{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1999-10-12", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-64-48--_1999-10-12.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004760.pdf?ID=150004760", "Checksum": "8a4fbade5155401777a208878be5284a"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 64.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 12.10.1999 JAAC 64.48 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:25:58", "Checksum": "0021c5de544df7a1afd354de576dc14b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 12.10.1999 JAAC 64.48 \r\n\n 6\nbesonders mit den Grundrechtsgarantien, kollidiert, soweit die ermächtigende\nVerfassungsnorm nicht selbst Abweichungen anordnet oder bewusst in Kauf\nnimmt (BGE 123 II 22 f., BGE 123 II 298).\nb. Laut Art. 41ter Abs. 1 Bst. a BV kann der Bund eine Umsatzsteuer\n(Mehrwertsteuer) erheben. Diese kann in Form einer Umsatzsteuer mit\nVorsteuerabzug auf den Lieferungen von Gegenständen, auf Dienstleistungen\nsowie auf Einfuhren erhoben werden (Art. 41ter Abs. 3 BV). Die schweizerische\nMehrwertsteuer ist nach dem Modell einer allgemeinen Konsum- oder\nVerbrauchsteuer ausgestaltet (BGE 123 II 301; Daniel Riedo, Vom Wesen der\nMehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer und von den entsprechenden\nWirkungen auf das schweizerische Recht, Bern 1999, S. 13 Rz. 3.2; Ernst\nHöhn / Klaus A. Vallender, Kommentar BV, Art. 41ter , Rz. 11, 33; Markus\nReich, Grundzüge der Mehrwertsteuerordnung in der Schweiz und in\nder EU, in Der Schweizer Treuhänder [ST] 5/95, S. 329 ff.; vgl. auch AB\n1993 N 329 f.). Eine solche Steuer erfasst den Konsum von Waren und\nDienstleistungen grundsätzlich umfassend. Allerdings werden die Verbraucher\naus Praktikabilitätsgründen nicht direkt besteuert. Der Fiskus hält sich\nvielmehr an den Unternehmer, der die steuerbaren Umsätze erzielt. Die\nUnternehmer entlasten sich von der ihnen überwälzten Steuer mit dem\nVorsteuerabzug und belasten die von ihnen abgelieferte Steuer ihren\nAbnehmern über den Preis bis schliesslich der Endverbraucher die\ngesamte Steuerlast zu tragen hat. Aus der Eigenschaft der schweizerischen\nMehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer sind daher übergeordnete,\nsystemtragende Grundprinzipien wie etwa das Verbrauchsteuer- und\ndamit das Überwälzbarkeitsprinzip, der Grundsatz der Allgemeinheit\nder Mehrwertsteuer, der Steuerneutralitätsgrundsatz, der Grundsatz der\neinmaligen Besteuerung (Vermeidung von Doppel- und Nichtbesteuerung)\noder das Bestimmungslandprinzip abzuleiten (vgl. Reich, a.a.O., S. 330;\nAlois Camenzind / Niklaus Honauer, Handbuch zur neuen Mehrwertsteuer,\nBern 1995, S. 22 Rz. 6). Hierbei handelt es sich nach der Rechtsprechung\nder SRK um jene Grundsätze, die einer Prüfung der Vereinbarkeit der\nMehrwertsteuerverordnung mit Art. 41ter BV zugrunde zu legen sind\n(entsprechende Textstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal 2/96,\nS. 50 ff.; vgl. auch BGE 123 II 301 f.). Einer verfassungskonformen (Art. 41ter\nBV) Auslegung dienen gemäss Rechtsprechung der SRK auch allfällige\nMaximen des europäischen Umsatzsteuerrechts (ausführlich: entsprechende\nTextstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal 2/96, S. 52 f.; vgl. BGE\n124 II 203 f. E. 6a).\nc. Zu beachten ist, dass der Richter den dem Verordnungsgeber in Art. 8\nUeB BV übertragenen Entscheidungsspielraum nicht durch eigene\nOrdnungsvorstellungen schmälern darf. Er hat sich vielmehr auf die\nPrüfung der Verfassungsmässigkeit der in Frage stehenden Regelung\nzu beschränken. Eine vom Bundesrat getroffene Lösung, die sich im\nRahmen des ihm zustehenden Ermessens hält, die in der Verfassung\nenthaltenen mehrwertsteuerlichen Grundsätze beachtet und die weiteren\nVerfassungsrechte respektiert, darf deshalb durch den Richter nicht korrigiert\n\n"}