{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-10-04", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-57-46--_1991-10-04.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001805.pdf?ID=150001805", "Checksum": "be86d5093de966d7e26b68f05aecc242"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.46 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 04.10.1991 JAAC 57.46 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 04.10.1991 JAAC 57.46 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 04.10.1991 JAAC 57.46 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:01", "Checksum": "f66357874f43871f69dc108f9da5722a", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 04.10.1991 JAAC 57.46 \r\n\n JAAC 57.46\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 4. Oktober 1991\n\nEmission télévisée d’actualités que la modératrice conclut par une\nremarque sur la journée de grève des femmes, dont elle porte le badge.\nArt. 55bis al. 3 Cst. Art. 4 al. 2 Concession SSR de 1987.\nDans le cadre de l’autonomie des programmes reconnue au diffuseur,\nses collaborateurs jouissent également, mais à des conditions plus\nstrictes que les tiers, du droit d’exprimer librement leur opinion. Les\nlimites n’en ont pas été dépassées en l’occurrence.\n\nAktuelle Fernsehsendung, welche die Moderatorin, die den Protestknopf\nzum Frauenstreiktag trägt, mit einer Bemerkung zu diesem Anlass\nabschliesst.\nArt. 55bis Abs. 3 BV. Art. 4 Abs. 2 Konzession SRG von 1987.\nIm Rahmen der dem Veranstalter eingeräumten Programmautonomie\nsteht auch seinen Mitarbeitern - unter strengeren Voraussetzungen\nals Dritten - das Recht auf freie Meinungsäusserung zu. Die Grenzen\nwurden vorliegend nicht überschritten.\n\nEmissione televisiva d’attualità che la moderatrice, che porta un\ndistintivo di protesta in favore della giornata di sciopero delle donne,\nconclude con un’osservazione su questo evento.\nArt. 55bis cpv. 3 Cost. Art. 4 cpv. 2 Concessione SSR del 1987.\nNel quadro dell’autonomia dei programmi riconosciuta all’emittente,\nanche i suoi collaboratori - a condizioni più severe rispetto a terzi -\nhanno diritto di esprimere liberamente le proprie opinioni. In casu, i\nlimiti non sono superati.\n\n1\nI\n\nA. In der am 13. Juni 1991, Vorabend des «Frauenstreiktags», ausgestrahlten\nSendung «10 vor 10» des Fernsehens der deutschen und rätoromanischen\nSchweiz (DRS) trug die Moderatorin auf ihrem rosaroten Kleid den bekannt\ngewordenen lilafarbenen Protestknopf (auf dem Bild: ein Paar rätselhafte\nweibliche Augen) zum Anlass des nationalen «Frauenstreiks». Am Ende\nder Sendung verabschiedete sich die Journalistin mit folgenden Worten:\n«Liebe Zuschauerinnen und Zuschauer, ich verabschiede mich schon heute\nDonnerstag von Ihnen. Morgen ist - sie haben es sicher mitbekommen -\nlandesweiter Frauenstreiktag. Ich wünsche ihnen einen geruhsamen Abend\nund eine gute Nacht».\nB. (Beschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und\nFernsehen [UBI])\nDer Beschwerdeführer macht insbesondere geltend, die Sprecherin\nhabe optisch (Tragen der Plakette) und verbal (Ankündigung der\nfrauenstreikbedingten Abwesenheit) das Nachrichtenmagazin als Plattform\nfür Stimmungsmache und einseitige Meinungsbeeinflussung zugunsten des\n«Frauenstreiktags» benutzt und ihre Funktion als Nachrichtensprecherin\nmissbraucht, um politische Propaganda zu betreiben. Der Frauenstreik sei\nausserdem ein kontroverses Thema, zumal der Aufruf zum Frauenstreik fast\nausschliesslich von Parteien aus dem linken Spektrum unterstützt wurde;\ndiesem Umstand sei durch die Berücksichtigung anderer Meinungen nicht\nRechnung getragen worden. Die beanstandete Sendung habe deshalb die\nKonzession für die Schweizerische Radio- und Fernsehgesellschaft vom\n5. Oktober 1987 (Konzession SRG, BBl 1987 III 813 f.) verletzt.\n…\n\nII\n\n1. (Formelles)\n2. …\nDer Begriff der politischen Propaganda ist konzessionsrechtlich im\nZusammenhang mit den Weisungen des Bundesrates vom 15. Februar 1984\nüber die Fernsehwerbung (BBl 1984 I 369) von Bedeutung. Gemäss Art. 9 Bst. b\ndieser Weisungen, welche sich nur auf die bezahlte Werbung beziehen (vgl. u.\na. VPB 55.35) ist bezahlte politische Propaganda unzulässig.\nIm Bereich der Programmsendungen besteht indessen kein entsprechendes\nVerbot. Diesbezüglich unterliegt «politische Propaganda» in der\nkonzessionsrechtlichen Beurteilung den nämlichen Grundsätzen wie sie für\neine politische Meinungsäusserung gelten.\n\n"}