{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-11-19", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-62-81--_1997-11-19.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004043.pdf?ID=150004043", "Checksum": "1318fb599ba2563a8e66ba820287b84c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.81 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 19.11.1997 JAAC 62.81 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 19.11.1997 JAAC 62.81 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 19.11.1997 JAAC 62.81 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:16", "Checksum": "d896eced05d16b82193f0fbe4c9ccfac", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 19.11.1997 JAAC 62.81 \r\n\n 9\nSchweizer Treuhänder [ST], 56. Jg., 5/1982, S. 2; Conrad Stockar / Hans Peter\nHochreutener, Stempelabgaben und Verrechnungssteuer, Bd. 1, in: Die Praxis\nder Bundessteuern, II. Teil, Art. 1 StG, Rz. 1 f.).\nb. Wortlaut und systematische Stellung der auszulegenden Norm tragen\nnicht wesentlich zur Auslegung der zur Diskussion stehenden Norm bei. Doch\nlassen sich die beiden für einen Mantelhandel wesentlichen Kriterien der\nHandänderung bzw. der liquiden Form vor allem anhand des Zwecks der\nNorm auslegen. Die Rechtsprechung stellt darauf ab, ob die Umstände aus\nwirtschaftlicher Sicht für die Neugründung einer Gesellschaft und nicht\nfür deren Weiterführung sprechen. Neben rein formellen Kriterien (z. B.\nSitzverlegung, Zweck- und Namensänderung, Mutationen im Verwaltungsrat)\nwird ebenfalls auf wirtschaftliche Indizien in bezug auf die faktische\nLiquidation abgestellt. Ein Mantelhandel ist stets dann zu bejahen, wenn die\nAktionäre die Aktiven in eine liquide Form gebracht haben, danach aber nicht\nzur Auflösung der Gesellschaft schreiten, sondern die Aktien der wirtschaftlich\nliquidierten Gesellschaft veräussern (vgl. Stockar/Hochreutener, a.a.O., Art. 5\nAbs. 2 Bst. b StG, Rz. 3; ASA 62 S. 631 f.).\nBei der Handänderung handelt es sich um einen nicht nur im\nStempelsteuerrecht bekannten Rechtsbegriff, der auf zivilrechtliche Vorgänge\nabstellt. Im Rahmen von Art. 5 Abs. 2 Bst. b StG geht es primär um die\nzivilrechtliche Eigentumsübertragung in Erfüllung eines Kaufvertrages.\nDieser Tatbestand ist erfüllt, wenn die Eigentumsübertragung abgeschlossen\nist. Dem formalen Charakter der Stempelsteuer folgend, ist in diesem\nZusammenhang einzig die zivilrechtliche Gestaltung massgebend. Sinn\nund Zweck dieser Bestimmung bestehen darin, Eigentumsübertragungen\nvon Beteiligungsrechten - ohne Rücksicht auf die persönlichen Verhältnisse\nund deren Motive - zu besteuern. Als typische Rechtsverkehrssteuer\n(Rechtsbegründungssteuer) knüpft die Emissionsabgabe einzig und allein\nan den Vorgang an, der unmittelbar oder mittelbar zur Entstehung eines\nRechts führt oder damit zusammenhängt (Blumenstein/Locher, a.a.O.,\nS. 177 ff.). Beim Mantelhandel ist dies die zivilrechtliche Handänderung. Daran\nändert auch der Umstand nichts, dass die Beteiligungsrechte vom bisherigen\nAktionär erworben werden (vgl. ASA 52 S. 649), zumal die ESTV die frühere\nPraxis, wonach der Handwechsel zwischen nahestehenden Personen nicht\nder Emissionsabgabe unterliegt, seit einiger Zeit aufgegeben hat und die\nEmissionsabgabe auch dann geschuldet ist, wenn der Aktienmantel innerhalb\neines Konzerns die Hand wechselt (Stockar/Hochreutener, a.a.O., Art. 5 Abs. 2\nBst. b StG, Rz. 9).\nIn der massgebenden Literatur ist unbestritten, dass von einem Mantelhandel\nim Sinne von Art. 5 Abs. 2 Bst. b StG nur dann gesprochen wird, wenn auch das\nweitere Erfordernis erfüllt ist, wonach die Gesellschaft die Geschäftstätigkeit\naufgegeben hat, ohne dass die Gesellschaft formell liquidiert wird, bzw.\nwenn sie die Aktiven wirtschaftlich liquidiert oder in liquide Form gebracht\nhat (Cagianut/Höhn, a.a.O., S. 469 f.; Stockar, a.a.O., S. 16, Ziff. 3.11 sowie\nFallbeispiel 3, S. 53 f. und S. 92 f.). Gemäss Höhn (Höhn, a.a.O., S. 451 f.,\n§ 33 Rz. 11) handelt es sich dabei um einen vom zivilrechtlichen Begriff\nlosgelösten Tatbestand, obwohl die faktische Liquidation auch im Zivilrecht\neine Rolle spielt (Peter Forstmoser / Arthur Meier-Hayoz / Peter Nobel,\nSchweizerisches Aktienrecht, Bern 1996, S. 870 ff., § 56, Rz. 166 ff.; Peter\n\n"}