{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1998-10-23", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-63-43--_1998-10-23.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150004268.pdf?ID=150004268", "Checksum": "6c864215f78549a7ac6f73ba3d957def"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 63.43 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 23.10.1998 JAAC 63.43 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 23.10.1998 JAAC 63.43 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 23.10.1998 JAAC 63.43 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:26:29", "Checksum": "434eafb93697af96c68c624cbcdae435", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 23.10.1998 JAAC 63.43 \r\n\n 2\nausgewählte Fragen, in: ZBl 95 [1994], S. 449). Der Bedienstete hat lediglich\ndann Anspruch auf Besoldung während der Dienstaussetzung, sofern dies\nausdrücklich festgehalten wird. Für die Zeit der Krankheit, des Unfalls,\ndes obligatorischen Militär- und Zivilschutzdienstes oder des Urlaubs\nenthalten die Art. 73, 74 und 81 der Beamtenordnung (2) vom 15. März 1993\n(BO 2, SR 172.221.102) die entsprechenden Bestimmungen. Diese Regelung\nentspricht weitestgehend dem privaten Arbeitsrecht, wonach ein beschränkter\nAnspruch auf Lohnzahlung besteht, wenn der Arbeitnehmer aus Gründen,\ndie in seiner Person liegen, wie Krankheit, Unfall, Erfüllung gesetzlicher\nPflichten oder Ausübung eines öffentlichen Amtes, ohne sein Verschulden\nan der Arbeitsleistung verhindert wird (Art. 324a des Bundesgesetzes vom\n30. März 1911 betreffend die Ergänzung des Schweizerischen Zivilgesetzbuchs,\nFünfter Teil: Obligationenrecht [OR], SR 220). Die herrschende Lehre führt\nzu Art. 324a OR aus, dass auch bei unverschuldeter Untersuchungshaft ein\nbeschränkter Lohnfortzahlungsanspruch bestehe (Jürg Brühwiler, Kommentar\nzum Einzelarbeitsvertrag, 2. Aufl., Bern 1996, N. 2 zu Art. 324a OR; Manfred\nRehbinder, Schweizerisches Arbeitsrecht, 13. Aufl., Bern 1997, S. 80; derselbe,\nBerner Kommentar VI 2/2/1, Bern 1985, N. 11 zu Art. 324a OR; Wilhelm\nSchönenberger / Adrian Staehelin, Zürcher Kommentar V 2c, Zürich 1996,\nN. 17 zu Art. 324a OR; Ullin Streiff / Adrian von Kaenel, Arbeitsvertrag, 5. Aufl.,\nZürich 1993, N. 19 zu Art. 324a/b OR). Zur Frage, wann die Untersuchungshaft\nverschuldet und wann sie unverschuldet ist, bestehen unterschiedliche\nMeinungen. Zum Teil wird angenommen, die Untersuchungshaft sei\nselbstverschuldet, wenn der Verhaftete später für schuldig erklärt werde\n(Schönenberger / Staehelin, a.a.O., N. 26 zu Art. 324a OR). Andere Autoren\nvertreten die Meinung, auf eine spätere Verurteilung komme es nicht\nan (Brühwiler, a.a.O.; Rehbinder, Berner Kommentar, a.a.O.; Streiff / von\nKaenel, a.a.O.). Das Privatrecht stellt überdies strenge Anforderungen an das\nVerschulden. So gelten beispielsweise Sportunfälle bei normaler sportlicher\nBetätigung auch bei riskanten Sportarten (Skifahren, Bergsteigen, Deltasegeln)\nim Zweifel als unverschuldet (vgl. BGE 122 III 271 E. 3a/aa und 104 V 22 f. E. 1;\nRehbinder, Schweizerisches Arbeitsrecht, a.a.O., S. 81).\nAus den vorstehenden Erwägungen ist zu schliessen, dass auch für das\nöffentliche Dienstrecht des Bundes die Lohnfortzahlungspflicht nur bei\nunverschuldeter Untersuchungshaft in Frage kommen kann. In welchen\nFällen und unter welchen Umständen die Untersuchungshaft als verschuldet\nzu betrachten ist und eine Lohnfortzahlungspflicht des öffentlich-rechtlichen\nArbeitgebers ausschliesst, braucht nicht abschliessend untersucht zu werden.\nDenn die Untersuchungshaft des Beschwerdeführers, der durch seine\nHandlungsweise zumindest die objektiven Tatbestandsmerkmale einer\nstrafbaren Handlung gegen die körperliche Integrität einer anderen Person\nerfüllt, ist klarerweise auch dann als verschuldet zu bezeichnen, wenn ein\nstrenger Massstab angesetzt wird, um das Verschulden an der Verhinderung\neiner Arbeitsleistung zu bejahen. Dem Wortlaut der erstinstanzlichen\nVerfügung und den Erwägungen im angefochtenen Beschwerdeentscheid\nist zu entnehmen, dass die Dienstenthebung mit Entzug der Besoldung\nnur für die Dauer der Untersuchungshaft gilt. Sollte auch für die Zeit nach\neiner allfälligen Entlassung des Beschwerdeführers aus der Haft eine\nDienstenthebung verfügt werden, liesse sich ein vollständiger Entzug der\nBesoldung wohl nicht rechtfertigen.\n\n3\n4\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 63.43 - Auszug aus einem Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission\nvom 23. Oktober 1998\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1999\nAnnée\nAnno\n\nBand 63\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 004 268\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}