{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-10-18", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-66-49--_2001-10-18.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005591.pdf?ID=150005591", "Checksum": "b48393932d8c33eaeaffb138632249e7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.49 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 18.10.2001 JAAC 66.49 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 18.10.2001 JAAC 66.49 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 18.10.2001 JAAC 66.49 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:20", "Checksum": "78d7b71fac23f65f3612df8fe1335164", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 18.10.2001 JAAC 66.49 \r\n\n 2\nbeanstandet die Ausstrahlung der Szene, in welcher sich der Geiselnehmer die\nPistole an die Schläfe setzt und anschliessend zusammenbricht. Er sieht darin\neine «Veramerikanisierung» des Fernsehens, Gewalt werde verharmlost. Die\nAusstrahlung sei zudem zu einer Zeit erfolgt, während der noch viele Kinder\nfernsehen würden.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991\nüber Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) wurde die Schweizerische\nRadio- und Fernsehgesellschaft SRG SSR idée suisse (im Folgenden: SRG;\nBeschwerdegegnerin) zur Stellungnahme eingeladen. In ihrer Antwort\nvom 31. August 2001 beantragt sie, die Beschwerde sei abzuweisen. Die\nbeanstandete Sendung habe keine Programmbestimmungen verletzt. Die\nAusstrahlung des Kopfschusses bilde Bestandteil der den Veranstaltern\nzustehenden Programmautonomie. Der Beitrag habe chronologisch den Ablauf\nder aufsehenerregenden Entführung veranschaulicht. Es sei im Übrigen\nAufgabe der Eltern, zu entscheiden, ob Kinder mit negativen Ereignissen\nkonfrontiert werden sollen, welche in einer Nachrichtensendung wie der\n«Tagesschau» zwangsweise immer wieder vermittelt würden.\nAus den Erwägungen:\n1.-2. (Beschwerdelegitimation, Eintretensfragen)\n3. Die Beanstandung definiert das Anfechtungsobjekt und begrenzt insofern\ndie Prüfungsbefugnis der UBI. Diese ist bei der Prüfung des anwendbaren\nRechts frei und nicht an die Vorbringen der Parteien gebunden (vgl. Martin\nDumermuth, Rundfunkrecht, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht,\nBasel/Frankfurt a.M. 1996, Rz. 453). Der Beschwerdeführer rügt, die\nAusstrahlung des Kopfschusses verharmlose Gewalt (Art. 6 Abs. 1, Satz 2 RTVG)\nund sei zudem nicht jugendgerecht, womit er sinngemäss eine Verletzung von\nArt. 3 Abs. 1 RTVG bzw. Art. 7 Ziff. 2 des Europäischen Übereinkommens vom\n5. Mai 1989 über das grenzüberschreitende Fernsehen (EÜGF, SR 0.784.405)\ngeltend macht.\n4. (Begriff des kulturellen Mandats, vgl. VPB 66.17 E. 4.1)\n4.1. Gewisse sensible Bereiche hat der Gesetzgeber in Art. 6 Abs. 1, Satz 2\nRTVG überdies ausdrücklich geregelt. So erklärt er Sendungen als unzulässig,\nwelche die öffentliche Sittlichkeit gefährden, die Gewalt verharmlosen oder\nverherrlichen. Art. 7 Ziff. 1 Bst. b EÜGF bestimmt überdies, dass Sendungen\nGewalt nicht unangemessen herausstellen dürfen. Das Ministerkomitee\ndes Europarats hat dies in seiner Empfehlung Nr. R (97) 19 vom 30. Oktober\n1997[87] über die Darstellung von Gewalt in den elektronischen Medien noch\nbekräftigt. Die Empfehlung richtet sich primär gegen die «sinnlose Darstellung\nvon Gewalt».\n4.2. Eine Verherrlichung oder Verharmlosung von Gewalt ist dann\nanzunehmen, wenn die Gewaltdarstellungen reinem Selbstzweck dienen\nund unverhältnismässig sind. In der Beurteilung stellt die UBI dabei primär\ndarauf ab, ob die ausgestrahlten Gewaltszenen für eine sachgerechte\nInformationsvermittlung notwendig sind oder in Spielfilmen einen\nkünstlerischen Zweck verfolgen (vgl. zur Praxis der UBI, Denis Barrelet, Droit\nde la communication, Bern 1998, Rz. 797 ff.). Gemäss der bundesrätlichen\nBotschaft zum RTVG vom 28. September 1987 erklärt sich die ausdrückliche\n\n"}