{"Signatur": "CH_VB_014", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-05-09", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_014_JAAC-62-39--_1996-05-09.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003899.pdf?ID=150003899", "Checksum": "b2cea0d3eca62255dc3e762ed82b1624"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.39 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 09.05.1996 JAAC 62.39 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006 09.05.1996 JAAC 62.39 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati 09.05.1996 JAAC 62.39 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de la protection des données et de la transparence, jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione federale della protezione dei dati"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:23", "Checksum": "9df4556bb192a077e3d9e4b0556975b9", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Datenschutzkommission 09.05.1996 JAAC 62.39 \r\n\n 2\nvom Kantonalen Amt für Industrie, Gewerbe und Arbeit (KIGA),\nZweigstelle X, Auskunft über die Höhe der H. von der Kantonalen\nArbeitslosenkasse in der Zeit vom 17. Februar 1992 bis August 1993\nausbezahlten Arbeitslosenentschädigungen. Das Bundesamt für Industrie,\nGewerbe und Arbeit (BIGA) hiess mit Verfügung vom 9. März 1995 das\nGesuch der erwähnten Strafverfolgungsorgane um Auskunftserteilung gut\nund ermächtigte die Kantonale Arbeitslosenkasse, beiden Gesuchstellern\ndie anbegehrten Auskünfte gestützt auf Art. 97 des Bundesgesetzes vom\n25. Juni 1982 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die\nInsolvenzentschädigung (AVIG, SR 837.0) und Art. 125 der Verordnung vom\n31. August 1983 über die obligatorische Arbeitslosenversicherung und die\nInsolvenzentschädigung (AVIV, SR 837.02) zu erteilen.\nB. Gegen diese Verfügung erhob H. am 12. April 1995 Beschwerde an die\nRekurskommission des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartementes\n(Rekurskommission EVD) mit dem Antrag, die angefochtene Verfügung\nsei aufzuheben und es sei der KIGA Arbeitslosenkasse, Zweigstelle X, zu\nuntersagen, die anbegehrten Auskünfte über den Beschwerdeführer zu\nerteilen. Soweit erforderlich ersuchte er um Erteilung der aufschiebenden\nWirkung.\nMateriell berief sich der Beschwerdeführer auf Art. 12 Abs. 1 des\nBundesgesetzes vom 19. Juni 1992 über den Datenschutz (DSG, SR 235.1),\nwonach die Bearbeitung von Personendaten nur gestattet werden dürfe, wenn\ndabei die Persönlichkeit der betroffenen Person nicht widerrechtlich verletzt\nwird. Eine solche Persönlichkeitsverletzung könne sich insbesondere aus\nder Bearbeitung von Daten einer Person gegen deren ausdrücklichen Willen\nergeben. Somit liege eine widerrechtliche Persönlichkeitsverletzung vor, wenn\nsie nicht durch die Einwilligung des Verletzten gerechtfertigt ist.\nOb eine Persönlichkeitsverletzung vorliegt oder nicht, müsse gemäss\nDSG durch einen Richter im Einzelfall beurteilt werden. Deshalb könne\nnur eine richterliche Instanz, unter Wahrung des rechtlichen Gehörs des\nBeschwerdeführers, über das Gesuch der Tessiner Behörden rechtsverbindlich\nentscheiden.\nC. Mit Schreiben vom 8. Juni 1995 unterbreitete die Rekurskommission\nEVD das Geschäft der Eidgenössischen Datenschutzkommission (EDSK) im\nSinne von Art. 8 Abs. 2 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember 1968 über das\nVerwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) zum Meinungsaustausch. Die\nRekurskommission EVD vertrat die Auffassung, Anfechtungsobjekt sei eine\nVerfügung des BIGA in einer Datenschutzfrage. Im hier zu beurteilenden\nFall sei vom Beschwerdeführer einzig die Bekanntgabe von besonders\nschützenswerten (sozialversicherungsrechtlichen) Personendaten angefochten,\nso dass die datenschutzrechtliche Natur des Streitfalles ausser Frage stehe. Da\ndie Streitsache ferner durch bereichsspezifische Datenschutzvorschriften\n(Art. 97 AVIG in Verbindung mit Art. 125 AVIV) geregelt sei, welche als\nstrengere Spezialdatenschutznormen dem Art. 19 DSG vorgehen, bleibe die\nvorliegende Konkurrenz von Zuständigkeitsnormen zu lösen und die Frage zu\nentscheiden, ob in casu die datenschutzrechtliche Sonderregelung des AVIG\n(bzw. dessen Verfahrensordnung) als lex specialis die datenschutzgesetzliche\nRechtspflegeordnung verdrängen kann.\n\n"}