{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-04-09", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-63-24--_1998-04-09.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004205.pdf?ID=150004205", "Checksum": "7739f34cf472704c02a60ba9be120706"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.24 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 09.04.1998 JAAC 63.24 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:47", "Checksum": "202edd0fa5300068804dce0e15864472", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 09.04.1998 JAAC 63.24 \r\n\n1. (...)\n2.a. Die Mehrwertsteuerverordnung ist eine selbständige, das heisst direkt\nauf der Verfassung beruhende Verordnung des Bundesrates. Sie stützt sich\nauf Art. 8 Abs. 1 der Übergangsbestimmungen (UeB) der Bundesverfassung\nder Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 (BV, SR 101)\nund stellt gesetzesvertretendes Recht dar, bis der ordentliche Gesetzgeber\n\n4\ndas Mehrwertsteuerrecht geregelt hat. Selbständige Verordnungen des\nBundesrates sind daraufhin zu kontrollieren, ob sie mit den sachbezogenen\nVorgaben der Verfassungsvorschrift, auf welcher sie beruhen, harmonieren.\nBei der Mehrwertsteuerverordnung ist somit zu prüfen, ob der Bundesrat die\nin Art. 41ter Abs. 1 Bst. a und Abs. 3 BV sowie die in Art. 8 UeB BV enthaltenen\nGrundsätze beachtet und sich an Gegenstand, Zweck und Umfang der ihm\neingeräumten Kompetenz gehalten hat. Darüber hinaus ist zu untersuchen,\nob die Verordnung nicht mit sonstigen Verfassungsnormen, besonders den\nGrundrechtsgarantien, kollidiert, soweit die ermächtigende Verfassungsnorm\nnicht selbst Abweichungen anordnet oder bewusst in Kauf nimmt (BGE 123 II\n298, 123 II 22 f.).\nb. Laut Art. 41ter Abs. 1 Bst. a BV kann der Bund eine Umsatzsteuer\n(Mehrwertsteuer) erheben. Diese kann in Form einer Umsatzsteuer mit\nVorsteuerabzug auf den Lieferungen von Gegenständen, auf Dienstleistungen\nsowie auf Einfuhren erhoben werden (Art. 41ter Abs. 3 BV). Die schweizerische\nMehrwertsteuer ist nach dem Modell einer allgemeinen Konsum- oder\nVerbrauchssteuer ausgestaltet (BGE 123 II 301; Ernst Höhn / Klaus A.\nVallender, in Kommentar zur Bundesverfassung der Schweizerischen\nEidgenossenschaft vom 29. Mai 1874 [Kommentar BV], Art. 41ter , Rz. 11, 33;\nMarkus Reich, Grundzüge der Mehrwertsteuerordnung in der Schweiz, Der\nSchweizer Treuhänder [ST] 5/95, S. 329 ff.; Pascal Mollard, La TVA suisse et la\nproblématique des exonérations, in Archiv für Schweizerisches Abgaberecht\n[ASA] 64 S. 445 f.; vgl. auch AB 1993 N 329 f.). Eine solche Steuer erfasst\nden Konsum von Waren und Dienstleistungen grundsätzlich umfassend.\nAllerdings werden die Verbraucher aus Praktikabilitätsgründen nicht\ndirekt besteuert. Der Fiskus hält sich vielmehr an den Unternehmer, der\ndie steuerbaren Umsätze erzielt. Die Unternehmer entlasten sich von der\nihnen überwälzten Steuer mit dem Vorsteuerabzug und belasten die von\nihnen abgelieferte Steuer ihren Abnehmern über den Preis, bis schliesslich\nder Endverbraucher die gesamte Steuerlast zu tragen hat. Aus der Eigenschaft\nder schweizerischen Mehrwertsteuer als allgemeine Verbrauchssteuer\nsind daher übergeordnete, systemtragende Grundprinzipien wie etwa das\nVerbrauchssteuer- und damit das Überwälzbarkeitsprinzip, der Grundsatz der\nSteuerneutralität, der Grundsatz der einmaligen Besteuerung (Vermeidung\nvon Doppel- und Nichtbesteuerung) oder das Bestimmungslandprinzip\nabzuleiten (vgl. Reich, a.a.O., S. 330; Alois Camenzind / Niklaus Honauer,\nHandbuch zur neuen Mehrwertsteuer, Bern 1995, S. 22 Rz. 6; Xavier Oberson,\nLes principes directeurs et constitutionnels régissant la taxe sur la valeur\najoutée, Revue de droit administratif et de droit fiscal [RDAF], partie droit\nfiscal, 1997, S. 33 ff.). Hierbei handelt es sich nach der Rechtsprechung\nder SRK um diejenigen Grundsätze, die einer Prüfung der Vereinbarkeit\nder Mehrwertsteuerverordnung mit Art. 41ter BV zugrunde zu legen sind\n(entsprechende Textstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal\n2/96, S. 50 ff.; vgl. auch BGE 123 II 301 f.). Einer verfassungskonformen\n(Art. 41ter BV) Auslegung dienen gemäss Rechtsprechung der SRK auch\nallfällige Maximen des europäischen Umsatzsteuerrechts (ausführlich:\nentsprechende Textstelle diverser Entscheide der SRK in MWST-Journal\n\n"}