{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2000-02-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-64-79--_2000-02-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004862.pdf?ID=150004862", "Checksum": "9168b616bd65fcce1747d41f19ad325f"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.79 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 22.02.2000 JAAC 64.79 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 22.02.2000 JAAC 64.79 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 22.02.2000 JAAC 64.79 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:22", "Checksum": "8be471fc15eec7e61cf4e56f99966122", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 22.02.2000 JAAC 64.79 \r\n\n 5\ndass der Ausdruck «Einkommen aus beweglichem Kapitalvermögen»\nsowohl Dividenden wie das sonstige Einkommen aus beweglichem\nKapitalvermögen umfasst. Der Ausdruck «Dividende» bedeutet Einkünfte\naus Aktien, Genussaktien oder Genussscheinen, Gründeranteilen oder\nanderen Gesellschaftsanteilen in Wert­papierform sowie Einkünfte aus\nAnteilen an Gesellschaften mit beschränkter Haftung und Genossenschaften\n(Schlussprotokoll zu Art. 9 DBA-NL Abs. 1 Bst. a). Aus Art. 9 Abs. 1 DBA-NL\nergibt sich demnach grundsätzlich, dass die Befugnis der Vertragsstaaten\nzur Quellenbesteuerung nicht dadurch beschränkt wird, dass solche\nEinkünfte durch das Abkommen ausschliesslich dem Wohnsitzstaat des\nEmpfängers zur Besteuerung zugewiesen werden (Irene Blumenstein,\nDas Doppelbesteuerungsabkommen der Schweiz mit dem Königreich\nder Niederlande, in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 21\nS. 172). Fraglich kann demnach nur sein, ob der Liquidationserlös als\n«Dividende» im Sinne des DBA-NL zu gelten hat. Art. 9 DBA-NL ist demnach\nauszulegen. Gemäss bundesgerichtlicher Rechtsprechung ist für die Auslegung\nvon Doppelbesteuerungsabkommen, wenn diese nicht selber besondere\nAuslegungsregeln (Definitionen) enthalten oder subsidiär auf die Bedeutung\nder verwendeten Begriffe in der lex fori verweisen, der Wortlaut massgebend,\nwie ihn die Parteien nach dem Vertrauensprinzip im Hinblick auf den\nVertragszweck verstehen durften, solange sich der Entstehungsgeschichte\nnicht ein abweichender wirklicher Vertragswille der Parteien entnehmen lässt\n(BGE 116 Ib 221 E. 3a). Für die Auslegung von Doppelbesteuerungsabkommen\nsind sodann die Art. 31-33 des Wiener Übereinkommens vom 23. Mai 1969\nüber das Recht der Verträge (Vertragsrechtskonvention [VRK], SR 0.101.111)\nvon Bedeutung (vgl. 110 Ib 291 E. 4). Daran vermag nichts zu ändern,\ndass die Vertragsrechtskonvention für die Schweiz erst am 6. Juni 1990\nin Kraft getreten ist. Denn bei den Interpretationsregeln der Konvention\nhandelt es sich lediglich um eine Kodifikation völkergewohnheitsrechtlicher\nGrundsätze (Peter Locher, Einführung in das internationale Steuerrecht\nder Schweiz, Bern 1996, S. 92; vgl. Robert Waldburger, Die Auslegung von\nDoppelbesteuerungsabkommen in der Recht­sprechung des Schweizerischen\nBundesgerichts, in: Lang/Mössner/Waldbur­ger, Die Auslegung von\nDoppelbesteuerungsabkommen in der Rechtsprechung der Höchstgerichte\nDeutschlands, der Schweiz und Österreichs, Wien 1998, S. 54 f.). Dabei ergeben\nsich zwischen der Auslegungsmethode des Bundesgerichts und den Regeln\nder Vertragsrechtskonvention insbesondere Differenzierungen bezüglich der\nHeranziehung der Entstehungsgeschichte, die als dem grammatikalischen,\nsystematischen und teleologischen Auslegungselement gleichwertiger\nGesichtspunkt in der Konvention bewusst nicht vorgesehen ist (Art. 32\nVRK; Locher, a.a.O., S. 94). Im vorliegenden Fall braucht jedoch auf diese\nunterschiedliche Gewichtung der einzelnen Auslegungselemente nicht weiter\neingegangen zu werden. Denn bereits auf Grund der grammatikalischen\nAuslegung ist erstellt, dass der Ertrag von Aktien an der Quelle besteuert\nwerden kann. Sodann ergibt eine Auslegung von Art. 9 DBA-NL nach dem\nVertrauensprinzip im Hinblick auf die Tragweite, welche die Niederlande und\ndie Schweiz dem Begriff «Dividende» zu Grunde legen, dass darunter auch\nLiquidationserlöse zu subsumieren sind. Nach niederländischer Auffassung\ngilt der den Nennwert des einbezahlten Aktienkapitals übersteigende\nLiquidationserlös als «Dividende» (W. Dirksen, Publications du bureau\ninternational de documentation fiscale, No. 22 Convention entre les Pays-Bas\n\n"}