{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-06-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-63-25--_1998-06-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004208.pdf?ID=150004208", "Checksum": "ced9ec2ad65708bef401322ccb08a5f5"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.25 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 10.06.1998 JAAC 63.25 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 10.06.1998 JAAC 63.25 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 10.06.1998 JAAC 63.25 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:56", "Checksum": "40cadb341990f037969cfa39d742a60c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 10.06.1998 JAAC 63.25 \r\n\n 5\nDurch das Verfahren vor der SRK wäre daher ein Mangel, wie ihn die\nBeschwerdeführerinnen behaupten, geheilt. Dieses Vorbringen ist daher\nals unbegründet abzuweisen.\n2.a. (Die Mehrwertsteuerverordnung ist eine selbständige, das heisst direkt\nauf der Verfassung beruhende Verordnung des Bundesrates, welche sich auf\nArt. 8 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen der Bundesverfassung [UeB BV]\nabstützt, und stellt gesetzesvertretendes Recht dar, bis der ordentliche\nGesetzgeber das Mehrwertsteuerrecht geregelt hat, vgl. VPB 62.82 E 2a/aa)\nb. Laut Art. 41ter Abs. 1 Bst. a BV kann der Bund eine Umsatzsteuer\n(Mehrwertsteuer) erheben. Diese kann in Form einer Umsatzsteuer mit\nVorsteuerabzug auf den Lieferungen von Gegenständen, auf Dienstleistungen\nsowie auf Einfuhren erhoben werden (Art. 41ter Abs. 3 BV). Die schweizerische\nMehrwertsteuer ist nach dem Modell einer allgemeinen Konsum- oder\nVerbrauchsteuer ausgestaltet (BGE 123 II 301, Ernst Höhn / Klaus A. Vallender,\nKommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft\nvom 29. Mai 1874 [Kommentar BV], Basel/Zürich/Bern, Art. 41ter , Rz. 11,\n33; Markus Reich, Grundzüge der Mehrwertsteuerordnung in der Schweiz\nund in der EU, Der Schweizer Treuhänder [ST] 5/95, S. 329 ff., vgl. auch\nAB NR 1993 329 f.). Eine solche Steuer erfasst den Konsum von Waren\nund Dienstleistungen grundsätzlich umfassend. Allerdings werden die\nVerbraucher aus Praktikabilitätsgründen nicht direkt besteuert. Der Fiskus\nhält sich vielmehr an den Unternehmer, der die steuerbaren Umsätze\nerzielt. Die Unternehmer entlasten sich von der ihnen überwälzten Steuer\nmit dem Vorsteuerabzug und belasten die von ihnen abgelieferte Steuer\nihren Abnehmern über den Preis bis schliesslich der Endverbraucher die\ngesamte Steuerlast zu tragen hat. Aus der Eigenschaft der schweizerischen\nMehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchsteuer sind daher übergeordnete,\nsystemtragende Grundprinzipien wie etwa das Verbrauchsteuer- und\ndamit das Überwälzbarkeitsprinzip, der Grundsatz der Allgemeinheit\nder Mehrwertsteuer, der Steuerneutralitätsgrundsatz, der Grundsatz der\neinmaligen Besteuerung (Vermeidung von Doppel- und Nichtbesteuerung)\noder das Bestimmungslandprinzip abzuleiten (vgl. Reich, a.a.O., S. 330;\nAlois Camenzind / Niklaus Honauer, Handbuch zur neuen Mehrwertsteuer,\nBern 1995, S. 22 Rz. 6). Hierbei handelt es sich nach der Rechtsprechung\nder SRK um jene Grundsätze, die einer Prüfung der Vereinbarkeit der\nMehrwertsteuerverordnung mit Art. 41ter BV zugrunde zu legen sind\n(entsprechende Textstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal 2/96,\nS. 50 ff., vgl. auch BGE 123 II 301 f.). Einer verfassungskonformen (Art. 41ter\nBV) Auslegung dienen gemäss Rechtsprechung der SRK auch allfällige\nMaximen des europäischen Umsatzsteuerrechts (ausführlich: Entsprechende\nTextstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal 2/96, S. 52 f.; vgl. auch\nden noch unveröffentlichten Entscheid des Bundesgerichts vom 19. März 1998\n[2A.582/1996], E. 6a).\nc. Zu beachten ist, dass der Richter den dem Verordnungsgeber in Art. 8\nUeB BV übertragenen Entscheidungsspielraum nicht durch eigene\nOrdnungsvorschriften schmälern darf. Er hat sich vielmehr auf die\nPrüfung der Verfassungsmässigkeit der in Frage stehenden Regelung\nzu beschränken. Eine vom Bundesrat getroffene Lösung, die sich im\nRahmen des ihm zustehenden Ermessens hält, die in der Verfassung\nenthaltenen mehrwertsteuerlichen Grundsätze beachtet und die weiteren\n\n"}