{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1994-05-20", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-59-66--_1994-05-20.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150002735.pdf?ID=150002735", "Checksum": "c9faac913ad60c602e88f056a87be8e3"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 59.66 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 20.05.1994 JAAC 59.66 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 20.05.1994 JAAC 59.66 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 20.05.1994 JAAC 59.66 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:30:29", "Checksum": "b8a924b56e500026dff51c9bd7a999da", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 20.05.1994 JAAC 59.66 \r\n\n JAAC 59.66\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 20. Mai 1994\n\nArt. 55bis Cst. Art. 3 al. 1 let. a et art. 4 al. 1 et 2 LRTV. Mandat culturel.\nValeurs religieuses.\n- Un éventuel conflit d’intérêts résultant de la confrontation de valeurs\nreligieuses avec la liberté du diffuseur en matière de programmes doit\nêtre résolu par une mise en balance des positions qui s’affrontent. A cet\négard, il en va essentiellement de la manière dont le diffuseur use de sa\nliberté dans le cadre de l’émission.\n- Aucune violation dans une conversation radiophonique avec une\nthéologienne au sujet de tendances hostiles au corps humain dans\ndiverses interprétations actuelles de la Bible.\n\nArt. 55bis BV. Art. 3 Abs. 1 Bst. a und Art. 4 Abs. 1 und 2 RTVG. Kultureller\nLeistungsauftrag. Religiöse Werte.\n- Ein Interessenkonflikt, der sich aus der Konfrontation religiöser\nWerte mit der Programmfreiheit des Veranstalters ergeben kann, ist\nim Rahmen einer Güterabwägung zwischen den widerstreitenden\nPositionen zu lösen. Es kommt dabei massgeblich auf die Art und Weise\nan, in welcher der Veranstalter seine Freiheit im Rahmen der Sendung\nausübt.\n- Keine Verletzung in einem Radiogespräch mit einer Theologin\nüber leibfeindliche Tendenzen in verschiedenen aktuellen\nBibelinterpretationen.\n\n1\nArt. 55bis Cost. Art. 3 cpv. 1 lett. a e art. 4 cpv. 1 e 2 LRTV. Mandato di\nprestazioni culturali. Valori religiosi.\n- Un conflitto d’interessi che può risultare dal confronto di valori\nreligiosi con la libertà dell’emittente in materia di programmi\ndev’essere risolto con una ponderazione dei valori in giuoco. A tale\nscopo dipende anche dal modo in cui l’emittente esercita la sua libertà\nnell’ambito della trasmissione.\n- Nessuna violazione in una conversazione radiofonica con una teologa\nrelativa a tendenze ostili al corpo umano in diverse interpretazioni\nattuali della Bibbia.\n\nI\n\nA. Die Sendung «Kontext» vom 2. Kanal des Radios der deutschen und\nrätoromanischen Schweiz (DRS 2) vom 30. Dezember 1993 war dem Thema\n«Erotik in der Bibel - Erotik im Christentum» gewidmet. Grundlage der\nSendung bildete ein Gespräch, das Alois Schuler mit der reformierten\nTheologin Gina Schibler, Studienleiterin im Tagungszentrum Boldern, führte.\nGina Schibler legte darin ihre Deutung des alttestamentarischen Hoheliedes\nder Liebe dar. Vom Bibeltext ausgehend äusserte sie sich zur Frage, wie es\nim Christentum zu (in der Sendung nicht weiter belegten) leibfeindlichen\nTendenzen kommen konnte, obwohl die Bibel mit dem Hohelied eine\nlustbejahende Schrift enthalte. Die Theologin wies zunächst darauf hin, dass\ndrei verschiedene Theorien zur Geschichte des Hohelieds beständen. Ihre\neigene Interpretation stützte sie insbesondere auf jene Theorie, welche die\nHerkunft des Hohelieds im Kontext der sumerischen «Heiligen Hochzeit»\nansiedelt: Im Rahmen der «Heiligen Hochzeit» habe ein Geschlechtsverkehr\nzwischen Priesterin und Priester stattgefunden mit dem Zweck, die «sexuelle\nVereinigung von Mann und Frau» als «Vereinigung der Kräfte des Lebens»\nsymbolisch auszudrücken. Während umstritten sei, welche Theorie zutreffe,\nsei unzweifelhaft, dass es diese Liebeslieder seit 3000 Jahren gebe und dass die\nLeute Freude daran gehabt und sie gesungen hätten. Im weiteren Verlauf der\nSendung wurden Bibelstellen vorgestellt, die eine sinnliche oder gar erotische\nAuslegung zulassen.\nB. Gegen diese Sendung erhebt X mit Eingabe vom 8. Februar 1994,\nund ergänzend vom 1. März 1994, Programmrechtsbeschwerde bei der\nUnabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio- und Fernsehen (UBI). Sie macht\ndarin geltend, die Sendung verletze ihre religiösen Gefühle und damit die\ndurch das Rundfunkrecht geschützten kulturellen Werte. Sinngemäss ist\nihrer Eingabe der Antrag zu entnehmen, es sei festzustellen, dass die Sendung\nProgrammbestimmungen im Sinne von Art. 62 Abs. 2 des BG vom 21. Juni 1991\nüber Radio und Fernsehen (RTVG, SR 784.40) verletzt habe.\n\n2\n...\n\nII\n\n"}