{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1997-02-07", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-61-70--_1997-02-07.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003578.pdf?ID=150003578", "Checksum": "de21ad52cb697d80da1af37f8bae2125"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.70 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 07.02.1997 JAAC 61.70 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:03", "Checksum": "4dafd6d5d496d55d85c247c603cc1b95", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 07.02.1997 JAAC 61.70 \r\n\n 2\nder Glaubens- und Kultusfreiheit (VPB 59.66, S. 552; 53.48, S. 342). Art. 3\nAbs. 1 des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom 21. Juni 1991\n(RTVG, SR 784.40) konkretisiert das kulturelle Mandat insoweit, als er dessen\nErfüllung in der Gesamtheit der Programme fordert. Daraus folgt gemäss\nständiger Praxis der Unabhängigen Beschwerdeinstanz, dass nicht jede\neinzelne Sendung einen positiven Beitrag zur Hebung der kulturellen Werte\nleisten muss. Unzulässig wäre indessen eine Sendung, die in direktem\nGegensatz zu dieser Verpflichtung stünde, ihr geradezu entgegenwirkte,\netwa infolge vorwiegend destruktiven Charakters (VPB 61.68[34], 59.66,\nS. 553; 53.47, S. 337; 50.53A, S. 352). Ob dies der Fall ist, beurteilt sich für\nSendungen, die möglicherweise einen brutalen Inhalt haben, nach der Praxis\nder Unabhängigen Beschwerdeinstanz im Rahmen von Art. 6 Abs. 1 RTVG (VPB\n60.85, S. 764).\n3.2. Soweit Art. 6 Abs. 1 Satz 2 RTVG Sendungen als unzulässig erklärt, welche\ndie öffentliche Sittlichkeit gefährden oder in denen Gewalt verharmlost oder\nverherrlicht wird, konkretisiert er das Verbot einer direkten Widerhandlung\ngegen das kulturelle Mandat hinsichtlich spezieller Tatbestände. Gemäss\nBotschaft zum Bundesgesetz über Radio und Fernsehen vom 28. September\n1987 ist die spezielle Erwähnung dieser Tatbestände in Art. 6 Abs. 1 RTVG\ndurch die verbreitete Besorgnis des Bundesrates über ein zunehmendes\nAngebot brutaler, das sittliche Empfinden verletzender Filme und Sendungen\nbegründet (BBl 1987 III 689 ff., 730). Der Standpunkt des Bundesrates blieb\nin den Beratungen des Nationalrats (AB 1989 N 1601) und des Ständerats (AB\n1989 S 578) unangefochten. Somit handelt es sich bei Art. 6 Abs. 1 Satz 2 RTVG\num eine Programmbestimmung, die von der Beschwerdeinstanz als negative\nPräzisierung des kulturellen Mandats im Sinne von Art. 55bis Abs. 2 BV und\nArt. 3 RTVG zu prüfen ist (VPB 60.85, S. 765).\n4. Es ist zunächst zu prüfen, ob der ausgestrahlte Film gegen Art. 6 Abs. 1\nSatz 2 RTVG verstösst.\n4.1. Der Beschwerdeführer begründet die behauptete Verletzung von Art. 6\nAbs. 1 Satz 2 RTVG im wesentlichen damit, der Film appelliere «bezüglich\nBrutalität und Verhöhnung der Menschenrechte an die entartetsten Triebe des\nMenschen». Der Film löse in ihm «Gefühle von Grauen und Ekel aus». Es sei\nschlimm, «dass die Sendeverantwortlichen sich offensichtlich nicht darum zu\nkümmern scheinen, welch verheerende Auswirkungen eine solche Sendung\nhaben kann».\n4.2. Die SRG führt in ihrer Stellungnahme aus, beim Film handle es sich um\neine «tiefschwarze, bitterböse Parodie, um eine satirische Übersteigerung des\nzweifelhaften Verhältnisses zwischen Gewalt und Medienberichterstattung im\n-Zeitalter». Der tiefere Sinn, der «hinter dem scheinbar sinnlosen, primitiven,\nimmer brutaler werdenden Verbrechenskarussell ablesbar» sei, liege darin,\n«dem Zuschauer den Spiegel vorzuhalten, indem er mit der eigenen morbiden,\nvoyeuristisch-komplizenhaften Konsumhaltung dem -Genre gegenüber\nkonfrontiert» werde. Der Spielfim sei kein «Brutalo-Film». Auch wenn in\nder Fachpresse der Film unterschiedlich bewertet worden sei, könne er\nfür sich einen künstlerischen Wert beanspruchen. Zu beachten sei zudem,\n\n"}