{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2000-10-06", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-65-44--_2000-10-06.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005189.pdf?ID=150005189", "Checksum": "f83605ea7bc47609082841a7daa47673"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 65.44 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 06.10.2000 JAAC 65.44 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 06.10.2000 JAAC 65.44 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 06.10.2000 JAAC 65.44 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:52", "Checksum": "d805364b61352f52295175a849cb15ed", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 06.10.2000 JAAC 65.44 \r\n\n 2\nE. 2b; nicht veröffentlichte Entscheide der PRK vom 26. Juni 1998 i.S. B. [PRK\n1997-045] E. 4b [bestätigt durch das Urteil des Bundesgerichts vom 4. Februar\n1999], vom 23. April 1998 i.S. T. [PRK 1997-039] E. 4a, vom 8. Oktober 1996 i.S. B.\n[PRK 1995-006] E. 2b und vom 18. Dezember 1995 i.S. B. [PRK 1995-014], E. 3).\nbb. Die im Zeugnis erwähnten Tatsachen müssen objektiv richtig sein;\nden Werturteilen sind verkehrsübliche Massstäbe zugrunde zu legen und\nes ist pflichtgemässes Ermessen anzuwenden, wobei dem Arbeitgeber ein\ngewisser Spielraum zusteht. Ein Ermessensfehlgebrauch liegt erst dann vor,\nwenn einem Werturteil objektiv falsche Tatsachen zugrunde gelegt oder\nandere als verkehrsübliche Massstäbe herangezogen werden (vgl. Rehbinder,\na.a.O., Art. 330a OR N. 14; Ullin Streiff / Adrian von Känel, Leitfaden zum\nArbeitsvertragsrecht, 5. Aufl., Zürich 1993, Art. 330a N. 3). Unter Leistung\nsind sowohl das berufliche Können als auch die tatsächliche Anwendung\ndesselben bei der Verrichtung der Arbeit zu verstehen. Unter Verhalten sind\nalle übrigen Eigenschaften zu begreifen, welche die dienstliche Brauchbarkeit\ndes Arbeitnehmers beeinflussen und bei der Arbeit zu Tage treten, also vorab\ndas dienstliche Verhalten während der Arbeit (Wilhelm Schönenberger / Adrian\nStaehelin, Zürcher Kommentar, Zürich 1996, Art. 330a OR N. 14).\ncc. Das Zeugnis hat grundsätzlich das Fortkommen des Arbeitnehmers\nzu fördern, sollte also wohlwollend sein, doch findet das Wohlwollen eine\nGrenze an der Wahrheitspflicht. Der Anspruch des Arbeitnehmers geht\nnicht auf ein gutes, sondern ein objektiv wahres Zeugnis (Rehbinder, a.a.O.,\nArt. 330a N. 14). So dürfen im Vollzeugnis sogar negative Dinge stehen, wenn\nsie wahr und für das Zeugnis relevant sind (Janssen, a.a.O., S. 75). Kleinliche\nKorrekturwünsche an einem an sich zutreffenden Zeugnis werden vom\nRichter zurückgewiesen; der Arbeitnehmer hat grundsätzlich keinen Anspruch\ndarauf, dass der Arbeitgeber bestimmte Formulierungen wählt (vgl. Streiff/von\nKaenel, a.a.O., Art. 330a N. 3 und 5; Peter Münch, Von der Kündigung und\nihren Wirkungen in: Handbücher für die Anwaltspraxis, Stellenwechsel und\nEntlassung, Basel und Frankfurt am Main 1997, Rz. 1.87 und 1.95).\ndd. Das Arbeitszeugnis muss vollständig sein, d. h. es muss alle\nwesentlichen Tatsachen und Bewertungen enthalten, die für die\nGesamtbeurteilung des Arbeitnehmers von Bedeutung sind (Urteil des\nObergerichts des Kantons Zürich, veröffentlicht in JAR 1996, S. 274; Rehbinder,\na.a.O., Art. 330a OR N. 14). Trotzdem kann nicht jede Information im\nArbeitszeugnis Eingang finden. Das Festhalten von Informationen ist nur\ninsoweit erlaubt, als es die Interessen Dritter erfordern. Zugleich dürfen keine\nhöher einzustufenden Interessen des Arbeitnehmers an der Nichterwähnung\nbestehen (Janssen, a.a.O., S. 70, 75, 123).\nb. Die Beschwerdeführerin macht geltend, das von Professor X am\n1. Dezember 1999 ausgestellte Arbeitszeugnis enthalte immer noch Passagen,\ndie in einem korrekten Zeugnis nichts verloren hätten. Insbesondere sei der\nHinweis, dass die Probezeit verlängert worden ist, wegzulassen. Mithin gilt\nes zu prüfen, ob das Interesse Dritter an der Erwähnung dieser Tatsache\ngrösser ist als dasjenige der Beschwerdeführerin am Verzicht auf einen\nentsprechenden Hinweis im Arbeitszeugnis. Die Erwähnung der Tatsache,\ndass die Probezeit im gegenseitigen Einvernehmen von drei auf sechs Monate\nverlängert wurde, ist ohne Zweifel geeignet, das berufliche Fortkommen\neines Arbeitnehmers zu erschweren. Da es sich dabei weder um eine Angabe\n\n3\nzu Art und Dauer des Arbeitsverhältnisses noch eine solche zu Leistung\nund Verhalten des Arbeitnehmers handelt, besteht kein schützenswertes\nInteresse Dritter, hierüber informiert zu werden. Fehlt es somit an einem\nüberwiegenden Interesse Dritter an der Erwähnung der Tatsache, dass die\nProbezeit verlängert wurde, muss auf diesen Hinweis verzichtet werden.\nInsoweit auf die Beschwerde eingetreten werden kann, erweist sie sich\ndemzufolge als offensichtlich begründet und ist gutzuheissen. Der fragliche\nSatz im Dienstzeugnis ist wie folgt zu formulieren: «Frau E. verlässt uns auf\neigenen Wunsch per 31.05.1999.»\n\nInformations générales sur la Commission fédérale de recours en matière de\npersonnel fédéral\n\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 65.44 - Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 6. Oktober\n2000 i.S. E. [PRK 2000-021]\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 2001\nAnnée\nAnno\n\nBand 65\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 005 189\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}