{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-06-27", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-62-27--_1997-06-27.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003857.pdf?ID=150003857", "Checksum": "a9bc82dd854769e866a7b0dab8118ef9"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 62.27 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 27.06.1997 JAAC 62.27 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 27.06.1997 JAAC 62.27 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 27.06.1997 JAAC 62.27 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:27", "Checksum": "ec369833121c5c8c7f8cd8e22d898281", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 27.06.1997 JAAC 62.27 \r\n\n JAAC 62.27\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 27. Juni 1997; b.338\n\nArt. 4 al. 1 LRTV. Obligation de présenter fidèlement les événements\ndans des émissions d’information. Exigences applicables au\njournalisme de mise en cause.\nDans les émissions consacrées à des mises en cause, les journalistes\ndoivent faire preuve d’une diligence journalistique accrue, afin d’éviter\nune manipulation des téléspectateurs. Une contribution qui s’attache à\nconfirmer une image préconçue par des inexactitudes éparpillées, des\ninformations fausses et des prises de vue et de son placées à dessein\nenfreint ce devoir de diligence journalistique.\n\nArt. 4 Abs. 1 RTVG. Sachgerechtigkeitsgebot bei Informationssendungen.\nAnforderungen an «anwaltschaftlichen Journalismus».\nBei Sendungen im Stile des «anwaltschaftlichen Journalismus» besteht\neine qualifizierte Sorgfaltspflicht, um eine Manipulation der Zuschauer\nzu verhindern. Ein Beitrag, der darauf ausgerichtet ist, ein vorgefasstes\nBild durch verstreut plazierte Ungenauigkeiten, Falschinformationen\nund gezielt eingesetzte visuelle und musikalische Gestaltungselemente\nzu bestätigen, verstösst gegen diese journalistische Sorgfaltspflicht.\n\nArt. 4 cpv. 1 LRTV. Obbligo di presentare correttamente i fatti\nnell’ambito di trasmissioni a carattere informativo. Esigenze inerenti\nal giornalismo d’inchiesta.\nNell’ambito di trasmissioni dedicate a inchieste, i giornalisti debbono\ndar prova di diligenza qualificata, al fine di evitare la manipolazione\ndei telespettatori. Un contributo volto a confermare un’immagine\npreconcetta mediante inesattezze sparse, informazioni fasulle e\nl’impiego mirato di immagini e suoni, viola detto obbligo di diligenza\ngiornalistica.\n\n1\nA. Am 17. September 1996 strahlte das Schweizer Fernsehen DRS in der\nSendung «10 vor 10» den Beitrag «Im Glarner Baugewerbe herrscht Filz»\naus. Darin wurde die These vertreten, dass im Glarner Baugewerbe einzelne\nBewerber für lukrative Bauaufträge unzulässig bevorzugt würden. Als\nHauptverantwortlicher dieses «Filzes» wurde im ungefähr sieben Minuten\ndauernden Beitrag der Glarner Baudirektor Kaspar Rhyner dargestellt. Rhyner\nsei in den Sechzigerjahren Chef der Bauunternehmung X gewesen und 1971\ndort ausgetreten, als er Regierungsrat wurde. Als Baudirektor habe er sich\nbei der Firma M. AG mit öffentlichen Aufträgen, z. B. beim Ausbau der Elmer\nSportbahnen, beim Bau des Panzerschiessplatzes Wichlen, beim Ausbau\ndes Klausenpasses oder der Kehrichtverbrennungsanlage Niederurnen,\ndafür revanchiert, dass diese sein jetziges Wohnhaus renoviert habe. In den\nOff-Kommentar hinein waren Äusserungen Rhyners montiert, mit denen\ner zu verschiedenen Vorwürfen kurz Stellung bezog. Ferner kamen ein\nBauunternehmer, der gegen Rhyner eine Strafanzeige eingereicht habe, und\nder Biltener Gemeindepräsident, welcher die Klage unterstütze, zu Wort.\nB. Gegen diesen Beitrag erhebt Kaspar Rhyner am 20. Januar 1997 Beschwerde\nbei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (im\nweitern: Unabhängige Beschwerdeinstanz oder UBI). Er beantragt, es sei\nfestzustellen, dass der angefochtene Beitrag der Sendung «10 vor 10» die\nProgrammbestimmungen des Bundesgesetzes vom 21. Juni 1991 über Radio\nund Fernsehen (RTVG, SR 784.40) verletzt habe.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 RTVG wurde die Schweizerische Radiound Fernsehgesellschaft (SRG) zur Stellungnahme eingeladen. In ihrer\nVernehmlassung vom 26. Februar 1997 verlangt sie die vollumfängliche\nAbweisung der Beschwerde.\n(...)\n\nAus den Erwägungen:\n\n(...)\n3. Der Beschwerdeführer macht geltend, der Beitrag habe seine Person in\nmehreren Punkten nicht mit der gebotenen Objektivität dargestellt. Damit rügt\ner die Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebots.\n3.1. Das Gebot der sachgerechten Darstellung von Ereignissen ergibt sich dem\nGrundsatz nach aus dem umfassenden Leistungsauftrag von Art. 55bis Abs. 2\nder Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 29. Mai\n1874 (BV, SR 101). Demzufolge haben Radio und Fernsehen insbesondere\nzur kulturellen Entfaltung und zur freien Meinungsbildung beizutragen\nund dabei auch die Eigenheiten des Landes zu berücksichtigen. Die in\nArt. 55bis Abs. 2 BV aufgeführten unbestimmten Gesetzesbegriffe sind im\nProzess der Interessenabwägung zu konkretisieren. Dabei ist auch der in\nArt. 55bis Abs. 3 BV garantierten Programmautonomie des Veranstalters\nRechnung zu tragen, die ihm insbesondere bei der Bestimmung seiner\nThemen, ihrer gestalterischen Umsetzung und der Wahl des Stilkonzepts\n\n"}