{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-12-17", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-62-36--_1996-12-17.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003890.pdf?ID=150003890", "Checksum": "b9c09f1cf611c8a7b47453e10eaf5080"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.36 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 17.12.1996 JAAC 62.36 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 17.12.1996 JAAC 62.36 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 17.12.1996 JAAC 62.36 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:54", "Checksum": "f24d74ac4fe0b83a4432c4e2e1decffc", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 17.12.1996 JAAC 62.36 \r\n\n 7\nDer Beschwerdeführer ist der Auffassung, die in Art. 336c Abs. 3 Bst. b OR\ngeregelte Sperrfrist komme im Bereich des öffentlichen Rechts sinngemäss zur\nAnwendung. Wie es sich damit verhält, ist im folgenden zu prüfen.\nb. Die Bestimmungen des Obligationenrechts über den Arbeitsvertrag gelten\nmit Ausnahme der Art. 331a bis 331c OR ausschliesslich für privatrechtliche\nArbeitsverhältnisse (Art. 342 Abs. 1 Bst. a OR; vgl. auch Adrian Staehelin /\nFrank Vischer, Zürcher Kommentar, Bd. V 2c, Zürich 1996, N. 2 zu Art. 342\nOR; ferner BBl 1967 II 403 f.). Auf öffentlichrechtliche Arbeitsverhältnisse\nsind die Bestimmungen nicht direkt anwendbar. Sie sind mittelbar\nnur dann anwendbar, wenn das öffentliche Recht sie als anwendbar\nerklärt. Diesfalls gelten sie indes nicht mehr als privates, sondern als\nöffentliches Recht (vgl. Staehelin / Vischer, a. a. O., N. 3 zu Art. 342 OR; René\nRhinow / Beat Krähenmann, Schweizerische Verwaltungsrechtsprechung,\nErgänzungsband, Basel 1990, Nr. 147 B1, S. 469). Die privatrechtlichen\nBestimmungen können im gleichen Sinne herangezogen werden, wenn sich\nergibt, dass das anwendbare öffentliche Dienstrecht eine Lücke aufweist,\ndie im Rahmen der Rechtsanwendung geschlossen werden muss. Ganz\nallgemein lässt sich überdies sagen, dass bei der Auslegung des öffentlichen\nDienstrechts die im privatrechtlichen Arbeitsrecht getroffene Regelung\nim Sinne einer Annäherung von privatrechtlichem und öffentlichem\nArbeitsrecht berücksichtigt werden kann, soweit nicht zum vornherein\nunterschiedliche Normierungen bestehen (Jürg Brühwiler, Kommentar zum\nEinzelarbeitsvertrag, Bern 1996, N. 1d zu Art. 342 OR).\nEine im Rahmen der Rechtsanwendung zu schliessende Lücke liegt im\nBereich des öffentlichen Rechts vor, wenn die gesetzliche Regelung nach\nden dem Gesetz selber zugrunde liegenden Wertungen und Zielsetzungen als\nunvollständig und daher ergänzungsbedürftig erachtet werden muss (BGE\n102 Ib 225 f. E. 2; vgl. auch BGE 109 Ib 218 E. 2; 322 E. 4b; Häfelin / Müller,\na. a. O., Rz. 191 ff., insbesondere N. 201; Rhinow/Krähenmann, a. a. O., Nr. 23,\nS. 72 f.; Pierre Moor, Droit administratif, Bd. I, 2. Aufl., Bern 1994, S. 154 ff.; zur\nklassischen Unterscheidung zwischen echter und unechter Lücke vgl. BGE 121\nIII 225 f.)\nc. Die Sperrfrist von Art. 69 Abs. 2 Bst. a AO SBB entspricht im wesentlichen\nder für das privatrechtliche Arbeitsverhältnis geltenden Sperrfrist von\nArt. 336c Abs. 1 Bst. a OR. In den Einzelheiten unterscheiden sich die beiden\nRegelungen jedoch. So ist die im Privatrecht geregelte Sperrfrist länger, wenn\nder schweizerische obligatorische Militär- oder Zivilschutzdienst mehr als\nzwölf Tage dauert. In diesem Falle erstreckt sie sich auch auf den Zeitraum\nvon vier Wochen vor und nach der Dienstleistung. Nicht ausdrücklich genannt\nist in Art. 69 Abs. 2 Bst. a AO SBB sodann die Leistung von Militärischem\nFrauendienst und Rotkreuzdienst. Die in Art. 69 Abs. 2 Bst. b AO SBB statuierte\nSperrfrist während der Schwangerschaft und in den sechzehn Wochen nach\nder Niederkunft deckt sich mit jener von Art. 336c Abs. 1 Bst. c OR.\nDie AO SBB enthält in Bezug auf die Kündigung zur Unzeit und die\nentsprechenden Sperrfristen im wesentlichen die gleiche Regelung wie die\nAngestelltenordnung vom 10. November 1959 (AngO, SR 172.221.104), die\nunter anderem für die Angestellten der Departemente gilt (Art. 1 Abs. 2 AngO).\nAuch die AngO kennt lediglich die Sperrfristen während obligatorischen\nDienstleistungen und bei Schwangerschaft (Art. 8 Abs. 4 Bst. a und b AngO).\n\n"}