Die häufig übertriebene und undifferenzierte öffentliche Verwendung ursprünglich politisch oder moralisch besetzter Begriffe ist ein Phänomen der heutigen Massengesellschaft, das in der rechtssoziologischen Literatur unter dem Stichwort der «Hysterisierung der Kommunikation» analysiert wird (vgl. Ladeur Karl-Heinz, Meinungsfreiheit, Ehrenschutz und die Veränderung der Öffentlichkeit in der Massendemokratie, in: Archiv für Presserecht [AfP], Bonn 1993, S. 533). Dabei wird auf der einen Seite eine grössere Toleranz einer zunehmend pluralen und heteronomen Öffentlichkeit gegenüber expressiv-emotionalen Begriffsverwendungen festgestellt.