{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1999-10-12", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-64-48--_1999-10-12.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004760.pdf?ID=150004760", "Checksum": "8a4fbade5155401777a208878be5284a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:58", "Checksum": "0021c5de544df7a1afd354de576dc14b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 12.10.1999 JAAC 64.48 \r\n\n 7\nwerden. Einschreiten darf dieser nur, wenn der Verordnungsgeber die ihm\neingeräumte Kompetenz überschritten hat, wobei das Gericht auch den\nUmfang dieser Kompetenz zu ermitteln hat (BGE 123 II 299).\nd. Im Übrigen überprüft die SRK die gestützt auf die\nMehrwertsteuerverordnung erlassenen Ausführungsverordnungen\ndes Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD) sowie die Auslegung der\nMehrwertsteuerverordnung durch die ESTV (z.B. Wegleitung, Broschüren und\nMerkblätter) frei. Sie orientiert sich dabei an den gleichen sachbezogenen\nVorgaben der Verfassung wie bei der Überprüfung der Verfassungsmässigkeit\nder Mehrwertsteuerverordnung (vgl. BGE 123 II 299 E. 3b).\n4.a. Der Bundesrat erlässt gemäss Art. 8 Abs. 1 UeB BV - abweichend von\nArt. 41ter Abs. 6 BV - die Ausführungsbestimmungen für die Mehrwertsteuer\nim Sinne von Art. 41ter Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 BV, die bis zum Inkrafttreten des\nMehrwertsteuergesetzes gelten sollen. Art. 8 Abs. 2 UeB BV enthält sodann die\nfür die Ausführungsbestimmungen geltenden Grundsätze (vgl. BGE 123 II 390;\nArchiv für Schweizerisches Abgaberecht [ASA] 67 S. 81).\nb.aa. (Wortlaut von Art. 22 MWSTV, Ende der Steuerpflicht)\nbb. (Wortlaut von Art. 45 MWSTV, An- und Abmeldung als Steuerpflichtiger)\nc.aa. Die Veranlagung und Entrichtung der Mehrwertsteuer erfolgt nach\ndem Selbstveranlagungsprinzip (Art. 37 f. MWSTV; vgl. Ernst Blumenstein /\nPeter Locher, System des Steuerrechts, 5. Aufl.age, Zürich 1995, S. 384 f.). Dies\nbedeutet unter anderem, dass der Steuerpflichtige selbst zu prüfen hat, ob\nbei ihm die Voraussetzungen der subjektiven Steuerpflicht gegeben sind (vgl.\nCamenzind / Honauer, a.a.O., S. 277 Rz. 1023).\nbb. Die Vorschriften der Mehrwertsteuerverordnung über das Ende der\nSteuerpflicht sowie über die Annahme einer Optierung für die Steuerpflicht\nbei nicht (rechtzeitig) erfolgter schriftlicher Abmeldung stützen sich direkt\nauf Art. 8 Abs. 1 UeB BV. Diese Verfassungsnorm begründet mangels weiterer\nVorgaben einen sehr weiten Gestaltungsspielraum des Verordnungsgebers mit\nBezug auf das Ende der Steuerpflicht. Art. 8 Abs. 2 Bst. d Ziff. 1 UeB BV sieht\nvor, dass ein Unternehmen mit einem jährlichen steuerbaren Gesamtumsatz\nvon nicht mehr als Fr. 75 000.- von der Steuerpflicht ausgenommen ist. Nähere\n(technische) Bestimmungen über den Zeitpunkt des Endes der Steuerpflicht,\ninsbesondere die Details über die Abmeldung als Steuerpflichtiger,\nsowie über die Rechtsfolgen bei einer unterlassenen Abmeldung für den\nSteuerpflichtigen (insbesondere wenn die Umsatzlimite während der\nlaufenden Geschäftstätigkeit nicht mehr erreicht wird), lassen sich der\nverfassungsrechtlichen Vorgabe nicht entnehmen.\ncc. Die hier zur Diskussion stehenden Bestimmungen von Art. 45 Abs. 2 und\n3 MWSTV, wonach ein Unternehmer, der die massgebliche Umsatzgrenze\nfür die Steuerpflicht nicht mehr erreicht, wenn er sich bei der Verwaltung\nnicht schriftlich als Steuerpflichtiger abmeldet «automatisch» für die\nSteuerpflicht optiert, womit er weiterhin steuerpflichtig bleibt, sind im\nRahmen einer konkreten Normenkontrolle unter verfassungsrechtlichen\nGesichtspunkten nicht zu beanstanden. Eine Verletzung eines übergeordneten,\nsystemtragenden Grundprinzips wie etwa des Verbrauchsteuer- und\ndamit des Überwälzbarkeitsprinzips (Vermeidung von Doppel- und\nNichtbesteuerung), des Bestimmungslandprinzips, usw., durch die hier\n\n"}