{"Signatur": "CH_VB_016", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-06-03", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_016_JAAC-59-35--_1994-06-03.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002633.pdf?ID=150002633", "Checksum": "93bbc80cabf4657d640e7cfd6d1092db"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.35 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 03.06.1994 JAAC 59.35 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006 03.06.1994 JAAC 59.35 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale 03.06.1994 JAAC 59.35 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de douanes, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia doganale"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:32", "Checksum": "748d68ba616c63062580bd35e3ac29bb", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Zollrekurskommission 03.06.1994 JAAC 59.35 \r\n\n JAAC 59.35\n\nVerfügung der Eidgenössischen Zollrekurskommission\nvom 3. Juni 1994\n\nDouanes. Droit d’être entendu (consultation du dossier).\nRefus de transmettre, dans le cadre d’une procédure de droit pénal\nadministratif, les pièces du dossier au domicile de l’avocat du\nrecourant notifié sous la forme d’une décision incidente au sens de\nl’art. 45 al. 2 PA. Incompétence de la Commission fédérale de recours en\nmatière de douanes.\n\nZollwesen. Rechtliches Gehör (Akteneinsichtsrecht).\nVerweigerung der Zustellung von Akten im Verwaltungsstrafverfahren\nans Domizil eines Anwalts durch Zwischenverfügung in Anwendung\ndes VwVG (Art. 45 Abs. 2). Unzuständigkeit der Eidgenössischen\nZollrekurskommission.\n\nDogane. Diritto di essere sentito (diritto di esaminare gli atti).\nRifiuto di trasmettere, nel contesto di una procedura di diritto penale\namministrativo, atti al domicilio del rappresentante legale del\nricorrente mediante decisione incidentale in applicazione della PA\n(art. 45 cpv. 2). Incompetenza della Commissione federale di ricorso in\nmateria doganale.\n\n1\nSachverhalt\n\nA. Im Jahre 1990 liess E.S. beim Zollamt Luzern vier gebrauchte\nPersonenwagen zur Einfuhr in die Schweiz abfertigen. Bei der Überprüfung\nder Begleitpapiere schöpfte das Zollamt den Verdacht, dass fiktive Rechnungen\nverwendet worden seien, beziehungsweise Falschdeklarationen des\nImporteurs vorliegen könnten. In der Folge wurde gegen E.S. eine bis zum\nheutigen Tage noch nicht abgeschlossene Strafuntersuchung eingeleitet.\nDiese wird durch den Untersuchungsdienst der Zollkreisdirektion Basel (ZKD)\ngeführt.\nMit Schreiben vom 4. August 1993 an den Untersuchungsdienst der ZKD\nersuchte der Vertreter von E.S. um Einsicht in die Akten des laufenden\nVerwaltungsstrafverfahrens. Infolge diverser Untersuchungshandlungen\n(Einvernahme, Hausdurchsuchung, Beschlagnahme) gelangte der Anwalt\nam 26. August 1993 erneut mit dem Begehren um Akteneinsicht an\nden Untersuchungsdienst. Mit Brief vom 8. September 1993 gab der\nUntersuchungsdienst der ZKD dem Begehren um Einsicht in die Strafakten\nstatt, «obwohl die Untersuchung längst noch nicht abgeschlossen ist».\nEine Zustellung der Akten allerdings kam für die ZKD angesichts des\nDossierumfanges nicht in Frage. Nach einem weiteren Schriftenwechsel\nverlangte der Vertreter von E.S. mit Zuschrift vom 10. November 1993 dennoch\ndie Zustellung der Akten in seine Anwaltskanzlei.\nB. In der Form einer Zwischenverfügung gemäss Art. 45 VwVG hielt der Chef\ndes Untersuchungsdienstes der ZKD fest, die Akteneinsicht habe am Sitz der\nverfügenden oder einer durch diese zu bezeichnenden kantonalen Behörde zu\nerfolgen. Als Rechtsmittelbelehrung wurde angefügt, diese Verfügung könne\ninnert 10 Tagen bei der Eidgenössischen Oberzolldirektion (OZD) angefochten\nwerden.\nMit Eingabe vom 20. Dezember 1993 liess E.S. gegen die Zwischenverfügung\nBeschwerde erheben, mit dem Begehren, die Verfügung vom 6. Dezember 1993\nsei aufzuheben und es sei festzuhalten, dass die Akten dem Verteidiger zur\nkorrekten Vorbereitung der Verteidigung während einer angemessenen Frist\nzuzustellen seien.\nC. Mit Entscheid vom 25. Februar 1994 wies die OZD die Beschwerde ab\nund hielt fest, dagegen könne innert 10 Tagen bei der Eidgenössischen\nZollrekurskommission Beschwerde geführt werden.\nMit Eingabe vom 10. März 1994 liess E.S. gegen diesen Entscheid bei der\nEidgenössischen Zollrekurskommission Beschwerde erheben. Er beantragte,\nsowohl der Beschwerdeentscheid der OZD als auch die Verfügung der ZKD\nseien vollumfänglich und vorbehaltlos aufzuheben; zudem seien dem\n\n2\nVerteidiger die Akten zur korrekten Vorbereitung der Verteidigung während\neiner angemessenen Frist zuzustellen. Als Begründung wurde insbesondere\neine Verletzung von Art. 6 § 3 Bst. b EMRK und Art. 4 BV ins Feld geführt.\n\nErwägungen\n\n"}