{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-08-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-57-52--_1991-08-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001841.pdf?ID=150001841", "Checksum": "62b498cdd069a7792110905bf21020ec"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.52 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 30.08.1991 JAAC 57.52 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 30.08.1991 JAAC 57.52 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 30.08.1991 JAAC 57.52 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:00", "Checksum": "e9cc4419570797777a043e7656893ebe", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 30.08.1991 JAAC 57.52 \r\n\n JAAC 57.52\n\nAuszug aus einem Entscheid der Unabhängigen\nBeschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen vom 30.\nAugust 1991\n\nArt. 4 al. 2 Concession SSR de 1987. Devoir de diligence journalistique\ndans le cadre d’émissions dans l’intérêt des consommateurs.\nLe fait qu’une téléspectatrice qui informe la rédaction de l’émission au\nsujet d’une question de consommation travaille dans un service de la\nSSR indépendant de cette rédaction importe peu pour la présentation\ndes faits qui intéressent le consommateur, la renonciation à une\nmention y relative dans l’émission ne constitue pas une omission sujette\nà sanction selon le droit de la concession.\n\nArt. 4 Abs. 2 Konzession SRG von 1987. Journalistische Sorgfaltspflicht\nim Rahmen von Sendungen im Interesse der Konsumenten.\nDass eine Zuschauerin, welche die Redaktion der Sendung über ein\nKonsumentenanliegen informiert, in einem von dieser Redaktion\nunabhängigen Dienst der SRG arbeitet, ist für die Darstellung des\nden Konsumenten interessierenden Sachverhalts unerheblich; der\nVerzicht auf einen entsprechenden Hinweis in der Sendung stellt keine\nkonzessionsrechtlich relevante Unterlassung dar.\n\nArt. 4 cpv. 2 Concessione SSR del 1987. Obbligo di diligenza giornalistica\nnel quadro di emissioni nell’interesse dei consumatori.\nIl fatto che una telespettatrice, la quale informa la redazione\ndell’emissione circa una domanda dei consumatori, lavori in un\nservizio della SSR indipendente da questa redazione, è irrilevante\nper la presentazione della fattispecie che interessa i consumatori; la\nrinuncia a un’informazione pertinente nell’emissione non costituisce\nun’omissione essenziale dal punto di vista del diritto della concessione.\n\n1\nIm Rahmen der «Kassensturz»-Sendung des Fernsehens der deutschen und\nrätoromanischen Schweiz (DRS) vom 30. April 1991 wurde unter der Rubrik\n«Zuschauerpost» auf die Angelegenheit von Frau P. hingewiesen, die bei der\nEmil Frey AG Garage Zürich Nord einen Occasionswagen für Fr. 14 500.-\nkaufen wollte. Da sie kein Geld für einen Barkauf hatte, wurde sie an die\nSKA Wallisellen verwiesen, die ihr den nötigen Kredit für den Kauf des Wagens\ngewährte.\nFrau P. beanstandete in der Sendung den hohen Zinssatz (15%) und die\nTatsache, dass die Bank den Darlehensvertrag nicht an sie, sondern an ihren\nMann gesandt habe. Vom «Kassensturz»-Moderator wurde Frau P. als «üsi\nZueschoueri» bezeichnet. Einleitend hatte der Moderator erwähnt, dass\nbeim Autohandel die Bestimmungen des Abzahlungsvertrages von den\nAutoverkäufern und Banken unterlaufen würden: «Banke gäbe Kredite für\nAzahlige z finanziere, Autoverchöufer kassiere höchi Provisione. Z’Ganze isch\nnid erloubt aber gang und gäb.»\nEine gegen diese Sendung bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio\nund Fernsehen (UBI) erhobene Beschwerde beanstandet, der Beitrag in der\nRubrik «Zuschauerpost» habe versucht, die Zuschauer zu täuschen, da es sich\nbei der angeblichen «Zuschauerin» nicht um eine Drittperson, sondern um\neine Mitarbeiterin des Schweizer Fernsehens gehandelt habe …\nDie UBI wies die Beschwerde ab.\nAus den Erwägungen\n4. Beim inkriminierten «Kassensturz»-Beitrag handelte es sich um eine\nInformationssendung über einen Autokauf, der mit einem Bankkredit\nfinanziert wurde.\n4.1. …\n4.2. Unsachgerecht sei die Bezeichnung für Frau P. «unsere Zuschauerin»\ngewesen. Frau P. sei nämlich Fernsehmitarbeiterin, wie aus dem Fragebogen\nzur Kreditvermittlung hervorgehe. Damit sei das Publikum absichtlich\nirregeführt worden.\nNach Angaben der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft (SRG) hat\nFrau P. im Zeitpunkt der Sendung beim Fernsehen DRS als Bildmischerin\ngearbeitet. Zur Redaktion «Kassensturz» hatte sie keine dienstlichen\nBeziehungen. Der Umstand, dass eine Mitarbeiterin des Fernsehens DRS\nder Redaktion «Kassensturz» eine Mitteilung zukommen liess, verpflichtete\ndie SRG nicht, die berufliche Stellung der Zuschauerin und Informantin in der\nRubrik «Zuschauerpost» offenzulegen.\nDiesbezüglich ist unter anderem auf Ziff. 3 der «Erklärung der Pflichten\nund Rechte des Journalisten» des Verbandes der Schweizer Journalisten\n(VSJ) vom 17. Juni 1972 hinzuweisen: «Er [der Journalist] veröffentlicht nur\nInformationen und Dokumente, deren Quellen bekannt sind. Er unterschlägt\nkeine wichtigen Elemente von Informationen und entstellt weder Tatsachen\nund Dokumente noch von anderen geäusserten Meinungen…» (vgl. dazu\nauch Entscheid der UBI vom 7. Juni 1991, «Schweiz aktuell: Protest der\nAuto-Partei gegen eingeschränkten Winterdienst», VPB 56.30, E. 4 ff.). Die\n\n2\nAnstellung der Zuschauerin beim Fernsehen DRS war in diesem Sinn kein für\ndie Information des Zuschauers wichtiges Element; ob eine Person, die die\nRedaktion «Kassensturz» wegen eines Konsumentenanliegens informiert, bei\nder SRG oder bei einem anderen Unternehmen arbeitet, ist für die Darstellung\ndes den Konsumenten interessierenden Sachverhaltes unerheblich. Im\nBeitrag war die Bezeichnung «unsere Zuschauerin» dementsprechend\ndurchaus vertretbar. Der Verzicht auf den Hinweis, dass es sich bei dieser\nZuschauerin um eine - übrigens im Zeitpunkt der Sendung nicht mehr in den\nDiensten der SRG stehende - Mitarbeiterin des Veranstalters handelte, stellt\nvorliegendenfalls keine konzessionsrechtlich relevante Unterlassung dar.\n\n3\nSchweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften\nArchives fédérales suisses, Publications officielles numérisées\nArchivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali\n\nJAAC 57.52 - Auszug aus einem Entscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 30. August 1991\n\n"}