{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-11-08", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-57-48--_1991-11-08.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001811.pdf?ID=150001811", "Checksum": "3d91b8d4e1abf62d8585a75f3eb48770"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.48 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 08.11.1991 JAAC 57.48 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 08.11.1991 JAAC 57.48 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 08.11.1991 JAAC 57.48 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:31:59", "Checksum": "ccd820feda79bbd20f0d6dcf502f2386", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 08.11.1991 JAAC 57.48 \r\n\n 14\nSystem der Schweiz ist notorisch, dass ein grosser Teil der legislativen\nEntscheide zu diesen Fragen wenn nicht dem obligatorischen, so doch dem\nfakultativen Referendum unterliegen. Namentlich den Zürchern war dies\nbekannt, zumal die Stimmberechtigten der Stadt einige Jahre zuvor schon\nzwei regionale Gesamtpläne abgelehnt hatten. Es kann vernünftigerweise\nnicht erwartet werden, dass jede Sendung, die sich mit einem politischen\nThema befasst, jeweils an das entsprechende elementare, institutionelle und\nverfahrensmässige Umfeld für politische Entscheide erinnert; es liegt mithin\nkeine Täuschung des Publikums vor.\n11. Nachfolgend ist der Vorwurf zu prüfen, die Sendung habe durch\ndie Sequenz über den Vorfall mit dem Baupolizeichef einen exzessiven,\ndramatisierenden Eindruck hinterlassen.\nWie auch immer diese Sequenz unter dem Aspekt des gebührenden Respektes\ngegenüber den Opfern und deren Familien oder auch bloss des guten\nGeschmackes zu bewerten ist, so lässt sich jedenfalls nicht sagen, der Hinweis\nauf dieses tragische Ereignis sei im Blick auf die Thematik der Sendung völlig\nsachfremd. Ihre ausgesprochene kurze Dauer konnte den Zuschauer in der\nRationalität der Rezeption kaum beeinträchtigen, indem beispielsweise\ndas Publikum durch Emotionalisierung seine Meinung zum Thema nicht\nmehr rational bilden konnte. Durch die Berücksichtigung dieses fraglos\ndramatischen Ereignisses haben die Journalisten jedenfalls die Grenzen der\nredaktionellen Freiheit nicht überschritten.\n12. In Würdigung der gesamten Sendung ist festzuhalten, dass diese\neinen tendenziösen Eindruck hinterlässt und eine offenkundige\nVoreingenommenheit der Journalisten in der Bewertung der Ergebnisse\nihrer Recherchen über die Auseinandersetzung zwischen Frau Koch,\nVorsteherin des Bauamtes II, und Herrn Wagner, damaliger Stadtpräsident,\nzum Ausdruck kommt. Während Frau Koch sich für Industriestandorte in\nund Grundstücke für die Bedürfnisse der Stadt einsetzt, ist der damalige\nStadtpräsident vom weiteren Wachstum der Dienstleistungsbetriebe überzeugt.\nIn der Sprache und Art der Beschreibung dieser Problematik schimmert\nder Positionsbezug der Redaktoren der Sendung durch («Diese sogenannte\nAufzonung lässt die Bodenpreise explodieren… Da können Industrie und\nGewerbe nicht mehr mithalten. Sie werden aus der Stadt verdrängt. An\nihrer Stelle machen sich Banken und Versicherungen breit»). Der dezidiert\npolemische Ton in der Beschreibung der Entwicklung kommt bereits im\nEinstieg in die Thematik zum Ausdruck und schwächt sich im weiteren\nVerlauf der Sendung nicht ab («Brisante Auseinandersetzung um Zürichs\ngoldenen Boden. Zwei Stadträte haben top geheime Bauplanungsunterlagen\nan Aussenstehende weitergegeben. Wer hat davon profitiert?» - «Hinter\ndiesen trockenen drei Buchstaben (BZO) verbirgt sich ein Milliardenpoker» -\n«Die Zürcher Stadtregierung ist hoffnungslos verkracht» - «Der Finanzplatz\nZürich platzt aus allen Nähten und verlangt gebieterisch mehr Raum» - «Auf\nastronomische 12-14 Milliarden Franken schätzt das Bauamt, für das ganze\nGebiet gerechnet, die möglichen Planungsgewinne ein»). Etwas später nimmt\ndie Sendung eine aufsehenerregende Wendung: In knapp formulierten\nSätzen und geheimnisvollen Bildern wird die Weiterleitung der vertraulichen\nDokumente durch die Herren Wagner und Egloff an die Experten beschrieben.\n\n"}