{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-05-20", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-62-19--_1997-05-20.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003830.pdf?ID=150003830", "Checksum": "896e4a2d91ecebecf4a5edc39c8f318c"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.19 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 20.05.1997 JAAC 62.19 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 20.05.1997 JAAC 62.19 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 20.05.1997 JAAC 62.19 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:15", "Checksum": "edc489648b3663c8cd3d5ff0e9df3541", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 20.05.1997 JAAC 62.19 \r\n\n1. Nach Art. 58 Abs. 2 Bst. b Ziff. 3 des Beamtengesetzes vom 30. Juni 1927\n(BtG, SR 172.221.10) ist die PRK unter anderem Rechtsmittelinstanz für\nBeschwerden gegen erstinstanzliche Verfügungen der Departemente\nbetreffend vermögensrechtliche Ansprüche aus dem Dienstverhältnis,\nsoweit die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht zulässig\nist. Die vorliegende Beschwerde richtet sich gegen eine Verfügung des\nEMD. Die Fürsorgeleistungen bei Berufsunfällen gemäss Art. 62 der\nBeamtenordnung (1) vom 10. November 1959 (BO 1, SR 172.221.101) stellen\neinen vermögensrechtlichen Anspruch im Sinne von Art. 58 Abs. 2 BtG dar\n(vgl. E. 3d). Ein Ausschliessungsgrund nach Art. 99 bis 101 des Bundesgesetzes\nvom 16. Dezember 1943 über die Organisation der Bundesrechtspflege (OG,\nSR 173.110) liegt nicht vor. Die Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das\nBundesgericht ist somit zulässig und die PRK zur Beurteilung der vorliegenden\nBeschwerdesache zuständig.\nDie Beschwerde ist frist- und formgerecht eingereicht worden (Art. 50 in\nVerbindung mit Art. 22a und Art. 51 des Bundesgesetzes vom 20. Dezember\n1968 über das Verwaltungsverfahren [VwVG], SR 172.021). Auf die Beschwerde\nist einzutreten.\n2. Bei Tod als Folge eines Berufsunfalles hat der überlebende Ehegatte nach\nArt. 62 Abs. 1 Bst. b BO 1 Anspruch auf eine aufgrund von Art. 35 bis 37\nder Verordnung vom 24. August 1994 über die Pensionskasse des Bundes\n(PKB-Statuten, SR 172.222.1) und des nach Art. 62 Abs. 3 BO 1 massgebenden\nVerdienstes berechnete Rente. Nach Art. 62 Abs. 2 Bst. a BO 1 werden Renten\n\n3\nund Taggelder der SUVA auf Ansprüche nach Abs. 1 angerechnet. Art. 62 Abs. 2\nBst. a BO 1 ist seit Erlass der Verfügung der EVK vom 1. Oktober 1994 nicht\nabgeändert worden.\nDie EVK hat in ihrer Verfügung vom 1. Oktober 1994 die SUVA-Rente entgegen\nArt. 62 Abs. 2 Bst. a BO 1 nicht angerechnet. Der erste Rentenentscheid\nvom 1. Oktober 1994 erweist sich unter diesen Umständen als eindeutig\nfehlerhaft. Gemäss den nicht zu beanstandenden Berechnungen der EVK\nin ihrem Bescheid vom 16. Februar 1996 belief sich der Anspruch der\nBeschwerdeführerin auf eine Rente nach Art. 62 BO 1 auf folgende monatliche\nBeträge:\n\n16.04. - 30.04.1994 Fr. 6683.-\n01.05. - 31.12.1994 Fr. 3443.-\n01.01. - 31.12.1995 Fr. 3443.-\nab 01.01.1996 Fr. 3476.70\n\nDie Vorinstanz hat die Zahlen und die Berechnungsweise der EVK an sich\nübernommen, kommt für die Jahre 1995 und 1996 indessen zu anderen\nResultaten. Dabei handelt es sich offensichtlich um Verschriebe, welche die\nBeschwerdeinstanz jederzeit berichtigen kann (Art. 69 Abs. 3 VwVG).\n3. Da die Verfügung der EVK vom 1. Oktober 1994 klar rechtsfehlerhaft war,\nstellt sich die Frage, inwiefern auf sie zurückgekommen werden kann.\na. Art. 62 BO 1 enthält hinsichtlich Abänderung und Rückforderung von\nFürsorgeleistungen keine Bestimmung. Art. 62 Abs. 2 Bst. a BO 1 verweist\nzwar auf Art. 35 bis 38 PKB-Statuten, worin indessen nur die Höhe und die\nDauer der Hinterlassenenleistungen festgesetzt sind. Die Berichtigung von\nLeistungen und die Rückforderung nicht geschuldeter Leistungen der EVK\n(heute: Pensionskasse) regelt demgegenüber Art. 11 PKB-Statuten. Da es sich\nbei den vorliegend zu behandelnden Fürsorgeleistungen bei Berufsunfall\naber um keine Leistungen im Sinne der PKB-Statuten handelt, ist Art. 11\nPKB-Statuten auf die Abänderung derselben nicht anwendbar.\nb. Die Verfügung vom 1. Oktober 1994 liesse sich ohne weiteres abändern,\nwenn ein Nichtigkeitsgrund vorläge. Dies ist jedoch nicht der Fall. Bis zum\n31. Dezember 1995 war die EVK nach Art. 2 Bst. d des Bundesratsbeschlusses\nvom 30. Oktober 1975 über die Organisation der EVK im EFD (SR 172.215.122)\nfür die Vorbereitung und den Vollzug der Vorschriften über die Fürsorge\nbei Berufsunfällen im Bereich der Departemente zuständig. Erst seit der\nRevision der BO 1 vom 18. Oktober 1995 (in Kraft seit 1. Januar 1996) ist\ndie Wahlbehörde für Entscheide nach Art. 62 BO 1 zuständig. Die EVK war\nzum Erlass der Verfügung vom 1. Oktober 1994 somit befugt. Ein anderer\nNichtigkeitsgrund ist nicht ersichtlich.\nc. Die Verfügung vom 1. Oktober 1994 ist nicht angefochten worden. Sie\nist in formelle, nicht aber in materielle Rechtskraft erwachsen. Diese\ndem zivilprozessualen Urteil eigene unbedingte Bestandeskraft kommt\nformell rechtskräftigen Verwaltungsverfügungen nämlich nicht zu, da\nsie unter gewissen Umständen abänderbar sind, weshalb hier besser von\nder Rechtsbeständigkeit der Verfügung zu sprechen ist (vgl. Alfred Kölz /\nIsabelle Häner, Verwaltungsverfahren und Verwaltungsrechtspflege des\n\n"}