{"Signatur": "CH_VB_010", "Spider": "CH_VB", "Datum": "1991-08-30", "PDF": {"Datei": "CH_VB/CH_VB_010_JAAC-57-12--_1991-08-30.pdf", "URL": "https://www.amtsdruckschriften.bar.admin.ch/viewOrigDoc/150001685.pdf?ID=150001685", "Checksum": "ce1e17f98096674f0ac3b8c81511d2e7"}, "Scrapedate": "2026-03-20", "Num": ["JAAC 57.12 \r"], "Kopfzeile": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 30.08.1991 JAAC 57.12 \r"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP 30.08.1991 JAAC 57.12 \r"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR 30.08.1991 JAAC 57.12 \r"}], "Meta": [{"Sprachen": ["de"], "Text": "Eidgenossenschaft Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI"}, {"Sprachen": ["fr"], "Text": "Conféderation Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération (1987-2017)  Autorité indépendante d’examen des plaintes (radio-télé), AIEP"}, {"Sprachen": ["it"], "Text": "Confederazione Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione (1987-2017) Autorità indipendente di ricorso in materia radiotelevisiva, AIRR"}, {"Sprachen": ["de", "fr", "it"], "Text": "Autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio-télévision"}], "ScrapyJob": "446973/70/126", "Zeit UTC": "20.03.2026 01:32:00", "Checksum": "6d846550f5ad390898d83389f36971f2", "Chunktext": "Auszug aus dem Entscheid Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (1987-2017) Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen, UBI 30.08.1991 JAAC 57.12 \r\n\n JAAC 57.12\n\nEntscheid der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für\nRadio und Fernsehen vom 30. August 1991\n\nArt. 4 al. 1 et 2 Concession SSR. Limites de la présentation d’opinions de\ntiers à la radio et à la télévision.\nClairement reconnaissable comme opinion, la malédiction\napocalyptique qu’un pasteur, s’appuyant sur la Bible, a prononcée à\nl’encontre du comportement d’une puissance mondiale dans la guerre\ndu Golfe de 1991 n’avait pas de caractère destructif; ni la substance,\nni la diction et les termes choisis pour la critique sévère n’appelaient\nd’intervention pondératrice du diffuseur.\n\nArt. 4 Abs. 1 und 2 Konzession SRG. Grenzen der Meinungsäusserung\nDritter am Radio und Fernsehen.\nDie klar als Meinungsäusserung erkennbare apokalyptische\nVerfluchung des Verhaltens einer Weltmacht im Golfkrieg 1991, welche\nein Pfarrer anhand der Bibel aussprach, hatte keinen verletzenden\nCharakter; weder der Inhalt noch die Diktion und die Wortwahl\nder scharfen Kritik verlangten eine ausgleichende Intervention des\nVeranstalters.\n\nArt. 4 cpv. 1 e 2 Concessione SSR. Limiti della presentazione di opinioni\ndi terzi alla radio e alla televisione.\nLa maledizione apocalittica, chiaramente riconoscibile come opinione,\ncontro il comportamento di una potenza mondiale nella guerra del\nGolfo 1991, che un pastore ha pronunciato sulla scorta della Bibbia,\nnon aveva carattere offensivo; né il contenuto e nemmeno la dizione\ne la scelta dei termini della dura critica richiedevano un intervento\ncompensatore dell’emittente.\n\n1\nA. Die Sendung «Wort zum Sonntag» wird jeweils am Samstagabend um\n19 Uhr 50 im Fernsehen der deutschen und der rätoromanischen Schweiz\n(DRS) ausgestrahlt. Dabei äussern Theologen oder Kirchenmitarbeiter ihre\n«Gedanken aus christlicher Sicht». Die Sendung dauert fünf Minuten.\nDas «Wort zum Sonntag» vom 25. Mai 1991 hielt Pfarrer Urs Eigenmann,\nNeuenhof. Er zitierte eingangs den Theologen Karl Barth, der sagte, man solle\nin der einen Hand die Bibel, in der anderen die Zeitung halten und die Zeitung\nstets auf dem Hintergrund der Bibel und die Bibel stets auf dem Hintergrund\nder Zeitung lesen. Pfarrer Eigenmann begründete den Gegensatz zwischen\nWelt und Glaube mit der geheimen Offenbarung des Johannes. Der Evangelist\nbeschreibe die Funktionsweise des Römischen Reiches, die Gewaltverhältnisse,\ndenen die Menschen ausgesetzt waren: Tod, Hunger, Pest, Verfolgung und\nNaturzerstörung, Ausbeutung der Armen und Privilegierung der Reichen.\nBereits Johannes habe den Stellenwert der Propaganda erkannt. So habe\nsich der Römische Kaiser in der Öffentlichkeit die Rolle von Herr und Gott\nangemasst. Gegen diese gotteslästerliche Herrschaft richte sich die subversive\nKampfschrift der Bibel. In der heutigen Zeit gebe es, so Pfarrer Eigenmann,\nerstaunliche Parallelen. Auch die USA stützten ihre Politik auf Gewalt. Das\nResultat der von Präsident Bush beim Angriff gegen die Irakis erklärten\nneuen Weltordnung, einer Ordnung, die auf Gewalt beruhe, sei mittlerweile\nbekannt: Hunderttausende von Toten und gewaltige Naturschäden. Es gehe\nBush bloss um den Zugriff auf zwei Drittel der heute bekannten Ölvorräte in\nder Welt, und es hätte keinen Krieg gegeben, wenn in Kuwait nur Erdnüsse\nwüchsen. Die Amerikaner behaupteten, das auserwählte Volk zu sein. Pfarrer\nEigenmann erinnerte an das eingangs erwähnte Barth-Zitat über Bibel und\nZeitung: Der Glaube an Gott könne nicht bestehen ohne Kritik an der Welt. Es\nsei deshalb notwendig, gegen die von Präsident Bush gewollte Weltordnung\nanzukämpfen, dem Worte des religiösen Sozialisten Ragaz folgend: Solche\nGrösse duldet Gott nicht. Die Partei, die mehr Freiheit und weniger Staat\nwolle, habe nach dem Golfkrieg ein öffentliches «Danke USA» verkündet. Statt\neines solchen gleichsam religiösen Dankes an jene Macht, die der Welt ihren\nWillen aufzwinge, wäre nach Pfarrer Eigenmann ein apokalyptischer Fluch\nangebracht gewesen.\nB. Gegen diesen Beitrag erhoben einerseits X, unterstützt von 30\nMitunterzeichnern, und anderseits Y, unterstützt von 350 Mitunterzeichnern,\nBeschwerde bei der Unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und\nFernsehen (UBI).\nIn der mit Ausnahme eines weggelassenen Satzteiles gleichlautenden\nmateriellen Begründung führen die Beschwerdeführer aus, die Sendung\nsei zu politischer Agitation missbraucht worden. Pfarrer Eigenmann habe\nnichts anderes als eine «Schmährede auf den amerikanischen Präsidenten»\ngehalten und «explizit zu einem religiös motivierten Kampf gegen die Politik\nGeorge Bushs» aufgerufen. Eigenmann habe es aber in seiner Beurteilung des\nGolfkrieges unterlassen, an die kriegerische Aggression von Saddam Hussein\nzu erinnern und zu erwähnen, dass der Einsatz der amerikanischen Truppen\neine Intervention der Völkergemeinschaft war. Pfarrer Eigenmann habe\n\n"}