In Deutschland wurden zuerst die\nLieferungen der Steuerpflicht unterstellt, bevor die Steuerpflicht auf die\nsonstigen Leistungen übertragen wurde. In Frankreich wurden zuerst\ndie Güter warenumsatzsteuerpflichtig erklärt und erst zu einem späteren\nZeitpunkt auch die Dienstleistungen (Philipe Deroin, La taxe sur la valeur\najoutée dans la Communauté économique européenne, Paris 1977, S. 69;\nPicard, op. cit., S. 110 ff.). Die Unterscheidung wurde ebenfalls aus praktischen\nGründen eingeführt, da die Fälligkeit des Steuersatzes und der Ort der\nLieferung bzw. Dienstleistung verschieden sein kann (Konrad Pflückebaum /\nHeinz Malitzky, Umsatzsteuergesetz, Köln, 1996, Bd. II/1, ad § 11 Nr. 15;\nRau/Dürrwächter/Flick/Geist, a. a. O., Bd. II, ad Art. 3 Rz. 29). Man kann\ngeschichtlichen und praktischen Gründen keine übergeordnete Tragweite\nbeimessen, besonders wenn in einer konkreten Gesetzgebung die Begriffe\nFälligkeit, Ort des Umsatzes und die Steuersätze nicht sehr verschieden\nsind. Die Notwendigkeit der Unterscheidung zwischen Lieferungen und\nDienstleistungen wird übrigens in Frage gestellt, indem sie sogar manchmal\nals überholt und überflüssig bezeichnet wird (Kurt Erich Bley, Tausch und\nUmtausch, Rücklieferung und Rückgabe im Umsatzsteuerrecht, Dissertation,\nKöln 1987, S. 7 und 9; Klaus Tipke, Steuergerechtigkeit, Köln 1981, S. 102).\nAls Grundbegriff gilt somit eher die «Leistung» (Klaus Tipke / Joachim\nLang, Steuerrecht, 14. Aufl., Köln 1994, S. 548). Wohl ist dieser Begriff nicht\nleicht zu definieren (Messner, a. a. O., S. 34 ff.) Es scheint somit logischer,\nden Begriff «Umsatz» oder noch besser denjenigen der «Tätigkeit» zu\nübernehmen, da der Anwendungsbereich der Mehrwertsteuer «sämtliche\nwirtschaftlichen Tätigkeiten» umfasst, und es sich dabei um den Grundbegriff\nder Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) handelt (zum\nBeispiel Urteil des EuGH vom 28. März 1996, C-468/93, Gemeente Emmen,\nZiff. 36 der Schlussfolgerungen des Generalanwalts, in: Droit fiscal 1996,\nNr. 27, S. 929; Urteil des EuGH vom 20. Juni 1991, C-60/90, Polysar Investments\nNetherlands, Slg. S. 3111; Urteil des EuGH vom 26. März 1987, C-235/85,\nKommission gegen die Niederlande, Slg. S. 1471 Rz. 7; siehe auch: Jean-Marc\nRivier, La fiscalité de l’entreprise [société anonyme], Lausanne 1994, S. 17).\nEs genügt somit festzustellen, dass die Unterscheidung heute nicht mehr so\ngrundlegend, sondern eher formeller als rechtlicher Natur ist, dies obwohl\ndiese Begriffe in Art. 41ter BV übernommen wurden.\nbb. Aufgrund der identischen Entstehung und Fälligkeit der Steuerpflicht\nerscheint die schweizerische Unterscheidung zwischen Lieferungen und\nDienstleistungen zumindest für die Inlandumsätze als überflüssig. Sie\nerzeugt viel weniger Probleme als in der europäischen Mehrwertsteuer.\nDie Unterscheidung zwischen Lieferung und Dienstleistungen wird nicht\ndurch ein übergeordnetes Prinzip der Mehrwertsteuer vorgeschrieben.\nMan sollte eine Wahl des Gesetzgebers (im weitesten Sinn) nicht in Frage\n\n"}