{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-01-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-62-40--_1997-01-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003905.pdf?ID=150003905", "Checksum": "ae5ff9acd3b09e37ac3a35d506d32878"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.40 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:54", "Checksum": "1e10e4d22a804782518c79d33fca87c7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 10.01.1997 JAAC 62.40 \r\n\n 7\ndd. Die Bekanntgabe von Daten eines abgeschlossenen Gerichtsverfahrens\nist keine richterliche Handlung und damit nach richtiger Terminologie als\nAmts- und nicht als Rechtshilfeakt zu verstehen (vgl. zum Begriff Jean-Philippe\nWalter, Kommentar DSG, N. 4 zu Art. 19). Diese Amtshilfe führt unter\nUmständen zu einer Zweck- und Funktionsänderung der Datenbearbeitung,\nwas nach Art. 4 Abs. 3 DSG grundsätzlich nicht zulässig ist. Sie kann zu\neiner Durchbrechung des Amtsgeheimnisses und zur Verletzung von\nPersönlichkeitsschutzinteressen führen. Für eine um Amts- und Rechtshilfe\nersuchte Amtsstelle, die sich auf keine spezielle Verfahrensregel berufen\nkann, insbesondere für die Vorlegung amtlicher Akten, gelten nach einer\nälteren Praxis des Bundesgerichts (BGE 80 I 3 ff.) nicht die allgemeinen\n(zivil-)prozessualen Vorschriften über die Editionspflicht, sondern andere\nRegeln. (...) Das folge insbesondere auch aus dem in allen Kantonen geltenden\nGrundsatz der Gewaltentrennung. Da nach diesem die Gerichte und die\nVerwaltungsbehörden einander gleichgeordnet seien, müsse angenommen\nwerden, dass die Gerichte mangels besonderer gesetzlicher Vorschriften nicht\nbefugt sind, den Verwaltungsbehörden die Vorlegung ihrer Akten zu befehlen,\nsondern dass diese, sofern sie um Edition ersucht werden, selber darüber zu\nentscheiden haben, ob das Interesse an der Geheimhaltung ihrer Akten oder\ndasjenige an der Wahrheitsermittlung durch die Gerichte überwiegt. Nach\nKnapp (Blaise Knapp, Précis de droit administratif, 4. Aufl., Basel / Frankfurt\nam Main 1991, N° 60) gilt, unter Hinweis auf den eben zitierten BGE: «Ce\nconflit se résout selon les principes suivants: le juge ne peut rien ordonner\naux agents publics (ATF 80 I 4); le secret de fonction ne peut être levé que par\nl’autorité hiérarchique supérieure, après qu’elle a pesé l’intérêt au secret\nenvers celui à sa révélation dans l’intérêt de la justice; le secret sera en\nprincipe levé si aucun intérêt public important relatif au bon fonctionnement\nde l’Etat ou aucun intérêt privé prépondérant ne s’y oppose. Si la levée du\nsecret est refusée, le juge doit en tirer les conséquences qui s’imposent au plan\nde l’administration des preuves (la charge de la preuve incombant à celui qui\nveut se prévaloir d’un droit ou justifier un refus, JAA, 1980, N° 86, p. 414; ATF\n107 V 164, 111 V 201).»\nDie Leistung von Amts- und Rechtshilfe ist somit, trotz der grundsätzlichen\nverfassungsrechtlichen Pflicht, keineswegs selbstverständlich, sondern\nim Einzelfall aufgrund einer Interessenabwägung vorzunehmen. Die\nersuchte Behörde untersteht hierbei nicht den für die ersuchende Behörde\nanwendbaren Verfahrensregeln, sondern dem für sie selbst massgebenden\nRecht (ebenso Walter; a. a. O., N. 6).\nee. Für die Auslegung des Gesetzes ist nach dem Sinn der Regelung zu fragen.\nDas DSG will ganz allgemein den Rechtsschutz der Personen, deren Daten\nbearbeitet werden, gewährleisten. Von seinem Geltungsbereich ausgenommen\nsind die in Art. 2 Abs. 2 Bst. c aufgezählten Verfahren insbesondere deshalb,\nweil in diesen Justiz- und Verwaltungsverfahren die betroffenen Personen\nausreichenden Rechtsschutz geniessen. In bezug auf die - innerschweizerische\noder internationale - Rechtshilfe ist deshalb entscheidend darauf abzustellen,\nob die betroffene Person genügenden Rechtsschutz im Rahmen des auf die Amtsund Rechtshilfe anwendbaren Verfahrensrechts geniesst.\nFür den Bereich der innerschweizerischen Rechtshilfe in Strafsachen\nhatte das Bundesgericht zunächst bezüglich des Rechtsschutzes gegenüber\nder ersuchten Stelle erkannt, dass in Fällen, wo das Prozessrecht des\n\n"}