{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2000-01-05", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-64-83--_2000-01-05.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004877.pdf?ID=150004877", "Checksum": "2bb85a5dc1f6177249e94c80f99cd321"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.83 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 05.01.2000 JAAC 64.83 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 05.01.2000 JAAC 64.83 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 05.01.2000 JAAC 64.83 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:17", "Checksum": "6410759124b80c7d50a5848a0d6ad9f7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 05.01.2000 JAAC 64.83 \r\n\n 3\ndieser Vorschrift die ordnungsgemässe Erhebung der Mehrwertsteuer und\ndamit das Steuersystem als solches gefährdet (vgl. die Entscheide der SRK vom\n2. Oktober 1997 i.S. M., publiziert in VPB 62.46 S. 400, sowie vom 25. August\n1998 i.S. S., publiziert in VPB 63.27 E. 3a S. 248).\n3.a. Die Vorschriften der Mehrwertsteuerverordnung über die\nErmessenseinschätzung (Art. 48 MWSTV) stützen sich direkt auf Art. 196\nZiff. 14 Satz 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft\nvom 18. April 1999 (BV, SR 101) bzw. Art. 8 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen\nzur alten Bundesverfassung vom 29. Mai 1874 (UeB aBV, AS 1994 258).\nDiese Verfassungsnorm begründet mangels weiterer Vorgaben einen sehr\nweiten Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers mit Bezug auf die\nErmessenseinschätzung (vgl. Entscheid der SRK vom 11. Juli 1996 i.S. T\n[SRK 1995-023], E. 4b). Nach Art. 48 MWSTV und der dazu ergangenen\nRechtsprechung muss die ESTV eine Schätzung nach pflichtgemässem\nErmessen vornehmen, wenn keine oder nur unvollständige Aufzeichnungen\nvorliegen bzw. die ausgewiesenen Ergebnisse gemäss Buchhaltung oder\nMehrwertsteuerabrechnungen mit dem wirklichen Sachverhalt offensichtlich\nnicht übereinstimmen (vgl. BGE 105 Ib 182 ff. mit Hinweisen; Archiv für\nSchweizerisches Abgaberecht [ASA] 61 819, 61 532 f., 59 563). Dabei hat die\nVerwaltung diejenige Schätzungsmethode zu wählen, die den individuellen\nVerhältnissen im Betrieb des Steuerpflichtigen soweit als möglich Rechnung\nträgt, auf plausiblen Angaben beruht und deren Ergebnis der wirklichen\nSituation möglichst nahe kommt (ASA 61 819, 52 238). In Betracht fallen\neinerseits Methoden, die auf eine Ergänzung oder Rekonstruktion der\nungenügenden Buchhaltung hinauslaufen, andererseits Umsatzschätzungen\naufgrund unbestrittener Teil-Rechnungsergeb­nissen in Verbindung mit\nErfahrungssätzen (ASA 63 239, 52 238). Diese Rechtsprechung betreffend\ndie Warenumsatzsteuer hat die ESTV für ihre Praxis beim Vollzug der\nMehrwertsteuer übernommen (vgl. VPB 63.27 E. 4b S. 250).\nb. Bei Vorliegen der Voraussetzungen kann eine Schätzung durch die\nVerwaltung entweder nach vorangehender Kontrolle des Betriebes des\nSteuerpflichtigen (insbesondere der Geschäftsbücher; so genannte «externe\nSchätzung») oder ohne eine derartige Kontrolle vor Ort vorgenommen\nwerden (so genannte «interne Schätzung»). Die interne Schätzung wird\nvor allem dann Anwendung finden, wenn der Steuerpflichtige seiner\nAufzeichnungs- und Abrechnungspflicht nicht nachgekommen ist bzw. er\nnicht einmal rudimentäre geschäftliche Aufzeichnungen vorweisen kann.\nObwohl Art. 48 MWSTV keine Unterscheidung zwischen einer Schätzung\nmit einer vorhergehenden Kontrolle und einer Schätzung ohne vorgängige\nKontrolle vornimmt, ist die diesbezügliche Praxis der Verwaltung nicht zu\nbeanstanden. Zur Durchsetzung der Zahlungen des Steuerpflichtigen muss die\nVerwaltung über ein Mittel verfügen, um den Steuerbetrag festzusetzen, falls\nder Steuerpflichtige seiner Abrechnungspflicht nicht oder nur ungenügend\nnachkommt. In diesem Fall ist zur Festsetzung des Steuerbetrages die\nSchätzung des geschuldeten Betrages unumgänglich. Die Methode der\ninternen Schätzung ist zur Ermittlung des Steuerbetrages als sachgerecht,\nangemessen, praktikabel sowie als mit Art. 9 und 29 Abs. 1 BV bzw. Art. 4\naBV vereinbar anzusehen und deshalb vom Richter nicht zu beanstanden\n\n"}