{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-04-09", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-63-24--_1998-04-09.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004205.pdf?ID=150004205", "Checksum": "7739f34cf472704c02a60ba9be120706"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.24 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:47", "Checksum": "202edd0fa5300068804dce0e15864472", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 09.04.1998 JAAC 63.24 \r\n\n 8\nParis 1993, S. 87 f. und S. 178 f.). Im deutschen Recht besteht eine derartige\nRegelung für die Lieferung von Waren (deutsches Umsatzsteuergesetz, § 3\nAbs. 3 in Verbindung mit. § 3 Abs. 11), jedoch nur teilweise für die Erbringung\nvon Dienstleistungen (vgl. Vogel/Schwarz, a.a.O., § 3 Rz. 81, 117 und 241). In der\nLiteratur wird jedoch zu bedenken gegeben, dass der deutsche Gesetzgeber\ndiese europäische Bestimmung mithin nur unvollständig umgesetzt hat (vgl.\nKonrad Plückebaum / Heinz Malitzky, Umsatzsteuergesetz [Mehrwertsteuer],\nLoseblatt, Köln 1996, § 3a Rz. 143). Anerkannt wird in diesem Zusammenhang,\ndass Art. 6 Abs. 4 der 6. EG-Richtlinie nur über Art. 28 Abs. 3 Bst. e und\nAbs. 4 der 6. EG-Richtlinie aufgehoben werden kann und nicht über die\nGesetzgebung eines Mitgliedstaates (vgl. Rau/Dürrwächter/Flick/Geist, a.a.O.,\n§ 3 Rz. 210; Vogel/Schwarz, a.a.O., § 3 Rz. 115 und 241).\ncc. Es trifft zu, dass man aufgrund des Urteils des Europäischen Gerichtshofs\nvom 5. Juni 1997 (Rechtssache C-2/95, Sparekassernes Datacenter [SDC],\npubliziert in Umsatzsteuer-Rundschau Nr. 2/98, S. 64 ff.) betreffend die\nAuslegung der 6. EG-Richtlinie, Art. 13 Teil B Bst. d Nr. 3 bis 5 (betreffend\nbefreite Umsätze), zur Auffassung gelangen könnte, dass die Voraussetzungen\nfür die direkte und indirekte Stellvertretung viel weiter und flexibler\nauszulegen sind (vgl. E. 57 jenes Entscheides). Dies ist jedoch für das\nvorliegende Verfahren nicht von Bedeutung, da der Fall SDC den Umfang einer\n- ausdrücklich vorgesehenen - Steuerbefreiung betrifft. Bei dieser Art von\nFällen ist es nicht auszuschliessen, dass bestimmte Ausnahmen bestehen, die\nsich aus der Steuerbefreiung selbst ergeben, auch wenn man ansonsten den\nGrundsatz der restriktiven Auslegung strikt beachtet. Daher ist dieses Urteil\nals ein Entscheid zu betrachten, der lediglich auf den speziellen Einzelfall\nbezogen ist. Generell bleibt es nur durch die Einhaltung der Vorschriften\nvon Art. 10 Abs. 1 und 2 MWSTV gewährleistet, dass der (wirtschaftliche und\ntechnische) Zusammenhang der Umsatzkette bezüglich der Mehrwertsteuer\nnachvollzogen werden kann, dies vor allem im Hinblick auf den Grundsatz\nder Allgemeinheit der Besteuerung (vgl. E. 44 jenes Entscheides, der den\nStandpunkt der Europäischen Kommission behandelt).\nb. Im Bereich der übergeordneten systemtragenden Grundprinzipien des\nMehrwertsteuerrechts muss man sich zunächst ausdrücklich in Erinnerung\nrufen, dass die Notwendigkeit der Anwendung der gegenständlichen Fiktion\nihren Ausgangspunkt in der Problematik des Kommissionsgeschäftes hat.\nDa der Kommissionär bei einem Kauf, für den er eingeschaltet wird, nicht\nnotwendigerweise vom Verkäufer die Befugnis eingeräumt erhält, über die\nWare wie ein Eigentümer zu verfügen (das Kommissionsgeschäft ist nichts\nanderes als eine Geschäftsbesorgung), erschien es erforderlich, dass die Kette\nder Umsätze und der Besteuerungen vollständig und nachvollziehbar gemacht\nwird. Daher wurde die Fiktion der beiden vollständigen Lieferungen zwischen\ndem Kommittenten (Auftraggeber) und dem Kommissionär einerseits\nund dem Kommissionär und dem Dritten andererseits entwickelt (vgl.\nVogel/Schwarz, a.a.O., § 3 Rz. 117; Alfred Hartmann / Wilhelm Metzenmacher,\nUmsatzsteuergesetz, Kommentar, Loseblatt, Berlin 1967/1991, § 3 Rz. 73 in\nfine; siehe auch Rau/Dürrwächter/Flick/Geist, a.a.O., § 3 Rz. 257 mit Hinweisen;\nPhilippe Jacques, La notion de livraison de marchandises dans l’impôt fédéral\nsur les chiffres d’affaires, Lausanne 1953, S. 103 f.). Dieses Erfordernis, die\n\n"}