{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1995-09-22", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-60-83--_1995-09-22.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150003209.pdf?ID=150003209", "Checksum": "8ed5011044a16a402598516e88e4baad"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 60.83 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 22.09.1995 JAAC 60.83 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 22.09.1995 JAAC 60.83 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 22.09.1995 JAAC 60.83 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:29:02", "Checksum": "1c6728ce6ee761feb1f7a1d5a40e9fcb", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 22.09.1995 JAAC 60.83 \r\n\n JAAC 60.83\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 22. September 1995; b.299\n\nArt. 4 al. 1er LRTV. Présentation fidèle des événements. Absence de\nprévention des journalistes.\nLe devoir de diligence qui découle de l’obligation de présenter\nfidèlement les événements impose aux journalistes une absence\nde prévention à l’égard du produit final de leur publication. Une\némission qui communique, par le biais de formulations suggestives\net trompeuses, une opinion préconçue (en l’espèce au sujet de\nl’aplanissement d’un biotope dans une décharge) viole l’obligation\nrelative à la présentation fidèle.\n\nArt. 4 Abs. 1 RTVG. Sachgerechte Darstellung von Ereignissen.\nUnvoreingenommenheit der Journalisten.\nDie aus dem Sachgerechtigkeitsgebot fliessende Sorgfaltspflicht\ngebietet die Unvoreingenommenheit der Journalisten gegenüber dem\npublizistischen Endprodukt. Eine Sendung, die mit suggestiven und\nirreführenden Formulierungen eine vorgefasste Meinung (in diesem Fall\nüber die Planierung eines Biotops in einer Deponie) vermittelt, verletzt\ndas Sachgerechtigkeitsgebot.\n\nArt. 4 cpv. 1 LRTV. Presentazione fedele degli avvenimenti. Giornalisti\nnon prevenuti.\nIl dovere di diligenza che consegue dall’obbligo di presentare fedelmente\ngli avvenimenti impone ai giornalisti assenza di prevenzione nei\nconfronti del prodotto finale della loro pubblicazione. Una trasmissione\nche, per il tramite di formulazioni suggestive e che traggono in\ninganno, propone un parere preconcetto (in questo caso in merito al\nlivellamento di un biotopo in una discarica) viola l’obbligo relativo a\nuna presentazione fedele dei fatti.\n\n1\nI\n\nA. Die Sendung «Kassensturz» des Schweizer Fernsehens der deutschen und\nrätoromanischen Schweiz (DRS) vom 6. Dezember 1994 thematisierte in einem\nBeitrag die Planierung eines Biotops in der Deponie Plaun Grond durch den\nGemeindeverband Surselva sowie allgemeine Fragen der Abfallentsorgung\nim Kanton Graubünden. Eingeleitet wurde der Beitrag mit folgender\nAnmoderation: «Bergmolche sind wunderschöne Tiere, rar und darum\ngeschützt. Die Bergpolitiker im Bündnerland sind eigenwillig, mächtig und\ndarum unverfroren». In der anschliessenden Reportage wurde insbesondere\ngesagt, für die Planierungsarbeiten zur Erweiterung der Deponie habe die\nBaubewilligung der Gemeinde Rueun gefehlt. Weiter wurde ausgeführt, eine\nUmweltverträglichkeitsprüfung habe nie stattgefunden. Zudem habe der\nGemeindeverband Surselva die Absicht, den Müll direkt auf den Boden zu\nkippen, also keine Abdichtung vorzunehmen. Der Bund schreibe aber eine\nAbdichtung zwingend vor. Die Planierungsaktion und die Erweiterung der\nDeponie wurden als rechtswidrig bezeichnet. Ferner zeigte die Sendung den\nSekretär des Gemeindeverbandes Surselva, Theo Maissen, in Grossaufnahme.\nMaissen lehnte es ab, Fragen der Journalisten mündlich vor laufender Kamera\nzu beantworten, führte aber aus: «Ich beantworte diese Fragen, die Sie mir\ngestellt haben, die drei Fragen. Jeder kann ein adressiertes und frankiertes\nCouvert schicken...». Die Fragen würden alsdann schriftlich beantwortet.\nDie Stimme Maissens mit der Aufforderung, ein adressiertes und frankiertes\nCouvert zu schikken, wurde danach noch dreimal als Antwort auf die im\nBeitrag aufgeworfenen Fragen zu Sachproblemen des Umweltschutzes\neingeblendet.\nB. Gegen diese Sendung erhebt mit Eingabe vom 20. März 1995\nder Gemeindeverband Surselva (hiernach: Beschwerdeführer)\nProgrammrechtsbeschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz\nfür Radio und Fernsehen (UBI). Er stellt den Antrag, «es sei festzustellen,\ndass der Beitrag über die Regionaldeponie Plaun Grond in der Sendung\nvom 6. Dezember 1994 Art. 4 des BG über Radio und Fernsehen vom 21. Juni\n1991 (RTVG, SR 784.40) verletzt habe». Konkret rügt der Beschwerdeführer\ndie Verletzung des Sachgerechtigkeitsgebotes. Das Publikum habe infolge\nmehrfacher Verletzung der journalistischen Sorgfaltspflicht keine Gelegenheit\nerhalten, sich über die tatsächlichen Gegebenheiten ein eigenes, zuverlässiges\nBild zu machen. Insbesondere sei das Publikum dadurch irregeführt\nworden, dass einerseits die vermittelten Fakten unzutreffend gewesen seien,\nund es andererseits auf die Begründung von Theo Maissens kurzfristiger\nInterview-Absage nicht hingewiesen worden sei.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 RTVG wurde die Schweizerische Radiound Fernsehgesellschaft (SRG) zur Stellungnahme eingeladen.\nIn ihrer Vernehmlassung wirft die SRG die Frage des Ausstandes\neines Mitglieds der UBI auf. In materieller Hinsicht beantragt sie\ndie vollumfängliche Abweisung der Beschwerde. Der fragliche\n«Kassensturz»-Beitrag habe die Zuschauer durchaus korrekt und umfassend\n\n2\nüber die Bündner Abfallpolitik am Beispiel der Deponie Plaun Grond\ninformiert. Das Publikum sei in die Lage versetzt worden, sich ein eigenes,\nunabhängiges Urteil zu bilden.\nD. Im Rahmen eines von der UBI angeordneten zweiten Schriftenwechsels\nhielten die Parteien an ihren Anträgen fest. Soweit angezeigt, wird auf die\neinzelnen Vorbringen der Parteien in den Erwägungen eingegangen.\n\nII\n\n"}