{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-08-25", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-60-84--_1995-08-25.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003212.pdf?ID=150003212", "Checksum": "680f9ff79da8fd0823c3cc3272ef30c6"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.84 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 25.08.1995 JAAC 60.84 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:28:54", "Checksum": "ac5df9833e27802f22cfdaf12326d0ce", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 25.08.1995 JAAC 60.84 \r\n\n JAAC 60.84\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 25. August 1995; b.297\n\nArt. 4 al. 1er LRTV. Obligation de refléter la pluralité dans le cadre\nd’émissions consacrées à des élections.\nEn période électorale, le fait de tenir totalement à l’écart des médias\nun candidat particulier, alors que tous les autres se voient offrir la\npossibilité d’y paraître, viole en principe l’obligation de refléter la\npluralité. Peu importe qu’il s’agisse du candidat officiel d’un parti ou\nd’une candidature «sauvage». Aucune violation, néanmoins, dans les\ncirconstances de l’espèce.\n\nArt. 4 Abs. 1 RTVG. Vielfaltsgebot bei Wahlsendungen.\nWird ein einzelner Kandidat während einer Wahlperiode von jeder\nMedienpräsenz ausgeschlossen, während gleichzeitig allen andern\ndiese Möglichkeit gewährt wird, so verstösst dies grundsätzlich gegen\ndas Vielfaltsgebot. Es ist nicht massgeblich, ob es sich dabei um einen\noffiziellen Kandidaten einer Partei oder um einen sogenannten «wilden»\nKandidaten handelt. In diesem Fall, unter Berücksichtigung der\nUmstände, jedoch keine Verletzung.\n\nArt. 4 cpv. 1 LRTV. Obbligo della pluralità nell’ambito delle trasmissioni\ndedicate alle elezioni.\nIn periodo elettorale, il fatto di escludere del tutto un singolo candidato\nda qualsiasi presenza nei media, mentre a tutti gli altri è concessa\ntale possibilità, viola in principio l’obbligo della pluralità. Non è\ndeterminante che si tratti di un candidato ufficiale di un partito o di\nuna candidatura «selvaggia». Considerate le circostanze, nessuna\nviolazione vi è però stata nel caso preso in considerazione.\n\n1\nI\n\nA. Im Februar 1994 fand im Kanton Thurgau die Ersatzwahl für einen\nRegierungsrat statt. Im Vorfeld des ersten Wahlgangs vom 20. Februar 1994\nstrahlte das thurgauische Lokalradio RTG plus (RTG plus) mehrere Sendungen\naus, die teilweise oder ausschliesslich dem Thema Regierungsratswahl\ngewidmet waren.\nB. Gegen diese Berichterstattung erhebt X (Beschwerdeführer), unterstützt\nvon 20 Mitunterzeichnern, mit Eingabe vom 20. Februar 1995 Beschwerde bei\nder Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI). Er rügt\nsinn-gemäss eine Verletzung des Vielfalts- und des Sachgerechtigkeitsgebots.\nKonkret macht er geltend, RTG plus habe das Programmrecht verletzt, weil der\nKandidat Walter Fröhlich zur Sendung «Sonntagsgespräch» vom 13. Februar\n1994 nicht eingeladen worden sei. Ferner sei die Bezeichnung von Fröhlich als\n«wilder Kandidat» rechtswidrig gewesen.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 des BG über Radio und Fernsehen vom\n21. Juni 1991 (RTVG, SR 784.40) wurde am 1. März 1995 die Lokalradio Thurgau\nAG als Veranstalterin von RTG plus zur Vernehmlassung eingeladen. In\nihrer Antwort vom 24. März 1995 beantragt die Lokalradio Thurgau AG,\ndie Beschwerde sei abzuweisen. Zur Begründung des Antrags legt sie eine\nKopie der Stellungnahme bei, die sie bereits bei der Ombudsstelle eingereicht\nhatte. Dieser habe sie nichts mehr beizufügen. Ferner teilt sie mit, dass\nsie «nach mehr als einem Jahr» weder über die von der UBI angeforderten\nTonbandaufzeichnungen noch über Transkripte der angefochtenen Sendungen\nverfüge.\nD. Auf erneute Intervention der UBI reichte die Lokalradio Thurgau AG am\n14. Juni 1995 Tonbandaufzeichnungen von zwei den Regierungsratswahlen\ngewidmeten Sendungen vom 8. und 11. Februar 1994 ein. Die Transkripte\ndieser beiden Sendungen fehlten ebenso wie die Aufzeichnung der Sendung\n«Sonntagsgespräch» vom 13. Februar 1994. Die Lokalradio Thurgau AG führte\nan, dass diese Sendung nicht mehr rekonstruierbar sei.\nE. Die Schreiben der Lokalradio Thurgau AG wurden dem Beschwerdeführer\nzugestellt und den Parteien am 15. Juni 1995 mitgeteilt, dass kein zweiter\nSchriftenwechsel stattfindet.\n\nII\n\n1. Die Eingabe des Beschwerdeführers an die UBI datiert vom 20. Februar\n1995. Obwohl der Beschwerdeführer die fraglichen Sendungen bereits am\n5./8. März 1994 bei der Ombudsstelle der Lokalradio Thurgau AG beanstandet\nhatte, wurde ihm der schriftliche Ombudsbericht erst am 24. Januar 1995\neröffnet. Diese mehr als zehn Monate Verfahrensdauer vor der Ombudsstelle\nstehen im Widerspruch zu Art. 61 Abs. 3 RTVG, der von längstens 40 Tagen\nausgeht. Weil nichts darauf deutet, dass die Widerhandlung gegen diese\nVorschrift durch den Beschwerdeführer mitverschuldet worden wäre und\n\n"}