{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-05-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-65-105--_2001-05-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004949.pdf?ID=150004949", "Checksum": "5b1fa4067192452bbeddbb6822b11476"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 65.105 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 31.05.2001 JAAC 65.105 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 31.05.2001 JAAC 65.105 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 31.05.2001 JAAC 65.105 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:08", "Checksum": "d9e91c5f1e09609e75560818f4b07e1d", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 31.05.2001 JAAC 65.105 \r\n\n 7\nSteuerbefreiungsvorschriften zu subsumieren sind. Die Praxis der ESTV\n(Merkblatt Nr. 13, Ziff. 2 Bst. d) verstösst im vorliegend zu beurteilenden Fall\ngegen den Wortlaut der Mehrwertsteuerverordnung und der Verfassung.\nb. Die Verfassungsbestimmung (Art. 196 Ziff. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 BV;\nArt. 8 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 UeB aBV) «zählt die Umsätze auf, wofür zwecks\nVerwirklichung des Bestimmungslandprinzips die sogenannte echte\nSteuerbefreiung gewährt wird ... Darunter fallen folgende Umsätze: Ziff. 1: Die\nAusfuhr von Gegenständen und die ins Ausland erbrachten Dienstleistungen.\nDarunter fallen ... Dienstleistungen, die an Leistungsempfänger im Ausland\nzur Auswertung oder Benützung im Ausland erbracht werden» (AB 1993 N 334,\nBerichterstatter Matthey,; zum Bestimmungslandprinzip vgl. auch S. 330). An\nkeiner Stelle der gesamten parlamentarischen Beratungen zur Finanzordnung\nim Jahre 1993 hat diese Forderung nach echter Steuerbefreiung der ins\nAusland erbrachten Dienstleistungen Vorbehalte oder Einschränkungen\nerfahren. Es entspricht somit dem Willen des Verfassungsgebers, die\nDienstleistungserbringung ins Ausland zur dortigen Benützung oder\nAuswertung von der Steuer echt zu befreien. Der Bundesrat hat diesen\nVerfassungsauftrag in Art. 15 Abs. 2 Bst. l MWSTV umgesetzt.\nDie historische Auslegung spricht für eine Steuerbefreiung der vorliegenden\nFlugsicherungsleistungen über französischem Staatsgebiet, jedenfalls nicht\ndagegen.\nc. Gleicherweise spricht eine teleologische Auslegung von Art. 196\nZiff. 14 Abs. 1 Bst. a Ziff. 1 BV (Art. 8 Abs. 2 Bst. a Ziff. 1 UeB aBV) und von\nArt. 15 Abs. 2 Bst. l MWSTV für eine echte Steuerbefreiung der vorliegenden\nFlugsicherungsleistungen. Denn Sinn und Zweck der echten Steuerbefreiung\nvon Dienstleistungen, die ins Ausland erbracht werden, ist nach dem Willen\ndes Verfassungsgebers die Verwirklichung des Bestimmungslandprinzips (E.\nb hiervor). Die fragliche Praxis der ESTV schränkt diesen übergeordneten\nGrundsatz jedoch ein.\nd. Die ESTV beruft sich in erster Linie auf Art. 9 der Sechsten Richtlinie\ndes Rates der Europäischen Gemeinschaften zur Harmonisierung der\nRechtsvorschriften der Mitgliedstaaten über die Umsatzsteuern vom 17. Mai\n1977 (6. EU-Richtlinie; 77/388/EWG). Sie hält dafür, die Richtlinienbestimmung\ndiene als Interpretationshilfe zur Auslegung der UeB aBV und der MWSTV.\nDie 6. EU-Richtlinie berücksichtige das Bestimmungslandprinzip nicht\ndurch einen nachträglichen Befreiungstatbestand, sondern durch Schaffung\neines speziellen Ortes für gewisse Dienstleistungen. Der Bundesrat habe\nnicht bewusst eine andere Regelung angestrebt. Es sei fraglich, ob es\ndem Willen des Verordnungsgebers insgesamt entsprach, über Nutzen\nund Auslegung materiell zur 6. EU-Richtlinie divergierende Lösungen zu\nprovozieren, mit dem Risiko, dass bei grenzüberschreitenden Dienstleistungen\nBesteuerungslücken oder Doppelbesteuerungen aufträten. Nur eine\neurokompatible Auslegung von Nutzen und Auswertung entspreche Sinn\nund Zweck von Art. 15 Abs. 2 Bst. l MWSTV.\naa. Der Bundesrat hat mit der - von Art. 9 der 6. EU-Richtlinie\nabweichenden - Regelung des Ortes (Art. 12 MWSTV) in Kombination mit\nArt. 15 Abs. 2 Bst. l MWSTV eine generelle und umfassende Steuerbefreiung\nvon Dienstleistungen statuiert, die ins Ausland erbracht und dort genutzt oder\nausgewertet werden. Damit hat er in der Tat eine Lösung gewählt, die von\n\n"}