{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-02-07", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-61-70--_1997-02-07.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003578.pdf?ID=150003578", "Checksum": "de21ad52cb697d80da1af37f8bae2125"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.70 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:03", "Checksum": "4dafd6d5d496d55d85c247c603cc1b95", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.02.1997 JAAC 61.70 \r\n\n 3\ndass der Film im besonderen Sendegefäss «Delikatessen» zu später Stunde\nausgestrahlt und mit einer eingehenden, dem heiklen Charakter des Gezeigten\nangemessenen Moderation versehen worden sei.\n5. Der rund 89minütige Spielfilm wurde 1992 von drei jungen belgischen\nFilmemachern realisiert, die - neben Ben - auch die Hauptrollen spielen. Es\nhandelt sich um einen sogenannten «low-budget»-Film, der schwarzweiss\ngedreht wurde. Der Spielfilm wurde in Cannes und Toronto jeweils mit dem\nPreis der Filmkritik ausgezeichnet.\n5.1. Der Inhalt des Spielfilms ist im wesentlichen folgender: Der Berufskiller\nBen wird von einer dreiköpfigen Filmequipe «bei der Arbeit» und privat mit\nlaufender Kamera begleitet und portraitiert. Ben begeht, anscheinend ohne\nMotive, nach Lust und Laune mehr als 25 brutale Morde. Dabei tötet er auch\nein Kind und vergewaltigt eine Frau. Seine kaltblütigen und grausamen Taten\nwerden schonungslos und in aller Offenheit mit eindringlichen Gewaltbildern\ngezeigt. Zwischen den Delikten gibt Ben Details über seine Taten wieder,\nraisoniert über die Liebe, Frauen, Architektur und moderne Kunst oder\nrezitiert Gedichte. Weiter werden freundliche Szenen mit seiner Mutter,\nseinen Grosseltern oder seiner Freundin gezeigt. Im Verlaufe des Films wird\ndas Filmteam allmählich in die Aktivitäten von Ben miteinbezogen. Von\nfaszinierten Voyeuren werden sie zu tatkräftigen Komplizen, bis sie selbst\nmorden und vergewaltigen. Bei zwei Schusswechseln mit einem anderen\nKiller verliert die Filmequipe zudem zwei Tontechniker. Am Ende des Films\nwerden Ben und das Filmteam in einem Hinterhalt von einem anderen Killer\nerschossen.\n5.2. Der Film wurde im Sendegefäss «Delikatessen» um 23.20 Uhr ausgestrahlt.\nBei «Delikatessen» handelt es sich gemäss der SRG um eine hochspezialisierte\ncinéphile Sendung, die vor allem ein interessiertes Kinopublikum ansprechen\nmöchte. In diesem Rahmen werden sehenswerte, nicht alltägliche, aber auch\nkontroverse Filme ausgestrahlt. Insofern ist die Sendung auf ein intellektuelles\nund kulturell anspruchsvolles Publikum ausgerichtet.\n5.3. Dem Film ist eine längere Anmoderation vorausgegangen. Dabei hat der\nModerator die wesentlichen Grundzüge des Films, seine Problematik und\nseine Hintergründe dargelegt. Ebenso hat er den Zuschauern die kritischen\nStimmen zum Film nicht vorenthalten. Auch hat er die Gewaltszenen nicht\nverschwiegen und diesbezüglich klare Worte gebraucht. So führte er etwa\naus: «Unser heutiger Film [...] ist eine bitterböse, brutal schockierende Satire.\nFalls Sie also etwas zarter besaitet sind, schauen sie besser erst nächste Woche\nwieder bei uns rein. [...] In seiner ungeschönten, unromantischen Darstellung\nvon Gewalt geht [der Film] zum Teil hart an die Grenze des Erträglichen [...].\nWir zeigen ihnen das starke Stück [...].» Durch diese Anmoderation wurden\ndie Zuschauer hinreichend vorgewarnt. Die Anmoderation war nicht nur eine\nVerständnishilfe, sondern beinhaltete auch eine Warnung und Abschreckung.\nDie Zuschauer wussten somit, was sie erwartete. Indem der Film erst um\n23.20 Uhr ausgestrahlt wurde, hatte die Veranstalterin ebenfalls auf den\nbesonderen Gehalt des Films Rücksicht genommen. Der Film war somit\nbezüglich Thema und Gegenstand im richtigen Sendegefäss plaziert (VPB\n60.83, S. 744).\n\n"}