{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-10-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-62-50--_1997-10-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003941.pdf?ID=150003941", "Checksum": "6a63dec4cd0ae519b69cefc6feefd511"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.50 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.10.1997 JAAC 62.50 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 24.10.1997 JAAC 62.50 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 24.10.1997 JAAC 62.50 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:13", "Checksum": "47c0f7cae9b0bf66c2a123efed75887b", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.10.1997 JAAC 62.50 \r\n\n JAAC 62.50\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 24. Oktober 1997; b. 350\n\nArt. 4 al. 1 LRTV. Exigences en matière de diligence journalistique lors\nde la diffusion d’une émission dont le contenu viole les dispositions sur\nles programmes.\nLorsqu’un film, par lui-même, viole les dispositions sur le droit des\nprogrammes, il est possible d’y remédier en le faisant précéder d’une\nintroduction et suivre d’un débat, si la révélation des lacunes du film\npermet au public de se former malgré tout librement une opinion\npropre.\n\nArt. 4 Abs. 1 RTVG. Journalistische Sorgfaltspflichten\nim Zusammenhang mit der Ausstrahlung eines an sich\nprogrammrechtswidrigen Beitrags.\nEin an sich programmrechtswidriger Film lässt sich durch die\nEinbettung in eine Anmoderation und eine anschliessende Diskussion\nheilen, wenn sich das Publikum aufgrund der Offenlegung der Mängel\ndes Films trotzdem frei eine eigene Meinung bilden kann.\n\nArt. 4 cpv. 1 LRTV. Dovere di diligenza giornalistica riguardo a una\ntrasmissione che in sé viola il diritto in materia di programmi.\nSe un filmato viola il diritto in materia di programmi, è possibile\nporvi rimedio facendolo precedere da un’introduzione e seguire da\nun dibattito che, mostrandone le carenze, consentano al pubblico di\nformarsi liberamente una propria opinione.\n\n1\nZusammenfassung des Sachverhalts:\n\nA. Am 3. Juli 1997 strahlte das Schweizer Fernsehen DRS im Rahmen des\nSendegefässes DOK den Dokumentarfilm «Nazigold und Judengeld» aus.\nDie DOK-Sendung bestand aus drei Teilen: In einer Einleitung distanzierte\nsich Redaktionsleiter Otto C. Honegger zumindest teilweise vom im zweiten\nTeil ausgestrahlten Dokumentarfilm «Nazigold und Judengeld» der British\nBroadcasting Company (BBC), der unter Mitarbeit des Schweizer Fernsehens\nDRS zustandegekommen war. Die vorgängige Ausstrahlung des Films in\nEngland und den USA hatte aufgrund der Darstellung der Rolle der Schweiz\nim zweiten Weltkrieg im Inland bereits heftige Kontroversen ausgelöst.\nDer Ausstrahlung des Films folgte in der beanstandeten DOK-Sendung im\ndritten Teil eine Diskussion, an der unter Leitung von Otto C. Honegger\nBotschafter Thomas Borer, der Bankdirektor Bernhard Stettler, der Historiker\nPeter Kamber und der DOK-Redaktor Thomas Buomberger teilnahmen. Im\nRahmen dieser Diskussion wurde ein Interview mit Reinhard Spitzy, dem\nehemaligen deutschen Geheimdienstmitarbeiter, eingeblendet, der auch im\nDokumentarfilm der BBC zum Wort gekommen war.\nB. Mit Eingabe vom 27. August 1997 an die Unabhängige Beschwerdeinstanz\nfür Radio und Fernsehen (UBI) erhob X (im Folgenden: der Beschwerdeführer)\nProgrammrechtsbeschwerde gemäss Art. 62 Abs. 1 des Bundesgesetzes vom\n21. Juni 1991 über Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) gegen die Sendung.\nEr begründete seine Beschwerde einerseits damit, dass der Film der Schweiz\ngrossen Schaden zugefügt habe und daher gegen Art. 3 Abs. 1 Bst. d RTVG\nund gegen Art. 3 Abs. 1 der Konzession vom 18. November 1992 für die\nSchweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft (Konzession SRG, BBl 1992 VI\n567) verstosse. Anderseits sei auch das Sachgerechtigkeitsgebot gemäss Art. 4\nAbs. 1 RTVG durch unwahre Aussagen, Unterstellungen und manipulierte\nInterviews verletzt worden.\n\nAus den Erwägungen:\n\n(...)\n4.1. Die Beanstandung definiert das Anfechtungsobjekt und begrenzt insofern\ndie Überprüfungsbefugnis der UBI. Werden einzelne Teile eines Beitrags\nkritisiert, erstreckt sich die Prüfungsbefugnis indessen auf den ganzen Beitrag,\nsofern dieser thematisch ein geschlossenes Ganzes bildet (BGE 121 II 31).\nDie Rügen des Beschwerdeführers beziehen sich vorab auf den\nDokumentarfilm «Nazigold und Judengeld», welcher den zweiten Teil\nder DOK-Sendung bildete. Die UBI erachtet jedoch die drei Teile aus\nprogrammrechtlicher Sicht als eine einzige Sendung, welche als Ganzes auf\nihre Vereinbarkeit mit den einschlägigen Bestimmungen zu überprüfen\nist. Insgesamt dauerte die DOK-Sendung rund zwei Stunden, wovon der\nBBC-Dokumentarfilm rund eine Stunde ausmachte. Die Verschiebung der\nAusstrahlungszeit von 20.00 Uhr auf 22.20 Uhr ermöglichte dem Schweizer\n\n"}