{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1996-10-24", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-61-69--_1996-10-24.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003572.pdf?ID=150003572", "Checksum": "43c509b58a6fa8c2ec0d67358ba3dc0f"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 61.69 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.10.1996 JAAC 61.69 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 24.10.1996 JAAC 61.69 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 24.10.1996 JAAC 61.69 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:27:58", "Checksum": "12f047034804454e5a6d9dcd22397c85", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 24.10.1996 JAAC 61.69 \r\n\n JAAC 61.69\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 24. Oktober 1996; b. 327\n\nArt. 4 al. 1 LRTV. Exigences applicables aux émissions politiques.\nObligation de refléter la diversité des opinions dans le cadre\nd’émissions politiques.\nDans les émissions dont le sujet est lié à une élection ou à une votation,\nl’obligation de refléter la diversité implique que le diffuseur doit faire\npreuve d’une diligence particulière dans l’aménagement de l’émission.\nLe devoir accru de diligence doit être observé d’autant plus strictement\nque le lien entre l’émission et l’élection ou la votation est plus évident.\nDiligence journalistique dans le cadre d’émissions en direct.\nEtant donné que la tournure prise par les émissions en direct n’est guère\nplanifiable et que l’interaction des participants étrangers au personnel\ndu diffuseur est difficilement prévisible, l’obligation de diligence\njournalistique s’étend en la matière essentiellement à la conception et\nà la préparation de l’émission, notamment au choix des invités.\n\nArt. 4 Abs. 1 RTVG. Anforderungen an politische Sendungen.\nVielfaltsgebot bei politischen Sendungen.\nBei Sendungen, die in einem thematischen Bezug zu Wahlen oder\nAbstimmungen stehen, folgt aus dem Vielfaltsgebot die Pflicht des\nVeranstalters zur Beachtung einer besonderen Sorgfaltspflicht\nbezüglich der Gestaltung der Sendung. Die verschärfte Sorgfaltspflicht\nist jeweils um so strikter zu beachten, je ausgeprägter der Wahl- oder\nAbstimmungscharakter der Sendung ist.\nJournalistische Sorgfaltspflicht bei «Live»-Sendungen.\n\n1\nWeil «Live»-Sendungen kaum planbar und die Interaktionen\naussenstehender Teilnehmer nur schwer voraussehbar sind, erstreckt\nsich die journalistische Sorgfaltspflicht hier vor allem auf das Konzept\nund die Vorbereitung der Sendung, namentlich auf die Auswahl der\neingeladenen Teilnehmer.\n\nArt. 4 cpv. 1 LRTV. Esigenze per le emissioni politiche.\nObbligo di esprimere la pluralità delle opinioni nel quadro di emissioni\npolitiche.\nIn emissioni con riferimento tematico a elezioni o a votazioni, l’obbligo\ndi esprimere la pluralità implica che l’emittente deve dar prova\ndi speciale diligenza nell’impostazione dell’emissione. Il dovere\naccresciuto di diligenza deve essere osservato tanto più strettamente\nquanto più è evidente il nesso tra emissione e elezione o votazione.\nDiligenza giornalistica nel quadro di emissioni in diretta.\nConsiderato che le emissioni in diretta praticamente non sono\npianificabili e che l’interazione dei partecipanti esterni all’emittente\nè difficilmente prevedibile, l’obbligo di diligenza giornalistica si\nestende soprattutto al concetto e alla preparazione dell’emissione,\nsegnatamente alla scelta degli invitati.\n\nA. Am 23. Februar 1996 strahlte das Schweizer Fernsehen DRS die Sendung\n«Arena» aus, die neben allgemeinen Drogenproblemen auch der Frage\ngewidmet war, ob der Konsum von Ecstasy und Heroin straffrei werden\nsoll. Die Sendung wurde von Filippo Leutenegger moderiert. Als Exponent\nder Befürworter einer Liberalisierung trat der Basler Regierungsrat Jörg\nSchild auf. Schild wurde vom Moderator vorgestellt als Präsident der\nExpertenkommission, die im Auftrag des Bundes soeben einen Drogenbericht\npubliziert habe. Die Gegner der Liberalisierung waren durch den Zürcher\nNationalrat Toni Bortoluzzi vertreten. Nach einer ersten Diskussionsrunde,\ndie sich auf die Konfrontation der Meinungen von Schild und Bortoluzzi\nkonzentrierte, wurde das Teilnehmerfeld auf drei hinter den beiden sitzende\nBlöcke von Zuschauern im Studio ausgedehnt. Die beiden ersten Blöcke waren\naus Befürwortern beziehungsweise Gegnern der Drogenliberalisierung\nzusammengesetzt, welche die Position ihrer Exponenten unterstützten.\nDer dritte Block bestand aus einer heterogenen Gruppe von Personen, zu\ndenen ein Vertreter des Instituts für Rechtsmedizin der Universität Zürich,\nVeranstalter von Techno-Parties, Schüler, Techno-Party-Besucher und\nDrogenkonsumenten gehörten.\nB. Gegen diese Sendung erhebt die Beschwerdeführerin mit Eingabe vom\n22. Mai 1996 Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio\nund Fernsehen (UBI). Sie beantragt, es sei festzustellen, dass die Sendung die\nProgrammvorschriften des Bundesgesetzes über Radio und Fernsehen vom\n21. Juni 1991 (RTVG, SR 784.40) und der Konzession für die Schweizerische\n\n2\nRadio- und Fernsehgesellschaft vom 18. November 1992 (Konzession SRG,\nBBl 1992 567 ff.) verletzt habe. Ihren Antrag begründet sie hauptsächlich\nmit dem Vorwurf, die Sendung sei nicht ausgewogen gewesen, die Seite der\nBefürworter sei bevorzugt zu Wort gekommen. Kritisiert wird auch das\nVerhalten des Moderators, der die Befürworter der Drogenliberalisierung\nprivilegiert und «manipulativ» unterstellt habe, eine Jugend, die Drogen\nkonsumiere, stelle heute eine Realität dar. Sie rügt namentlich eine Verletzung\ndes Vielfaltsgebots und des Transparenzgebots im Sinne von Art. 4 RTVG.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 RTVG wurde die Schweizerische Radiound Fernsehgesellschaft (SRG) zur Stellungnahme eingeladen. In ihrer\nVernehmlassung weist sie die Vorwürfe der Beschwerdeführerin im einzelnen\nzurück. Soweit angezeigt, wird auf die Argumentation der Parteien in den\nErwägungen näher eingegangen.\nD. Die Stellungnahme der SRG wurde der Beschwerdeführerin am\n11. September 1996 zugestellt. Gleichzeitig wurde den Parteien mitgeteilt,\ndass kein zweiter Schriftenwechsel stattfindet.\n\nAus den Erwägungen:\n\n"}