{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "2001-08-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-66-17--_2001-08-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150005486.pdf?ID=150005486", "Checksum": "b5f5c1a766e855c079be1b4c4769b729"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 66.17 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.08.2001 JAAC 66.17 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 24.08.2001 JAAC 66.17 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 24.08.2001 JAAC 66.17 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:24:11", "Checksum": "f99644c610c1f14b6d1ad1d17e8113be", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.08.2001 JAAC 66.17 \r\n\n 2\nAus den Erwägungen:\n(…)\n3. Die Beanstandung definiert das Anfechtungsobjekt und begrenzt insofern\ndie Prüfungsbefugnis der UBI. Diese ist bei der Prüfung des anwendbaren\nRechts frei und nicht an die Vorbringen der Parteien gebunden (vgl. Martin\nDumermuth, Rundfunkrecht, in: Schweizerisches Bundesverwaltungsrecht,\nBasel/Frankfurt a.M. 1996, Rz. 453). Der Beschwerdeführer macht eine\nGefährdung der öffentlichen Sittlichkeit im Sinne von Art. 6 Abs. 1 RTVG durch\ndie beanstandete Sendung, insbesondere durch das Shirt der Moderatorin und\nden Beitrag über die Turbogolfer, geltend.\n4. Der Leistungsauftrag von Art. 93 der Bundesverfassung der\nSchweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (BV, SR 101)\nverpflichtet die Veranstalter von Radio- und Fernsehsendungen\ninsbesondere zum Schutz kultureller Werte. Darunter fallen namentlich\ndie juristisch fassbaren Rechtsgüter, die der BV, der Europäischen\nMenschenrechtskonvention vom 4. November 1950 (EMRK, SR 0.101) und dem\nInternationalen Pakt vom 16. Dezember 1966 über bürgerliche und politische\nRechte (SR 0.103.2) zu entnehmen sind.\n4.1. Art. 3 Abs. 1 RTVG konkretisiert das kulturelle Mandat insoweit, als er\ndessen Erfüllung in der Gesamtheit der Programme fordert. Daraus folgt,\ndass nicht jede einzelne Sendung einen positiven Beitrag zur Hebung der\nkulturellen Werte leisten muss. Unzulässig wäre indessen eine Sendung,\ndie in direktem Gegensatz zu dieser Verpflichtung stünde, ihr geradezu\nentgegenwirkte, etwa infolge vorwiegend destruktiven Charakters (VPB\n61.67 S. 636; VPB 60.85 S. 765, VPB 59.66 S. 533). Die UBI stellt überdies im\nZusammenhang mit gewissen sensiblen Bereichen erhöhte Anforderungen\nbezüglich des positiven Erfüllens des kulturellen Auftrags (vgl. dazu\nDumermuth, a.a.O., Rz. 99 ff.; Denis Barrelet, Droit de la communication, Bern\n1998, Rz. 795 ff.). Zu diesen sensiblen Bereichen ist neben dem Grundsatz\nder Menschenwürde und den religiösen Gefühlen auch der Jugendschutz zu\nzählen (vgl. auch Gabriel Boinay, La constestation des émissions de la radio et\nde la télévision, Porrentruy 1996, Rz. 82).\n4.2. Gewisse sensible Bereiche hat der Gesetzgeber in Art. 6 Abs. 1 Satz 2\nRTVG überdies ausdrücklich geregelt. So erklärt er Sendungen als unzulässig,\nwelche die öffentliche Sittlichkeit gefährden, die Gewalt verharmlosen oder\nverherrlichen.\n4.3. Der Begriff der «öffentlichen Sittlichkeit» ist weit zu fassen (vgl. dazu\nDumermuth, a.a.O., Rz. 102). Die Bestimmung bezweckt neben der Wahrung\ndes Sittlichkeitsgefühls in geschlechtlichen Dingen den Schutz grundlegender\nkultureller Werte, wozu insbesondere auch die Menschenwürde und der\nSchutz von Kindern und Jugendlichen zu zählen sind (vgl. dazu UBI-Entscheid\nb. 380 vom 23. April 1999, veröffentlicht in medialex 3/99, S. 179 ff.).\n4.4. Eine explizite Kinder- bzw. Jugendschutzbestimmung findet sich in\nArt. 7 Ziff. 2 des Europäischen Übereinkommens vom 5. Mai 1989 über\ndas grenzüberschreitende Fernsehen (EÜGF, SR 0.784.405). Danach ist\ndie Verbreitung von Sendungen untersagt, die geeignet erscheinen, die\nkörperliche, geistig-seelische oder sittliche Entwicklung von Kindern oder\nJugendlichen zu beeinträchtigen, wenn anzunehmen ist, dass diese die\n\n"}