{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2002-07-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-67-68--_2002-07-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150006083.pdf?ID=150006083", "Checksum": "234973b4c31309a872e87d86731f8176"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 67.68 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 24.07.2002 JAAC 67.68 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 24.07.2002 JAAC 67.68 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 24.07.2002 JAAC 67.68 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:23:21", "Checksum": "ecc91dc7408cd6e4aa49c42c26e3e5b3", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 24.07.2002 JAAC 67.68 \r\n\n 4\ngeschaffenen Normen objektives Recht. Der GAV erfüllt damit eine\nFunktion, die sonst nur dem Gesetzgeber zusteht. Die gesetzgeberähnliche\nMacht der Parteien des GAV beruht auf der gesetzlichen Ermächtigung\nzur gesamtarbeitsvertraglichen Normschöpfung. Der Inhalt des GAV\nlässt sich grundsätzlich in zwei Normenkategorien aufteilen: In die\nnormativen, gesetzesersetzenden Bestimmungen (z. B. Normen über den\nLohn, die Arbeitszeit, die Ferien, usw.) und in die schuldrechtlichen bzw.\nvertragsrechtlichen Bestimmungen (Helbling, a.a.O., S. 909 f.; mit Bezug\nauf den privatrechtlichen Gesamtarbeitsvertrag nach Art. 356 OR vgl. BGE\n127 III 322 E. 2a mit Hinweisen; Manfred Rehbinder, in Kommentar zum\nSchweizerischen Privatrecht [Hrsg.: Honsell/Vogt/Wiegand], 2. Aufl., Basel\nund Frankfurt am Main 1996, S. 1873 f., N. 3 und 4 zu Art. 356 OR; Ullin\nStreiff/Adrian von Kaenel, Leitfaden zum Arbeitsrecht, 5. Aufl., Zürich 1992,\nN. 15 zu Art. 356 OR sowie eingehend Frank Vischer, in Zürcher Kommentar,\n1996, N. 110 ff. zu Art. 356 OR).\nc. Gemäss Botschaft des Bundesrates vom 14. Dezember 1998 zum BPG\nerfüllen die Arbeitgeber in den GAV-Bereichen ihre Regelungsaufgabe, indem\nsie die mit den Organisationen ihres Personals vertraglich ausgehandelten\nNormen in die Form von GAV kleiden, welche die traditionelle Regelungsform\nder Verordnung ersetzen. Dabei steht den GAV-Parteien die Kompetenz zur\ngesamtarbeitsvertraglichen Regelung sämtlicher Fragen zu, die das BPG\nmit dem Begriff «Ausführungsbestimmungen» erfasst (Botschaft zu Art. 34\nEntwurf BPG, der inhaltlich vollständig übereinstimmt mit Art. 38 BPG, BBl\n1999 S. 1630).\nArt. 17 Abs. 1 BPG hält fest, dass die Ausführungsbestimmungen die Arbeitszeit\nsowie die Ferien und den Urlaub regeln. Der GAV SBB enthält im 2. Teil unter\nder Bezeichnung «Normative Bestimmungen» u. a. Bestimmungen über\nÖffentliche Ämter (Ziff. 29), Nebenbeschäftigungen (Ziff. 30) sowie Urlaub\n(Ziff. 56 und Anhang 6).\n3. Im vorliegenden Fall ist strittig, ob die in Frage stehende Tätigkeit des\nBeschwerdeführers in einer Schulbehörde als öffentliches Amt im Sinne\nvon Ziff. 29 GAV SBB gilt und sich damit ein entsprechender Anspruch auf\nbezahlten Urlaub ergibt. Dabei ist die Auslegung des GAV SBB umstritten.\nDessen Rechtmässigkeit im Lichte von übergeordnetem Recht (BPG und\nallenfalls OR) wird zu Recht nicht in Frage gestellt. Zu prüfen bleibt mithin, ob\ndie Vorinstanz eine Bestimmung des GAV SBB mit Bezug auf einen konkreten\nSachverhalt unzutreffend ausgelegt oder unrichtig angewandt hat. Da es\nvorliegend um eine normative, gesetzesersetzende Bestimmung des GAV SBB\ngeht, ist dabei grundsätzlich auf die üblichen Methoden der Gesetzesauslegung\nzurückzugreifen. Deren Ziel ist es, den Sinngehalt einer Norm zu ergründen.\nAuszugehen ist dabei vom Wortlaut der auszulegenden Bestimmung, doch\nkann dieser nicht allein massgebend sein, namentlich wenn der Text unklar\nist oder verschiedene Deutungen zulässt. Vielmehr muss nach der wahren\nTragweite des Wortlauts gesucht werden unter Berücksichtigung der weiteren\nAuslegungselemente, wie namentlich Entstehungsgeschichte und Zweck\nder Norm. Wichtig ist auch die Bedeutung, welche der Norm im Kontext\nmit anderen Bestimmungen zukommt. Das Bundesgericht hat sich bei der\nAuslegung von Erlassen stets von einem Methodenpluralismus leiten lassen\nund nur dann allein auf das grammatikalische Element abgestellt, wenn sich\ndaraus zweifellos eine sachlich richtige Lösung ergab (BGE 127 III 322 E. 2b,\n\n"}