{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-09-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-63-75--_1998-09-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004373.pdf?ID=150004373", "Checksum": "9bdadbd7369c8c54614eec0150ac6275"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.75 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 25.09.1998 JAAC 63.75 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 25.09.1998 JAAC 63.75 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 25.09.1998 JAAC 63.75 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:28", "Checksum": "ed444cdf52f26454b999dc70e1244a1e", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 25.09.1998 JAAC 63.75 \r\n\n 6\n(Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften 1977 Nr. L 145/9, im folgenden:\n6. Richtlinie) sind die Erziehung von Kindern und Jugendlichen, der Schuloder Hochschulunterricht, die Ausbildung, die Fortbildung oder die berufliche\nUmschulung sowie die damit eng verbundenen Dienstleistungen und\nLieferungen von Gegenständen durch Einrichtungen des öffentlichen Rechts,\ndie mit solchen Aufgaben betraut sind oder andere Einrichtungen mit von dem\nbetreffenden Mitgliedstaat anerkannter vergleichbarer Zielsetzung, unecht\nvon der Steuer zu befreien. Soweit ersichtlich liegt keine Rechtsprechung\ndes Europäischen Gerichtshofs dahingehend vor, dass gastgewerbliche und\nBeherbergungsleistungen als eng verbundene Dienstleistungen im Sinne\ndieser Vorschrift in der Steuerbefreiung mit einbegriffen sind.\nSelbst wenn die genannte Befreiungsvorschrift der 6. Richtlinie eine Maxime\ndes europäischen Umsatzsteuerrechts darstellen würde (E. 2b hiervor) und\nso auszulegen wäre wie die Beschwerdeführerin dafürhält, könnte diese\nnichts für ihren Standpunkt ableiten. Denn dem Verordnungsgeber ist nicht\nverwehrt, eine vom Gemeinschaftsrecht der EU abweichende Regelung zu\ntreffen, wenn er sich hierfür von sachlichen Gründen leiten lässt (BGE 124 II\n204 E. 6a). Sachliche Gründe für eine Ablehnung der zitierten EU-Regelung\nwären unzweifelhaft vorhanden.\nDer Grundsatz der Allgemeinheit der Mehrwertsteuer fliesst sowohl aus\nArt. 41ter BV (E. 2b hiervor) als auch aus Art. 4 BV (vgl. BGE 116 Ia 324, 114\nIa 323). Die schweizerische Mehrwertsteuer orientiert sich - wie bereits\nerwähnt - am Modell einer allgemeinen Verbrauchssteuer, d. h. der Konsum\nvon Lieferungen und Dienstleistungen soll umfassend besteuert werden.\nNach der konstanten Rechtsprechung der Eidg. Steuerrekurskommission\nkommt dem Allgemeinheitsgrundsatz im Mehrwertsteuerrecht eine\nbesonders zu gewichtende Bedeutung zu (vgl. zuletzt Entscheid der\nEidg. Steuerrekurskommission vom 27. Februar 1998 [SRK 68/96], in:\nMWST-Journal 2/98, S. 69). Einschränkungen des Steuerobjekts sowie des\nSteuersubjekts dürfen daher nur mit grosser Zurückhaltung angenommen\nwerden. Steuerbefreiungen sind restriktiv zu handhaben (ausführlich\nEntscheid der Eidg. Steuerrekurskommission vom 4. Februar 1997 [SRK\n13/96], in: MWST-Journal 4/97, S. 194 f.; vgl. auch BGE 124 II 202 oder BGE\nvom 10. Juni 1998, in: Steuer Revue [StR], S. 527 E. 6a). Insofern ist der\nzumindest formell vom Recht der EU abweichende 2. Halbsatz von Art. 14\nZiff. 9 MWSTV, der die grundsätzlich steuerpflichtigen gastgewerblichen\nund Beherbergungsleistungen nicht zu den entlastungswürdigen\nAusbildungsleistungen zählt, durchaus gerechtfertigt.\nSodann knüpft der schweizerische Verordnungsgeber die fragliche\nSteuerbefreiung - anders als das europäische Recht - in absolut\nsystemgerechter Weise nicht an das Subjekt (z.B. Einrichtungen\ndes öffentlichen Rechts), sondern an das Objekt, und er verhindert\ndadurch allfällige Wettbewerbsverzerrungen (vgl. ausführlich hierzu:\nunveröffentlichten Entscheid der Eidg. Steuerrekurskommission vom 25. Juni\n1998 [SRK 72/97], E. 4b/bb). Auch unter diesem Gesichtspunkt findet die vom\neuropäischen Recht abweichende Regelung ihre Rechtfertigung.\n\n"}