{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-08-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-60-84--_1995-08-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003212.pdf?ID=150003212", "Checksum": "680f9ff79da8fd0823c3cc3272ef30c6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.84 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:54", "Checksum": "ac5df9833e27802f22cfdaf12326d0ce", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 25.08.1995 JAAC 60.84 \r\n\n 3\ndu droit des médias II, Freibourg 1984, S. 263). Das Bundesgericht betont,\ndass auch aus Art. 10 der Konvention vom 4. November 1950 zum Schutze\nder Menschenrechte und Grundfreiheiten (EMRK, SR 0.101) grundsätzlich\nkein Recht auf Verbreitung einer bestimmten Meinung oder auf Teilnahme an\neiner Sendung abgeleitet werden kann (BGE 119 Ib 241, 249; vgl. Malinverni\nGiorgio, La liberté de l’information dans la Convention européenne des droits\nde l’homme et dans le Pacte international relatif aux droits civils et politiques,\nAspects du droit des médias II, Freibourg 1984, S. 185). Das schliesst jedoch\nnicht aus, dass im Ausnahmefall die Art. 10 und 14 EMRK dennoch Relevanz\nerhalten können. Ein solcher Ausnahmefall wäre namentlich dann gegeben,\nwenn während einer Wahl- oder Abstimmungsperiode einer Partei jede\nMedienpräsenz versagt und gleichzeitig allen übrigen Parteien mit derselben\nBedeutung diese Möglichkeit gewährt wird (BGE 97 I 733; vgl. Malinverni,\na. a. O., S. 185; Rostan, a. a. O., S. 263).\n3.4. Die Frage, ob die Weigerung eines Veranstalters, einer Einzelperson oder\neiner Vereinigung Zugang zum Medium zu gewähren, rechtmässig sei, ist\nnicht von der UBI, sondern vom Departement zu entscheiden (BGE 119 Ib 246;\nvgl. Corboz Bernard, Le contrôle populaire des émissions de la radio et de la\ntélévision, Mélanges Robert Patry, Lausanne 1988, S. 28 f.; Dumermuth, a. a. O.,\nS. 136 f.). Die Prüfungszuständigkeit der UBI ist auch unter dem Gesichtspunkt\ndes Vielfaltsgebots grundsätzlich auf den Inhalt ausgestrahlter Sendungen\nbeschränkt.\n3.5. Auf Gesetzesstufe findet sich das Vielfaltsgebot in Art. 4 Abs. 1 RTVG\nwieder. Es richtet sich primär auf die Programme in ihrer Gesamtheit\n(VPB 59.68, S. 568; VPB 53.51, S. 358). Bei politischen Sendungen, die in\neinem thematischen Bezug zu Wahlen oder Abstimmungen stehen, folgt\naus dem Vielfaltsgebot jedoch die Pflicht des Veranstalters zur Beachtung\neiner besonderen Sorgfalt bezüglich der Gestaltung der Sendung. Diese\nSorgfaltspflicht ist unter Berücksichtigung von Konzeption und Wirkung\nder Sendung zu konkretisieren. Allgemein gilt jedoch, dass die verschärfte\nSorgfaltspflicht umso strikter zu beachten ist, je ausgeprägter der Wahl- oder\nAbstimmungscharakter einer Sendung ist (VPB 54.15, S. 78; vgl. Dumermuth,\na. a. O., S. 382 f.).\n4. Im Lichte dieser Anforderungen sind die angefochtenen Sendungen\ndaraufhin zu prüfen, ob sie das Vielfaltsgebot verletzt haben.\n4.1. Der Beschwerdeführer bemängelt in erster Linie, dass Walter Fröhlich\nim Unterschied zu den Kandidaten der EVP und SVP nicht zur Sendung\n«Sonntagsgespräch» vom 13. Februar 1994 eingeladen worden ist.\nDie Lokalradio Thurgau AG stellt sich auf den Standpunkt, dass in der\nfraglichen Sendung ein rein persönliches Gespräch geführt worden sei, zu\ndem Odette Butz, Kandidatin der EVP, und Roland Eberle, Kandidat der SVP,\neingeladen worden seien. Sie zeigt sich jedoch ausserstande, zum Beweis ihrer\nBehauptung die angeforderte Aufzeichnung der Sendung «Sonntagsgespräch»\nvom 13. Februar 1994 beizubringen.\n4.2. Die unterlassene Zustellung der angeforderten Aufzeichnung stellt\neine Widerhandlung gegen Art. 69 RTVG und die entsprechende Vorschrift\nin der Konzession der Lokalradio Thurgau AG dar. Demnach obliegt der\nVeranstalterin die Pflicht zur Aufzeichnung und Aufbewahrung sämtlicher\n\n"}