{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2006-08-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-70-96--_2006-08-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150007493.pdf?ID=150007493", "Checksum": "e78f8ee061a5ec57dbaa8901200b1466"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 70.96 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 31.08.2006 JAAC 70.96 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:19:51", "Checksum": "56c6db960105e2c6537229c2c7fddff0", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 31.08.2006 JAAC 70.96 \r\n\n 11\nvor; dass die zuständigen Sachbearbeiter des DAP russisch können, wurde\nnicht dargetan. Welchen Zusammenhang diese Informationen mit allfälligen\nTätigkeiten von kriminellen Organisation haben, ist weder ersichtlich noch\nvon Seiten der Polizeidienste des Bundes untersucht und begründet worden.\nDie Art und Weise der Beschaffung wesentlicher Teile der Daten über den\nGesuchsteller (durch Denunziation an das EDA) sowie die Richtigkeit und die\nRelevanz der gespeicherten Daten und vor allem die Qualität ihrer Quelle ist\ndurchwegs sehr zweifelhaft. Es ist für die EDSK nicht verständlich, dass alle\ndiese von unbekannter Drittseite dem EDA zugespielten Informationen im\nLichte von Art. 4 und 5 DSG vom DAP als «zuverlässige Quelle» bezeichnet\nwerden[3] und dass insgesamt zu den gespeicherten Daten keinerlei kritische\nBeurteilung erfolgte.\nb. Wenn vorstehend gesagt wird, dass im Staatsschutzbereich die\nRichtigkeitskontrolle durch den EDSB und die EDSK wegen des Ausschlusses\nder betroffenen Person nur beschränkt möglich ist, so lässt sich im konkreten\nFall immerhin festhalten, dass NN aus dem vorangegangenen gerichtlichen\nVerfahren gegenüber der Bundesanwaltschaft weitgehend Kenntnis von\nden gespeicherten Daten hat. In ihrem Überprüfungsgesuch weist die\nAnwältin von NN deshalb auf eine ganze Reihe von Fragwürdigkeiten der\ngespeicherten Daten hin, ohne indessen einlässliche Beweise vorzulegen.\nWeder der EDSB noch das Bundesamt haben sich mit dieser Kritik überhaupt\nauseinandergesetzt und die Vorbringen der Anwältin irgendwie gewürdigt.\n6. Zu der unter E. 3 Bst. a genannten Rechtsfrage lässt sich festhalten, dass\ndie am 21. März 2005 vom stellvertretenden Direktor des BAP geäusserte\nAuffassung, dass sich die beim DAP vorhandenen Daten für NN nicht,\nwie von der EDSK in Ziff. 2 des Urteils von 2003 befürchtet, nachteilig\nausgewirkt haben, weil die Datenbearbeitung für ihn zu keinen nachteiligen\nFolgen geführt habe, in mehrfacher Beziehung unzutreffend ist. Wie der\nEuropäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) mehrfach festgehalten\nhat, beschränkt die behördliche Bearbeitung solcher Daten grundsätzlich die\npersönliche Freiheit und das Recht auf Privat- und Familienleben nach Art. 8\nder Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze der Menschenrechte und\nGrundfreiheiten (EMRK, SR 0.101). Im Urteil P.G. und J.H. gegen Vereinigtes\nKönigreich vom 25. September 2001 (Requête No 44787/98, Recueil 2001-IX)\nhat der EGMR seine Rechtsprechung zum Schutzbereich von Art. 8 EMRK\nzusammengefasst (§§ 56-59) und namentlich dargelegt, dass die gesammelten\nDossiers der Sicherheitsdienste über ein Individuum unter Art. 8 EMRK\nfallen, «même quand les informations n’ont pas été recueillies par une\nméthode agressive ou dissimulée» (Rotaru c / Roumanie [GC], no 28341/95,\n§§ 43-44, CEDH 2000-V). Der Gerichtshof verweist für sein Verständnis des\nDaten- und Persönlichkeitsschutzes dabei auf das Übereinkommen vom 28.\nJanuar 1981 zum Schutz des Menschen bei der automatischen Verarbeitung\npersonenbezogener Daten (die von der Schweiz am 2. Oktober 1997 ratifiziert\nwurde, SR 0.235.1), und er bestätigt seine Auffassung aus dem Urteil Amann\nc / Schweiz vom 16. Februar 2000[4] (Requête No 27798/95, Recueil 200-II,\n§§ 65-67), «où la Cour a estimé que la conservation d’informations relatives\nau requérant sur une fiche dans un dossier constituait une ingérence dans\nsa vie privée, même si cette fiche ne contenait aucun élément sensible et\nn’avait probablement jamais été consultée» (Urteil P.G. und J.H. c / Vereinigtes\nKönigreich vom 25. September 2001, Requête No 44787/98, Recueil 2001-IX, §\n\n"}