{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-08-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-70-96--_2006-08-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007493.pdf?ID=150007493", "Checksum": "e78f8ee061a5ec57dbaa8901200b1466"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.96 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:51", "Checksum": "56c6db960105e2c6537229c2c7fddff0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r\n\n 13\nhat somit bestätigt, dass eine Triage des Datenbestandes bezüglich der Daten\nunterlassen wurde, die (wenn überhaupt) in den Anwendungsbereich von Art.\n2 BWIS fallen, und der Daten, die nicht in die ISIS-Datenbank gehören.\n8. Im Rahmen der Kontrolle durch die EDSK wurde festgestellt, dass das EDA\noffensichtlich alle Akkreditierungsgesuche ausländischer diplomatischer\nund konsularischer Vertreter routinemässig dem DAP zuleitet. Dies bestätigt\nauch eine Weisung vom 1. August 2003 des Chefs DAP betreffend der\nZusammenarbeit mit dem EDA, wonach alle Akkreditierungsgesuche von\nBotschaftern, Militärattachés und Honorarkonsuln zu überprüfen seien.\nNach Auskunft des Bundesamtes erfolgt dabei mindestens eine ISIS-Abfrage;\nzusätzlich können Abklärungen bei Partnerdiensten vorgenommen werden.\nAlle Überprüfungen werden im ISIS erfasst. Nach Auffassung des Bundesamtes\nliegt die Rechtsgrundlage in Art. 2 Abs. 1 sowie in Art. 11 in Verbindung mit\nArt. 13 Abs. 1 Bst. f des BWIS. Gemäss Art. 8 Abs. 2 Bst. c der Verordnung über\nMassnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit vom 27. Juni 2001 (VWIS,\nSR 120.2) sind dem DAP unaufgefordert die in Anhang 1 Ziff. 2 aufgeführten\nVorgänge und Feststellungen zu melden. Umgekehrt erfolge die Weitergabe\nvon Erkenntnissen des DAP an das EDA gemäss Art. 17 Abs. 1 BWIS bzw. Art.\n18 Abs. 1 und Anhang 2 Ziff. 6 VWIS.\na. Die EDSK stellt fest, dass für die Rechtfertigung der systematischen\nÜberprüfung von Akkreditierungsgesuchen ausländischer Diplomaten\nim geltenden schweizerischen Polizeirecht des Bundes nur Meldepflichten\nund Bekanntgabebefugnisse auf Verordnungsstufe angerufen werden.\nNamentlich enthalten die Art. 2 Abs. 1 und Art. 13 Abs. 1 Bst. f BWIS keinen\nentsprechenden gesetzlichen Auftrag. Es kann in diesem Zusammenhang\noffen bleiben, worauf gestützt eine Anfrage des EDA und eine anschliessende\nÜberprüfung durch den DAP aus einem bestimmten, konkreten Anlass heraus\ngerechtfertigt werden können (vgl. dazu unten E. 8 b). Für die systematische\nKontrolle aller Diplomaten unter Zusammenzug aller über sie vorhandenen\npolizeilich relevanten Informationen fehlt aber eine ausreichend bestimmte,\ngesetzliche Grundlage, wie sie vom Bundesverfassungsrecht und von der EMRK\ngefordert werden.\nZu dieser Forderung hat das Bundesgericht in einem Leitentscheid (BGE\n128 I 339) festgehalten: «Das Legalitätsprinzip verlangt unter anderem\neine hinreichende und angemessene Bestimmtheit der anzuwendenden\nRechtsgrundsätze. Das Erfordernis der Bestimmtheit steht im Dienste des\nGrundsatzes des Gesetzesvorbehalts, der Rechtssicherheit mit den Elementen\nder Berechenbarkeit und Voraussehbarkeit staatlichen Handelns sowie der\nrechtsgleichen Rechtsanwendung». Eine hinreichende und angemessene\nBestimmtheit ist die zentrale verfassungsrechtliche Anforderung an die\ngesetzliche Grundlage, die zur Rechtfertigung der Grundrechtseingriffe durch\ndie polizeiliche Datenbearbeitung nach Art. 36 Abs. 1 der Bundesverfassung\nder Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101),\nunerlässlich ist[7] (vgl. Rainer J. Schweizer, St. Galler Kommentar zur\nschweizerischen Bundesverfassung, 2002, Art. 36 Rz. 11 ff.; Markus Schefer,\nDie Beeinträchtigung von Grundrechten. Zur Dogmatik von Art. 36 BV,\n2006, S. 53 ff., 73 ff. sowie Art. 17 des Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992\nüber den Datenschutz (DSG, SR 235.1). Auch die Praxis der EGMR zur EMRK\nverlangt für Grundrechtsbeschränkungen, wie sie hier vorliegen (oben\nE. 6) eine angemessene Vorhersehbarkeit (genügende Bestimmtheit) der\n\n"}