{"Signatur": "CH_VB_015", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-04-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_015_JAAC-61-94--_1997-04-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003671.pdf?ID=150003671", "Checksum": "ddb792db562b60f8d7c3ff5289d5e5e2"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.94 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 04.04.1997 JAAC 61.94 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006 04.04.1997 JAAC 61.94 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni 04.04.1997 JAAC 61.94 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de contributions, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale di ricorso in materia di contribuzioni"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:08", "Checksum": "218a99b08a04db378834472d5014cf60", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Steuerrekurskommission 04.04.1997 JAAC 61.94 \r\n\n1. Auf dem Gebiet der Emissionsabgabe und der Verrechnungssteuer\nunterliegen Einspracheentscheide, die nach dem 1. Januar 1994\nergangen sind, der Beschwerde an die (neu eingesetzte) Eidgenössische\nSteuerrekurskommission (vgl. den revidierten Art. 39a des Bundesgesetzes\nvom 27. Juni 1973 über die Stempelabgaben [StG], SR 641.10 und Art. 42a des\nBundesgesetzes vom 13. Oktober 1965 über die Verrechnungssteuer [VStG],\nSR 642.21 in Verbindung mit Art. 2 Abs. 1 und Art. 3 Abs. 1 der Verordnung\nvom 3. Februar 1993 über die vollständige Inkraftsetzung der Änderung\ndes Bundesgesetzes über die Organisation der Bundesrechtspflege, AS 1992\n288 ff., 1993 877 f.). Die Eidgenössische Steuerrekurskommission ist zur\nBehandlung der Beschwerde zuständig (Art. 71a Abs. 1 des Bundesgesetzes\nvom 20. Dezember 1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG], SR 172.021 in\nVerbindung mit Art. 39a StG und Art. 42a VStG). Der Einspracheentscheid vom\n\n5\n13. März 1996 wurde frist- und formgerecht angefochten (Art. 50 ff. VwVG).\nDas Verfahren vor der Eidgenössischen Steuerrekurskommission bestimmt\nsich gemäss Art. 71a Abs. 2 VwVG nach diesem Gesetz.\n2. Die X AG macht geltend, dass kein Mantelhandel im Sinne des\nStempelsteuergesetzes vorliege und demnach die veranlagte Steuer\n(Emissionsabgabe) von 3% bzw. Fr. 1500.- nicht geschuldet sei.\na. Eine (entgeltliche oder unentgeltliche) Begründung oder Erhöhung\ndes Nennwertes von Beteiligungsrechten unter anderem von Aktien\ninländischer Ak-tiengesellschaften unterliegt gemäss Art. 5 Abs. 1 Bst. a\nStG der Stempelsteuer von 3% (ab 1. Januar 1996 2%). Der Begründung\nvon Beteiligungsrechten gleichgestellt ist der Handwechsel der Mehrheit\nder Aktien an einer inländischen Gesellschaft, die wirtschaftlich liquidiert\noder in liquide Form gebracht worden ist (Art. 5 Abs. 2 Bst. b StG). Ein\n«Mantelhandel» liegt vor, wenn die massgeblich Beteiligten ihre Gesellschaft\naufgeben, den Betrieb einstellen und ihre Beteiligungsrechte an Dritte\nveräussern, welche sodann eine aktive Unternehmenstätigkeit ausüben\n(vgl. Ernst Höhn, Steuerrecht, 7. Aufl., Bern 1993, § 33 Rz. 11; Archiv für\nSchweizerisches Abgaberecht [ASA] 52 S. 649; Francis Cagianut / Ernst\nHöhn, Unternehmenssteuerrecht, 3. Aufl., Bern 1993, S. 469; Conrad\nStockar, Übersicht und Fallbeispiele zu den Stempelabgaben und zur\nVerrechnungssteuer, 2. Aufl., Basel 1993, S. 16 Ziff. 3.11 sowie Fallbeispiele\nS. 53 f. und S. 92 f.). Die Rechtsprechung stellt darauf ab, ob die Umstände\naus wirtschaftlicher Sicht für die Neugründung einer Gesellschaft und nicht\nfür deren Weiterführung sprechen. Neben rein formellen Kriterien (z. B.\nSitzverlegung, Zweck- und Namensänderung, Mutationen im Verwaltungsrat)\nwird ebenfalls auf wirtschaftliche Indizien in bezug auf die faktische\nLiquidation abgestellt. Ein Mantelhandel ist stets dann zu bejahen, wenn\ndie Aktionäre die Aktiven in eine liquide Form gebracht haben, danach\naber nicht zur Auflösung der Gesellschaft schreiten, sondern die Aktien der\nwirtschaftlich liquidierten Gesellschaft veräussern (vgl. Conrad Stockar / Hans\nPeter Hochreutener, Stempelabgaben und Verrechnungssteuer, in: Die Praxis\nder Bundessteuern, II. Teil, Ziff. 3 zu Art. 5 Abs. 2 Bst. b StG; ASA 62 S. 631 f.).\nb. Im vorliegenden Fall kann der Jahresrechnung der X AG per 31. Dezember\n1988 entnommen werden, dass sie in diesem Jahr noch aktiv war.\nVerschiedene Positionen der Erfolgsrechnung (z. B. Warenverkäufe,\nProvisionserträge, Löhne und Gehälter) weisen namhafte Beträge auf.\nDie Jahresrechnung der X AG per 31. Dezember 1989 enthält für die\nobengenannten Positionen keine oder nur geringe Beträge. Demgegenüber\nweist die Jahresrechnung per 31. Dezember 1990 in den einzelnen Positionen\nwiederum erhöhte Beträge auf, wobei die Position Honorarerträge erstmals\nzu verzeichnen ist. Im einzelnen sind bei ausgewählten Positionen folgende\nVeränderungen festzustellen:\nWarenverkäufe Provisionserträge Honorarerträge Löhne und Gehälter\n1988: Fr. 46 550.- Fr. 303 429.14 Fr. 0.- Fr. 111 219.18\n1989: Fr. 0.- Fr. 0.- Fr 0.- Fr. 7 226.10\n1990: Fr. 82 953.15 Fr. 115 000.- Fr. 47 828.- Fr. 66 526.75\n\n"}