{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-08-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-70-96--_2006-08-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007493.pdf?ID=150007493", "Checksum": "e78f8ee061a5ec57dbaa8901200b1466"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.96 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:51", "Checksum": "56c6db960105e2c6537229c2c7fddff0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r\n\n 14\nRechtsnormen, die den Eingriff, so er notwendig ist, in einer demokratischen\nGesellschaft rechtfertigen (vgl. Giorgio Malinverni, La réserve de loi dans\nles conventions internationales de sauvegarde des droits de l’homme, RDUH\n1990, S. 401 ff.; Luzius Wildhaber / Stephan Breitenmoser, Internationaler\nEMRK-Kommentar, Art. 8 Rz. 526, 556; Mark E. Villiger, Handbuch der\nEuropäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), 2. Aufl. 1999, S. 346 ff.).\nEs ist nicht ersichtlich, wie aus den allgemeinen Bestimmungen des BWIS und\nvor allem aus den erwähnten Melde- und Bekanntgabevorschriften nach BWIS\nund VWIS der Zweck, der Umfang und die Schranken der Überprüfung von\ndiplomatischen und konsularischen Vertreterinnen und Vertretern anderer\nStaaten in der Schweiz erkennbar und bestimmbar sein sollen.\nb. Im Weiteren ist es aber auch fraglich, ob die systematische, präventive\nÜberprüfung der um Akkreditierung ersuchenden Diplomatinnen und\nDiplomaten und sonstiger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausländischer\nVertretungen in der Schweiz völkerrechtlich zulässig ist. Einschlägig ist das\nWiener Übereinkommen über diplomatische Beziehungen vom 18. April 1961\n(WÜD, SR 0.191.01), das per Analogie auch für die Beziehungen zwischen\neinem Sitz- respektive Gaststaat und den Vertretungen bei internationalen\nOrganisationen auf seinem Staatsgebiet gilt und das z. B. zu seinen Vorläufern\nauch die Artikel IV ff. des Abkommens über die Vorrechte und Immunitäten\nder Organisationen der Vereinten Nationen zwischen dem Schweizerischen\nBundesrat und dem Generalsekretär der Organisation der Vereinten Nationen,\nvom 11. Juni / 1. Juli 1946 (SR 0.192.120.1) zählt. In der WÜD findet sich keine\nausdrückliche Regelung über die Möglichkeit einer etwaigen «Überprüfung»\nvon Diplomaten durch den Staatsschutz respektive Verfassungsschutz des\nvorgesehenen Empfangsstaates vor der Akkreditierung. Völkerrechtlich\nvorgesehen ist etwa, dass in den Sitzabkommen der Schweizerischen\nEidgenossenschaft mit internationalen Organisationen ein Vorbehalt gemacht\nwird, wonach der Schweizerische Bundesrat befugt ist, im Interesse der\nSicherheit der Schweiz zweckdienliche Vorsichtsmassnahmen zu treffen,\nwobei diese Befugnis mit einer grundsätzlichen Pflicht zur Zusammenarbeit\nmit der betreffenden Organisation im Anwendungsfall verbunden ist (vgl. z.\nB. Art. 25 des Abkommens zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und\nder Weltgesundheitsorganisation zur Festlegung des rechtlichen Statuts\ndieser Organisation in der Schweiz, vom 21. August 1948, SR 0.192.120.281;\nArt. 25 des Abkommens zwischen dem Schweizerischen Bundesrat und\nder Weltorganisation für geistiges Eigentum zur Regelung des rechtlichen\nStatuts dieser Organisation in der Schweiz, vom 9. Dezember 1970, SR\n0.192.122.23). Von den besonderen Fällen einer Gefährdung der Sicherheit der\nSchweiz unterscheiden die Sitzabkommen aber, entsprechend allgemeinem\nDiplomatenrecht, die Fälle eines Missbrauchs der diplomatischen Vorrechte\nund Immunitäten, wie er im vorliegenden Fall zur Diskussion stand (vgl. zu\ndiesem Unterschied Antwort des Bundesrates auf eine einfache Anfrage vom\n10. November 1993, in: Schweizerische Zeitschrift für internationales und\neuropäisches Recht [SZIER] 1994, S. 616; sowie BGE 130 III 436). Die Frage der\nZulässigkeit einer präventiven sicherheitspolizeilichen Kontrolle muss somit\naus allgemeinen Grundsätzen des Diplomatenrechts beantwortet werden.\nArt. 29 WÜD hält fest, dass: «die Person des Diplomaten unverletzlich ist. Er\nunterliegt keiner Festnahme oder Haft irgendwelcher Art. Der Empfangsstaat\nbehandelt ihn mit gebührender Achtung und trifft alle geeigneten Massnahmen,\n\n"}