{"Signatur": "CH_VB_012", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-07-21", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_012_JAAC-60-72--_1995-07-21.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003173.pdf?ID=150003173", "Checksum": "a47474c5dcfc994fb08601b19cd4c32d"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.72 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona 21.07.1995 JAAC 60.72 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral jusqu'à 2006"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Commissione di ricorso in materia di persona"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Commission fédérale de recours en matière de personnel fédéral, bis 2006"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:55", "Checksum": "9dc1143b7118862ef12308cb1a37cd0c", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Eidgenössische Personalrekurskommission 21.07.1995 JAAC 60.72 \r\n\n 6\nBerücksichtigung des Grundsatzes von Treu und Glauben sei es deshalb\nso zu halten, als wäre die Abzugsverfügung nie erfolgt, womit auch keine\nVerjährung habe eintreten können.\na. Das in Art. 4 BV enthaltene Gebot von Treu und Glauben gibt dem Bürger\neinen Anspruch auf Schutz des berechtigten Vertrauens, das er in behördliche\nZusicherungen und sonstiges, bestimmte Erwartungen begründendes\nVerhalten der Behörden setzt. Dieser Vertrauensschutz bedarf allerdings\nzunächst eines Anknüpfungspunktes. Es muss ein Vertrauenstatbestand,\ndas heisst eine Vertrauensgrundlage vorhanden sein. Darunter ist das\nVerhalten eines staatlichen Organs zu verstehen, das beim betroffenen\nBürger bestimmte Erwartungen auslöst. Vertrauensgrundlage können\netwa Verfügungen, verwaltungsrechtliche Verträge sowie Auskünfte und\nZusicherungen darstellen. So ist eine (selbst unrichtige) Auskunft oder\nZusicherung, welche eine Behörde dem Bürger erteilt und auf die er sich\nverlassen hat, unter gewissen Umständen bindend. Dafür müssen kumulativ\nfolgende Voraussetzungen gegeben sein:\n1. Die Angaben der Behörde beziehen sich auf eine konkrete, den betreffenden\nBürger berührende Angelegenheit;\n2. Die Amtsstelle war für die betreffende Auskunft oder Zusicherung zuständig\noder durfte vom Bürger aus zureichenden Gründen als zuständig betrachtet\nwerden;\n3. Der Bürger konnte die Unrichtigkeit der Auskunft oder Zusicherung nicht\nohne weiteres erkennen;\n4. Der Bürger traf im Vertrauen auf die Zusicherung oder die Richtigkeit der\nAuskunft Dispositionen, die nicht ohne Nachteil rückgängig gemacht werden\nkönnen;\n5. Die gesetzliche Ordnung hat seit der Auskunftserteilung oder Zusicherung\nkeine Änderung erfahren.\nDoch selbst wenn diese Voraussetzungen alle erfüllt sind, steht nicht fest,\nob der Private mit seiner Berufung auf Treu und Glauben durchdringen\nkann. Vielmehr ist zwischen dem Interesse am Vertrauensschutz und einem\neventuellen entgegenstehenden öffentlichen Interesse abzuwägen. Überwiegt\ndas öffentliche Interesse an der Anwendung des positiven Rechts, muss sich\nder Bürger diesem unterziehen.\n(Zum Ganzen: BGE 118 Ia 254, 117 Ia 285, 116 Ib 187, 116 V 298, 115 Ia 12,\n108 Ib 385, 101 Ia 100; Grisel André, Traité de droit administratif, Bd. I,\nNeuenburg 1984, S. 390 ff.; Häfelin/Müller, a. a. O., S. 117 ff., Rz. 521 ff.;\nHaefliger Arthur, Alle Schweizer sind vor dem Gesetze gleich, Bern 1985,\nS. 220 f.; Imboden Max / Rhinow René A. / Krähenmann Beat, Schweizerische\nVerwaltungsrechtsprechung, Frankfurt am Main 1990, Nr. 74 und Nr. 75 B\nIII/b/2; Knapp Blaise, Précis de droit administratif, 4. Aufl., Basel / Frankfurt\nam Main 1991, S. 108 ff., 4. Aufl.; Weber-Dürler Beatrice, Vertrauensschutz im\nöffentlichen Recht, Basel / Frankfurt am Main 1983, S. 112, 204 ff.;)\nb. Im vorliegenden Fall wurde dem Beschwerdeführer am 26. Februar 1969\nvom Rechnungsführer mündlich mitgeteilt, wegen der ihm zugesprochenen\nInvalidenrente werde ein Lohnabzug vorgenommen. Der Beschwerdeführer\nwar damit zunächst nicht einverstanden und erkundigte sich in bezug auf\n\n"}