{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-03-06", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-62-83--_1998-03-06.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004049.pdf?ID=150004049", "Checksum": "afb021a34a82b2bc6411d3bd873d55af"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.83 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 06.03.1998 JAAC 62.83 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 06.03.1998 JAAC 62.83 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 06.03.1998 JAAC 62.83 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:48", "Checksum": "cb51db211495b88dce6a4163370dc358", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 06.03.1998 JAAC 62.83 \r\n\n1.-2.d. (Allgemeines, vgl. 62.82 E. 2a/aa-cc, oben S. 838)\nd. Im übrigen überprüft die SRK die gestützt auf die\nMehrwertsteuerverordnung erlassenen Ausführungsverordnungen\ndes Eidgenössischen Finanzdepartementes (EFD) sowie die Auslegung der\nMehrwertsteuerverordnung durch die ESTV (z. B. Wegleitung, Broschüren und\nMerkblätter) frei. Sie orientiert sich dabei an den gleichen sachbezogenen\nVorgaben der Verfassung wie bei der Überprüfung der Verfassungsmässigkeit\nder Mehrwertsteuerverordnung (vgl. BGE 123 II 299).\ne. Praxisgemäss überprüft die SRK grundsätzlich von Amtes wegen die\nVereinbarkeit der fraglichen Bestimmung der Mehrwertsteuerverordnung mit\nArt. 8 UeB BV und Art. 41ter BV (ausführlich MWST-Journal 2/96, S. 58 f.; vgl.\n\n4\nzuletzt: noch unveröffentlichter Entscheid der SRK vom 27. Februar 1998 i. S. R.\nAG etc. [SRK 68/96], E. 2d; vgl. zur Überprüfung von Amtes wegen auch BGE\n123 II 22 E. 3a).\n3.a. Gemäss Art. 8 Abs. 2 Bst. l UeB BV kann der Verordnungsgeber\nVereinfachungen anordnen, wenn sich daraus weder auf die Steuereinnahmen\nnoch auf die Wettbewerbsverhältnisse in wesentlichem Ausmass\nAuswirkungen ergeben. Mit dieser Bestimmung wollte das Parlament\nden Bundesrat in erster Linie ermächtigen, Pauschalierungen vorzusehen\nfür den Fall, dass die genaue Feststellung einzelner für die Bemessung\nder Steuerpflicht wesentlicher Tatsachen für die Steuerpflichtigen eine\nübermässige Belastung darstellt (vgl. AB 1993 N 336 f.). Die Kompetenz des\nBundesrates, Vereinfachungen vorzusehen, beschränkt sich indessen nicht auf\nden Bereich der Pauschalierungen (vgl. noch unveröffentlicher Entscheid der\nSRK vom 27. Februar 1998 i. S. R. AG etc. [SRK 68/96], E. 6a).\nb. Die Mehrwertsteuerverordnung ermächtigt das EFD, mittels\nAusführungsverordnung für bestimmte Steuerpflichtige, die regelmässig\nbestimmte hochwertige Gegenstände importieren und exportieren und\nregelmässig beachtliche Vorsteuerüberschüsse aufweisen, ein vereinfachtes\nErhebungsverfahren vorzusehen (Art. 81 Bst. f MWSTV). Gemäss Kommentar\ndes EFD vom 22. Juni 1994 zur Verordnung über die Mehrwertsteuer\n(hiernach: Kommentar EFD)[57] soll das vereinfachte Verfahren nur für einen\nsehr beschränkten Kreis von Steuerpflichtigen für ebenso beschränkte Arten\nvon Gegenständen in Frage kommen. Als Beispiel werden Edelsteinhändler\ngenannt, die regelmässig Edelsteine oder Schmuck für Ausstellungen oder\nAuktionen in die Schweiz importieren und danach wieder ausführen\n(Kommentar EFD, S. 64, ad Art. 81 Bst. f).\nc. Das EFD hat von dieser Kompetenz Gebrauch gemacht und sieht deshalb\nin der Verlagerungsverordnung vor, die ESTV könne Steuerpflichtigen\nbewilligen, anstatt die auf der Einfuhr geschuldete Steuer der Eidgenössischen\nZollverwaltung zu entrichten, sie in der periodischen Steuerabrechnung\nmit der ESTV zu deklarieren und die deklarierte Steuer auf der Einfuhr als\nVorsteuer wiederum abzuziehen (Art. 1 Abs. 1 Verlagerungsverordnung).\nVoraussetzung ist, dass der Steuerpflichtige regelmässig unter anderem\nDiamanten der Tarifnummer 7102, Edelsteine und Schmuckstücke der\nTarifnummer 7103 sowie andere hochwertige Gegenstände importiert und\nexportiert. Des weiteren hat der Steuerpflichtige in seinen periodischen\nAbrechnungen aufgrund der Umsätze mit den genannten Gegenständen\nregelmässig Vorsteuerüberschüsse auszuweisen, die bei der Entrichtung\nder Steuer auf der Einfuhr an die Eidgenössischen Zollverwaltung den\nBetrag von Fr. 250 000.- pro Jahr übersteigen (Art. 1 Abs. 2 Bst. a und b\nVerlagerungsverordnung).\n4. Nachfolgend gilt es in einem ersten Schritt und bezogen auf den\nvorliegenden Fall die Verfassungsmässigkeit von Art. 81 Bst. f MWSTV und der\ngestützt darauf erlassenen Verlagerungsverordnung zu prüfen (E. 2 hiervor).\nDabei ist namentlich zu untersuchen, ob die genannten Vorschriften mit Art. 8\nUeB BV sowie Art. 41ter BV vereinbar sind.\na. Gemäss Art. 8 Abs. 2 Bst. l UeB BV kann der Verordnungsgeber\nVereinfachungen vorsehen, wenn sich dadurch auf die Steuereinnahmen\nkeine wesentlichen Auswirkungen ergeben. Es ist also zunächst\n\n"}