{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-05-31", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-65-95--_2001-05-31.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005357.pdf?ID=150005357", "Checksum": "8a671954a430123c7a6b1664e1d91536"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 65.95 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 31.05.2001 JAAC 65.95 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 31.05.2001 JAAC 65.95 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 31.05.2001 JAAC 65.95 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:08", "Checksum": "75fec483cb4b0c59a98cea66f60eaf09", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 31.05.2001 JAAC 65.95 \r\n\n 2\nWahrheitspflicht. Der Anspruch des Arbeitnehmers geht nicht auf ein\ngutes, sondern ein objektiv wahres Zeugnis (Manfred Rehbinder, Berner\nKommentar, Bern 1995, Art. 330a N. 14). So dürfen im Vollzeugnis auch\nnegative Dinge stehen, wenn sie wahr und für das Zeugnis relevant sind\n(Susanne Janssen, Die Zeugnispflicht des Arbeitgebers, Bern 1996, S. 75).\nKleinliche Korrekturwünsche an einem an sich zutreffenden Zeugnis werden\nvom Richter zurückgewiesen; der Arbeitnehmer hat grundsätzlich keinen\nAnspruch darauf, dass der Arbeitgeber bestimmte Formulierungen wählt\n(vgl. Ullin Streiff / Adrian von Kaenel, Leitfaden zum Arbeitsvertragsrecht,\n5. Aufl., Zürich 1993, Art. 330a N. 3 und 5; Peter Münch, Von der Kündigung\nund ihren Wirkungen, in: Handbücher für die Anwaltspraxis, Stellenwechsel\nund Entlassung, Basel und Frankfurt a.M. 1997, Rz. 1.87 und 1.95).\nbb. Das Arbeitszeugnis muss vollständig sein, d.h. es muss alle\nwesentlichen Tatsachen und Bewertungen enthalten, die für die\nGesamtbeurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung sind (Urteil des\nObergerichts des Kantons Zürich vom 28. November 1994, veröffentlicht in\nJahrbuch des Schweizerischen Arbeitsrechts [JAR] 1996, S. 274; Rehbinder,\na.a.O., Art. 330a OR N. 14). Trotzdem kann nicht jede Information im\nArbeitszeugnis Eingang finden. Das Festhalten von Informationen ist nur\ninsoweit erlaubt, als es die Interessen Dritter erfordern. Zugleich dürfen keine\nhöher einzustufenden Interessen des Arbeitnehmers an der Nichterwähnung\nbestehen (Janssen, a.a.O., S. 70, 75, 123).\n3.a. Gegenstand des Dienstzeugnisses sind namentlich Leistung und\nVerhalten des Arbeitnehmers. Unter Verhalten - und nur dessen Beurteilung\nist im vorliegenden Fall strittig - ist grundsätzlich das dienstliche Verhalten des\nZeugnisempfängers gegenüber Vorgesetzten und Kollegen sowie im gegebenen\nFall gegenüber ihm unterstellten Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen,\ngegenüber Dritten, die Teamfähigkeit, die Beachtung von Vorschriften und\nWeisungen, das Führungsverhalten sowie die Verantwortungsbereitschaft\nzu verstehen (Janssen, a.a.O., S. 111). Dabei darf die Beurteilung nach\nden Vorgaben des Obligationenrechts vom 30. März 1911 (OR, SR 220)\ngrundsätzlich ausschliesslich das Verhalten am Arbeitsplatz betreffen.\nAusserdienstliches Verhalten ist nur zu berücksichtigen, wenn es störend\nauf das Arbeitsverhältnis eingewirkt hat (Rehbinder, a.a.O., Art. 330a N. 8).\nHinweise auf die politischen Anschauungen und die Zugehörigkeit zu\npolitischen Gruppierungen und dergleichen gehören in aller Regel nicht ins\nArbeitszeugnis (Janssen, a.a.O., S. 127 f.).\nb. Anders ist die Rechtslage auch bei privatrechtlichen\nArbeitsverhältnissen, wenn das ausserdienstliche Verhalten zufolge einer\ngesteigerten Treuepflicht zu Recht Gegenstand des Interesses des Arbeitgebers\nist, was bei einem Tendenzbetrieb regelmässig der Fall ist. Hier zeigen sich\nauch die Grenzen der Grundrechtsverwirklichung - namentlich im Hinblick\nauf die Meinungsäusserungsfreiheit - im privaten Arbeitsverhältnis besonders\ndeutlich (Frank Vischer, Der Arbeitsvertrag, 2. Aufl., Basel 1994, S. 168 f.).\nEntsprechend sind die dargelegten Grundsätze zur Zeugnisrelevanz privaten\n\n"}