{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-06-10", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-59-67--_1994-06-10.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002738.pdf?ID=150002738", "Checksum": "e4f116f389f2d3e66e0ea8b6d5c54197"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.67 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 10.06.1994 JAAC 59.67 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 10.06.1994 JAAC 59.67 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 10.06.1994 JAAC 59.67 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:31", "Checksum": "acfa43ba97e7b90951041f4a7f017116", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 10.06.1994 JAAC 59.67 \r\n\n JAAC 59.67\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 10. Juni 1994\n\nViolation du droit des programmes dans une émission radiodiffusée qui\na adressé des reproches insoutenables à une autorité tutélaire dans un\ncas ayant trait à un placement dans un home.\nArt. 3 al. 1 let. a et art. 4 al. 1 LRTV. Obligation de présenter une\ninformation fidèle et secret de fonction.\nSi une autorité refuse de participer à une émission en se prévalant\ndu secret de fonction, cela ne signifie pas qu’il y a lieu de renoncer à\ntoute information concernant le thème en question. Le diffuseur doit\nnéanmoins veiller à ce que la position de l’absent ou des absents soit\nexprimée avec les nuances appropriées aux circonstances de l’affaire.\n\nProgrammrechtsverletzung in einer Radiosendung, welche haltlose\nVorwürfe an eine Vormundschaftsbehörde in einem Fall von\nHeimeinweisung richtete.\nArt. 3 Abs. 1 Bst. a und Art. 4 Abs. 1 RTVG. Sachgerechtigkeitsgebot und\nAmtsgeheimnis.\nVerweigert eine Behörde ihre Mitwirkung in einer Sendung unter\nBerufung auf das Amtsgeheimnis, so bedeutet dies nicht, dass jegliche\nInformation über das betreffende Thema zu unterlassen wäre. Der\nVeranstalter hat jedoch darauf zu achten, dass die Position des\noder der Abwesenden in einer der Angelegenheit angemessenen\nDifferenziertheit zum Ausdruck kommt.\n\n1\nViolazione del diritto dei programmi in una trasmissione radiodiffusa\nche ha mosso censure insostenibili a un’autorità tutoria in un caso\nrelativo al collocamento in ospizio.\nArt. 3 cpv. 1 lett. a e art. 4 cpv. 1 LRTV. Obbligo di presentare\nun’informazione fedele e segreto d’ufficio.\nIl fatto che un’autorità rifiuta di partecipare a una trasmissione\nrichiamandosi al segreto d’ufficio non significa ancora che occorra\nrinunciare a qualsivoglia informazione sul tema di cui si tratta.\nL’emittente deve tuttavia preoccuparsi che la posizione dell’assente\no degli assenti sia espressa con la diversificazione appropriata alla\npratica.\n\nI\n\nA. Eine Sendung «Espresso» vom 1. Kanal des Radios der deutschen und\nrätoromanischen Schweiz (DRS 1) war dem Thema der Rechtsstellung von\nPflegeeltern und Pflegekindern gewidmet. Der Titel des Reports lautete:\n«Heimeinweisung - zum Wohl oder zum Weh der Kinder?» Die Sendung\nbestand aus drei grossen Blöcken, die durch zwei ungefähr fünfminütige\nMusikeinschübe unterteilt waren. Im ersten Teil wurde das Fallbeispiel\nder Kinder G. behandelt und darüber berichtet, dass die Kinder von der\nVormundschaftsbehörde der Pflegemutter entzogen und in ein Heim\neingewiesen worden seien. Im zweiten Teil wurde eine Bundesrichterin\nzur rechtlichen Situation von Pflegeeltern befragt und namentlich deren\nVerhältnis zu den leiblichen Eltern beleuchtet. Der letzte Teil der Sendung\nhatte die Rechte der Kinder zum Gegenstand. Hierzu wurde der Sekretär des\nSchweizerischen Kinderschutzbundes interviewt.\nB. Gegen diese Sendung erhebt die Vormundschaftsbehörde\nProgrammrechtsbeschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz\nfür Radio und Fernsehen (UBI). Sie beantragt, es sei festzustellen, dass die\nSendung die Programmbestimmungen des BG vom 21. Juni 1991 über Radio\nund Fernsehen (RTVG, SR 784.40) verletzt habe. Ihren Antrag begründet die\nBeschwerdeführerin mit dem Vorwurf, der «Fall G.» sei nicht sachgerecht\ndargestellt, und es sei die journalistische Sorgfaltspflicht verletzt worden.\nDeshalb verstosse die Sendung insbesondere gegen Art. 4 Abs. 1 RTVG. Bei\nder Berichterstattung über Massnahmen, die von einer vormundschaftlichen\nBehörde verfügt würden, habe der Veranstalter eine erhöhte Sorgfaltspflicht\nzu beachten. Dies gelte um so mehr, als es den zuständigen Behörden\naufgrund der ihnen auferlegten Schweigepflicht verwehrt sei, einer nicht\nsachgerechten Darstellung entgegenzutreten.\nC. In Anwendung von Art. 64 Abs. 1 RTVG wurde die Schweizerische\nRadio- und Fernsehgesellschaft (SRG) zur Vernehmlassung eingeladen. In\nihrer Stellungnahme vom 8. April 1994 beantragt die SRG die vollständige\nAbweisung der Beschwerde. Sie begründet ihren Antrag damit, dass die\nSendung den Standpunkt der Beschwerdeführerin angemessen zum Ausdruck\ngebracht habe, obwohl diese ihre Mitwirkung in der Sendung durch Berufung\n\n2\nauf das Amtsgeheimnis verweigert habe. Bei gesamthafter Betrachtung der\nSendung sei festzustellen, dass sich der erste Block und der nachfolgende\nKommentar gegenseitig ergänzt hätten. Sowohl durch die Gliederung der\nSendung als auch durch den Beizug von Fachexperten sei die Sendung\ndarauf angelegt gewesen, dem Publikum eine möglichst breite und vielseitige\nInformationsbasis zu liefern.\n\nII\n\n"}