{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-01-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-62-40--_1997-01-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003905.pdf?ID=150003905", "Checksum": "ae5ff9acd3b09e37ac3a35d506d32878"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.40 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 10.01.1997 JAAC 62.40 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:54", "Checksum": "1e10e4d22a804782518c79d33fca87c7", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 10.01.1997 JAAC 62.40 \r\n\n 6\naa. Die grundsätzliche Pflicht aller Behörden zur informationellen\nZusammenarbeit kann als ungeschriebener Verfassungsgrundsatz des\nschweizerischen Rechts bezeichnet werden. Der Verfassungsentwurf\ndes Bundesrates vom 20. November 1996[3] enthält in Art. 34 Abs. 2 den\nGrundsatz: Bund und Kantone «leisten einander Amts- und Rechtshilfe».\nÄhnlich verankert beispielsweise Art. 35 des deutschen Grundgesetzes die\nverfassungsrechtliche Amts- und Rechtshilfepflicht von Behörden.\nbb. Aus dieser (bisher ungeschriebenen) verfassungsrechtlichen Grundpflicht\nergibt sich indessen noch nicht, unter welchen Voraussetzungen und nach\nwelcher Art und Weise im konkreten Fall Amts- oder Rechtshilfe zu leisten\nist. Hier bestehen sehr unterschiedliche rechtliche Ausgestaltungen. Ein\neigentliches übergreifendes Verfahrensrecht gibt es für innerstaatliche Amtsund Rechtshilfe abgesehen vom jetzt neuen Konkordat vom 5. November 1992\nüber die Rechtshilfe und die interkantonale Zusammenarbeit in Strafsachen\n(SR 351.71) praktisch nicht. Das Amts- und Rechtshilferecht der Schweiz ist\nweitgehend bruchstückhaft. Als Beispiele für solche punktuellen Regelungen\nseien genannt: Art. 352 StGB oder Art. 27 des Bundesgesetzes vom 15. Juni 1934\nüber die Bundesstrafrechtspflege (BStP, SR 312.0, in der Fassung gemäss Ziff. I\ndes Bundesgesetzes vom 19. Juni 1992, AS 1993 1993).\nFür den Bereich der Zivilrechtspflege gilt das im Vergleich zum vorerwähnten\nKonkordat wesentlich rudimentärere Konkordat vom 26. April, 8./9. November\n1974 über die Gewährung gegenseitiger Rechtshilfe in Zivilsachen (SR 274).\nWie das erstgenannte Konkordat statuiert es die Regel, dass die ersuchte\nBehörde ihr kantonales Recht anwendet. Dasselbe gilt auch für Art. 51 Abs. 4\ndes Bundesgesetzes vom 4. Dezember 1947 über den Bundeszivilprozess (BZP,\nSR 273), der ebenfalls ausdrücklich auf die für die ersuchte Behörde geltenden\nbesonderen Vorschriften verweist. Ansatzpunkte ergeben sich ferner aus\nden kantonalen Zivil- und Strafprozessordnungen, kaum im übrigen aus den\nkantonalen Verwaltungsverfahrensgesetzen.\ncc. Es ist deshalb einleuchtend, dass Art. 2 Abs. 2 Bst. c DSG die «Verfahren\nder innerschweizerischen Rechtshilfe» nicht erwähnt, weil es bei Erlass des\nDSG - im Gegensatz zur internationalen Rechtshilfe nach dem Bundesgesetz\nvom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (IRSG,\nSR 351.1) - praktisch keine solchen Verfahrensordnungen gab. Auch bei\nder grenzüberschreitenden Rechts- und Amtshilfe bestehen ausserhalb der\nStrafrechtshilfe praktisch keine Regelungen. Beim Erlass des Bundesgesetzes\nvom 18. Dezember 1987 über das Internationale Privatrecht (IPRG, SR\n291) wurde dieser Bereich mit Ausnahme der punktuellen Regelung in\nArt. 11, entgegen der ursprünglichen Absicht, ausgeklammert (Paul Volken,\nIPRG-Kommentar, N. 51 zu Art. 1). Grundsätzlich geht man davon aus, dass\ngrenzüberschreitende internationale Rechts- und Amtshilfe nur zu leisten\nist, wenn eine besondere völkerrechtliche Pflicht besteht, was lediglich im\nAnwendungsbereich der inzwischen recht zahlreichen internationalen\nAbkommen (vgl. Oscar Vogel, Grundriss des Zivilprozessrechts, 4. Aufl., Bern\n1995, § 14, Rz. 78e) der Fall ist. Ansonst bleibt der Entscheid hierüber dem\nErmessen der ersuchten Behörde, allenfalls den einschlägigen Grundsätzen\ndes anwendbaren kantonalen Prozessrechts überlassen (Volken, a. a. O., N. 2\nzu Art. 11). Nach Art. 11 Abs. 1 IPRG gilt auch hier der Grundsatz, dass die\nersuchte kantonale Behörde ihr eigenes Recht anwendet.\n\n"}