{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-60-72--_1995-07-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003173.pdf?ID=150003173", "Checksum": "a47474c5dcfc994fb08601b19cd4c32d"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.72 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:55", "Checksum": "9dc1143b7118862ef12308cb1a37cd0c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 21.07.1995 JAAC 60.72 \r\n\n 8\nbis Ende März 1987 abgezogenen Beträge trat die Verjährung ein, weil der\nBeschwerdeführer sich diese Abzüge im Vertrauen auf die Auskunft des\nEMD schliesslich gefallen liess. Die strikte Beachtung des Rechtsinstituts\nder Verjährung erscheint bei dieser Ausgangslage unter Beachtung des\nGrundsatzes von Treu und Glauben als ungerecht und stossend, so dass der\nVerwaltung die Berufung auf die Verjährung zu verwehren ist.\nd. Die Interessenabwägung zwischen dem Vertrauensschutz und dem\nöffentlichen Interesse beziehungsweise der Rechtssicherheit fällt im\nvorliegenden Fall klarerweise zugunsten des Vertrauensprinzips aus. Der\nUmstand, dass der an sich verjährte Lohnabzug aufgehoben wird, hat keine\nschwerwiegende Einbusse in bezug auf die Rechtssicherheit zur Folge.\nNamentlich ergeben sich hier auch keinerlei Beweisschwierigkeiten für die\nBemessung des Anspruchs des Beschwerdeführers (vgl. Gygi, a. a. O., S. 300).\n6. Zum gleichen Ergebnis führt die folgende Erwägung: Ist der Staat\nSchuldner einer öffentlichrechtlichen Forderung, ist die Verjährung gemäss\nRechtsprechung nicht von Amtes wegen zu berücksichtigen, sondern nur,\nwenn das Gemeinwesen einen entsprechenden Einwand erhebt (BGE 111 Ib\n277 E. 3a bb, 106 Ib 364 E. 3a; Häfelin/Müller, a. a. O., S. 150, Rz. 635 f.). Grund\ndafür ist, dass durchaus beachtliche Gründe bestehen können, diese Einrede\nnicht zu erheben (BGE 101 Ib 349 f.). Im vorliegenden Fall hat das EMD den\nEinwand der Verjährung zwar erhoben. Das steht in seinem Ermessen. Die\nEidgenössische Personalrekurskommission kann die bei ihr angefochtenen\nVerfügungen indes mit uneingeschränkter Kognition überprüfen,\ninsbesondere auch auf ihre Angemessenheit hin (vgl. Art. 49 Bst. c VwVG).\nEine solche Prüfung führt die Eidgenössische Personalrekurskommission\nzum Schluss, dass die Erhebung der Verjährungseinrede im vorliegenden\nFall unangemessen ist. Als entscheidend erachtet sie dabei einerseits die dem\nBeschwerdeführer seinerzeit erteilte falsche Auskunft. Anderseits gewichtet\nsie - und dies im Gegensatz zu einem Fall, in dem lediglich eine bestimmte\nZulage nicht ausgerichtet wurde - die Tatsache, dass dem Beschwerdeführer\neine Rente zumindest teilweise vorenthalten würde, die er als Ausgleich für\nseine Beeinträchtigung der körperlichen Integrität zugesprochen erhalten hat.\nDie Eidgenössische Personalrekurskommission hält es für unangemessen,\nwenn in einem solchen Fall die Einrede der Verjährung erhoben wird.\nDas gilt insbesondere auch deshalb, weil, wie bereits erwähnt (vgl. E. 5.d),\nder Zeitablauf keinerlei Probleme für die Bemessung des Anspruchs des\nBeschwerdeführers schafft.\n7. Die Beschwerde ist somit grundsätzlich gutzuheissen. Da die\nBeschwerdeinstanz gemäss Art. 61 Abs. 1 VwVG in der Regel selbst zu\nentscheiden hat, ist die Verfügung des EMD vom 12. Oktober 1994 durch ein\nreformatorisches Urteil der Eidgenössischen Personalrekurskommission\nzu ersetzen, zumal sich der neu zuzusprechende Betrag aufgrund der\nAkten berechnen lässt. Wie in der angefochtenen Verfügung festgehalten\nund vom Beschwerdeführer anerkannt wird, betrug der Betrag für die\nAnrechnung der Rente auf die Besoldung von Oktober 1967 bis Ende März\n1992 insgesamt Fr. 21 641.25. Hinzu kommen Ansprüche auf Schadensbeziehungsweise Verzugszinsen. Aus den von der Verwaltung eingereichten\nKopien aus dem Personaldossier des Beschwerdeführers geht hervor, dass\nder erste unberechtigte Lohnabzug im März 1969 (zum Teil rückwirkend bis\nOktober 1967) und der letzte im März 1992 erfolgte. Als Ausgleich für die dem\n\n9\nBeschwerdeführer während dieser Zeit monatlich zu Unrecht vorenthaltenen\nTeilbeträge ist dem Beschwerdeführer auf dem gesamthaft berechneten\nBetrag von Fr. 21 641.25 ein Schadenszins in der Höhe von 5 % ab mittlerem\nVerfall zwischen den beiden Eckdaten (März 1969 und März 1992), also\nab dem 17. September 1980 bis zum 31. März 1992, das heisst Fr. 12 496.-,\nzuzusprechen (vgl. BGE 82 II 35; Guhl\nTheo / Merz Hans / Koller Alfred, Das Schweizerische Obligationenrecht, 8. Aufl.,\nZürich 1991, S. 73 f.; Moor Pierre, Droit administratif, Bd. I, Bern 1994, S. 58 f.).\nDie Schweizerische Eidgenossenschaft ist daher zu verpflichten, dem\nBeschwerdeführer einen Betrag von total Fr. 34 137.25 (Fr. 21 641.25 +\nFr. 12 496.-) zurückzuerstatten. Da die personalrechtlichen Erlasse des Bundes\ndie Ausrichtung von Verzugszinsen nicht ausschliessen, ist auf diesem Betrag\nab 1. April 1992 ein Verzugszins von 5 % geschuldet (vgl. Grisel, a. a. O., Bd. II,\nS. 622; Häfelin/Müller, a. a. O., S. 144 f., Rz. 606 f.; Moor, a. a. O., Bd. II, S. 44 f.).\n\n10\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 60.72 - Entscheid der Eidgenössischen Personalrekurskommission vom 21. Juli 1995\n\nIn Verwaltungspraxis der Bundesbehörden\nDans Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération\nIn Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione\n\nJahr 1996\nAnnée\nAnno\n\nBand 60\nVolume\nVolume\n\nSeite ---\nPage\nPagina\n\nRef. No 150 003 173\n\nDas Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert.\nLe document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale.\nIl documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.\n"}